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Westerburg

Demnächst vor dem Richter: 39-Jähriger attackiert Hubschrauber der Polizei mit Laser

Ein 39-Jähriger attackiert einen Piloten mit einem Hochleistungslaser. Sein Pech: Er hat einen Polizeihubschrauber anvisiert.

Der Pilot eines Polizeihubschraubers (ähnlich wie dieser) ist bei einem Einsatz von einem Laser geblendet worden. Der mutmaßliche Täter muss sich Anfang April in Westerburg vor Gericht verantworten. Foto: Thomas Frey/dpa
Der Pilot eines Polizeihubschraubers (ähnlich wie dieser) ist bei einem Einsatz von einem Laser geblendet worden. Der mutmaßliche Täter muss sich Anfang April in Westerburg vor Gericht verantworten.
Foto: Thomas Frey/dpa

Laserpointer der Klasse vier, sogenannte Hochleistungslaser, sind extrem stark. Sie können beim Menschen zu erheblichen Verletzungen von Auge und Haut führen sowie Brände und Explosionen verursachen. Auch Flugzeugführer sind nicht vor ihnen sicher. So wurden in der Vergangenheit immer wieder Fälle geschildert, in denen Piloten absichtlich mit solchen Laserpointern geblendet wurden. Auch über einem Dorf in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg war ein Pilot im Oktober vergangenen Jahres Opfer einer solchen Laserattacke. Das Pech des Benutzers: Er hatte einen Polizeihubschrauber anvisiert, und schon zehn Minuten später stand die Ordnungsmacht bei ihm vor der Haustür. Im April muss sich der 39 Jahre alte Mann nun in Westerburg vor Gericht verantworten – wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Immer wieder sorgen Attacken mit Laserpointern für Unverständnis und Kopfschütteln. So wurde beispielsweise in Berlin im Oktober vergangenen Jahres ein Mann am Amtsgericht Berlin-Tiergarten zu einem Jahr und sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt, weil er im Juni bei Straßenkrawallen linksautonomer Gruppen einen Polizeihubschrauber mit einem starken Laserpointer geblendet hatte. Der Richter sprach den 22-Jährigen unter anderem des versuchten gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr und der versuchten gefährlichen Körperverletzung schuldig. Bei einem solchen Angriff seien katastrophale Konsequenzen möglich, hieß es im Urteil. Der vorbestrafte junge Mann hatte einen mit drei Beamten besetzten Hubschrauber anvisiert, wobei grünes Laserlicht den Hubschrauber traf. Die Insassen blieben unverletzt, weil sie sich mit Nachtsichtbrillen und durch das Verändern ihrer Sitzposition schützen konnten.

Was sind das für Menschen, die auf diese Weise Leib und Leben anderer gefährden? Was geht in ihren Köpfen vor? Wieso kauft man sich überhaupt solch ein Gerät? Billig sind solche Hochleistungslaser schließlich auch nicht. Sie werden mit Preisen bis zu 350 Euro gehandelt. Für dieses Geld gibt es im Internet den stärksten Laserpointer Blau der Welt mit 50 000 mW Leistung und Laserpunktfokussierung. "Die wahnsinnige Leistung dieses blauen Laserpointers ist extrem stark. Sie können so ziemlich alles verbrennen und schmoren, was es gibt", verheißt die Werbung für dieses Produkt. Die Reichweite des Lasers beträgt 40 000 Meter. Dieses Exemplar wurde im vorliegenden Fall bei der mutmaßlichen Attacke auf den Polizeihubschrauber zwar nicht benutzt, ein Produkt wie der sichergestellte Laserpointer dürfte es aber immerhin auf eine Entfernung von 10 000 bzw. 20 000 Meter bringen, und die Blendwirkung ist für einen Piloten enorm, wie ein Polizeivideo als Beweismittel im vorliegenden Fall belegen soll. Fest steht: Für Präsentationen in Schulungsräumen sind Hochleistungslaser nun einmal gar nicht geeignet. Vielleicht liefert der kommende Prozess ja Antworten auf die aufgelisteten Fragen.

Oktober 2017, es ist kurz nach 22.30 Uhr. Ein Polizeihubschrauber kreist im Rahmen eines Einsatzes im oberen Kreisgebiet mehr oder weniger dicht über einer Ortschaft, als der Pilot urplötzlich von einem Lichtstrahl geblendet wird, der aus dem Fenster einer Dachwohnung zu kommen scheint. Die bordeigene Videokamera filmt den Vorfall mit, der Pilot alarmiert eine Polizeistreife am Boden und leitet sie zu dem Haus, aus dem die Strahlen kamen. Minuten später klingeln Polizeibeamte an der Wohnungstür des Laserbenutzers.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39-Jährigen vor, dass er zumindest billigend in Kauf nahm, dass der Pilot die Kontrolle über den Hubschrauber hätte verlieren können. Ob es sich im vorliegenden Vorfall, juristisch gesehen, um einen minderschweren Fall gehandelt hat, ist aufgrund der geballten Strahlenladung äußerst fraglich. Paragraf 315 Strafgesetzbuch sieht in solchen Fällen Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Möglichweise wird sich der Benutzer im vorliegenden Fall wünschen, er hätte den Hochleistungslaser nie in die Hand genommen.

Das Verfahren ist für den 4. April, 14 Uhr, anberaumt.

Von unserem Redakteur Michael Wenzel

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