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Westerwaldkreis

Aktuelle Situation: 2130 Flüchtlinge leben derzeit im Westerwald

In vielen Ortschaften im Kreis gehören sie einfach dazu: Menschen, die häufig aus Krisenregionen nach Deutschland geflohen sind und hier, vorübergehend oder auf Dauer, eine neue Heimat finden wollen. Aber wie sieht die Situation der Flüchtlinge im Westerwald aus? Ist Merkels "Wir schaffen das" bei uns Konzept oder eher Beschwichtigungsphrase? Wir haben uns einmal umgehört.

Von unserem Chefreporter Markus Kratzer

Derzeit leben im Kreis 2130 Flüchtlinge, also Personen, über deren Asylantrag noch nicht entschieden ist oder deren Antrag abgelehnt, die Ausreisepflicht aber aus verschiedenen Gründen ausgesetzt wurde. Wie die Kreisverwaltung in Montabaur weiter mitteilt, wurden dem Westerwaldkreis im abgelaufenen Jahr insgesamt 1872 Personen zugewiesen, seit 1. Januar waren es bislang 831. Zum überwiegenden Teil handelt es sich dabei um syrische Staatsbürger, mit weitem Abstand folgen Menschen aus Afghanistan, dem Kosovo, Albanien und Pakistan.

Das Prozedere, wie der Kreis mit den hier ankommenden Menschen umgeht, ist klar geregelt. Die zugewiesenen Flüchtlinge werden anteilig nach der Einwohnerzahl auf die zehn Verbandsgemeinden verteilt. Die Verwaltungen vor Ort bringen die Personen ausschließlich in privatem Wohnraum unter. "Dabei wird nach Möglichkeit darauf geachtet, dass die Flüchtlinge dort wohnen, wo die Möglichkeit besteht, zu Fuß oder mit dem öffentlichen Personennahverkehr die notwendigen Einkäufe, Behördengänge oder auch Arztbesuche wahrzunehmen", heißt es aus dem Kreishaus. Dies sei in der Regel am Verbandsgemeindesitz gegeben.

Zwei Erstaufnahmeeinrichtungen waren vorübergehend im Kreis in Betrieb: in Ruppach-Goldhausen sowie in Herschbach/Uww. Da der Zustrom an Flüchtlingen durch diverse EU-Regelungen ebenso wie durch nationale Initiativen längst nicht mehr so stark ist, hat das Land sie allerdings inzwischen wieder geschlossen. Nach Auskunft der Kreisverwaltung sind beide Häuser bis auf die Betten geräumt. Offiziell war die Einrichtung in Ruppach-Goldhausen bis 21. April in Betrieb, hier fanden insgesamt 316 Personen vorübergehend eine Bleibe. In Herschbach wurde am 29. Juli offiziell der Schlüssel umgedreht, nachdem dort 499 Menschen zwischenzeitlich untergebracht waren. Derzeit denken das Land und die von ihm mit der Organisation beauftragte Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) nicht darüber nach, die Einrichtungen zu reaktivieren. Dies gilt auch für das ehemalige Bundeswehrareal auf dem Stegskopf direkt an der Kreisgrenze. Die Unterbringung der Flüchtlinge dort hatte vor allem im Herbst und Winter zu einer heftigen politischen Debatte in der Region geführt. Die Pegida-nahe Gruppierung "Bekenntnis zu Deutschland" hatte zu verschiedenen Demonstrationen in Bad Marienberg, Rennerod und Daaden aufgerufen. Das breit aufgestellte "Wäller Bündnis für Menschlichkeit und Toleranz" hatte dagegengehalten und setzte Zeichen gegen Ausländerhetze und für einen "bunten Westerwald". Doch mit den rückläufigen Flüchtlingszahlen ebbte auch die Protestwelle ab. Zu einer Demo im April in Bad Marienberg waren gerade einmal noch 80 Teilnehmer gekommen, die gegen Ausländer auf die Straße gingen.

Was nicht abgeebbt ist, ist die hohe Hilfsbereitschaft im Westerwald. "Nach unseren Erkenntnissen funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und privaten Initiativen gut", resümiert die Kreisverwaltung und zollt den ehrenamtlich Aktiven großes Lob.

Wir haben das Thema weiter vertieft, haben uns beim Deutschen Roten Kreuz informiert, beleuchten ein Beispiel von funktionierender Integration, aber auch einen Fall, in dem kulturelle Unterschiede zu Problemen führen, die sich nicht so leicht lösen lassen.

Montabaur Hachenburg
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