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    Westerwaldkreis

    100.000 Euro Schaden: Mitarbeiter schwarz beschäftigt

    Der Chef (30) einer kleinen Westerwälder Abbruchfirma richtete gut 100.000 Schaden an: Er machte sich als Subunternehmer selbstständig, beschäftigte seine Kumpels als freie Mitarbeiter - war aber mit steuerrechtlichen Fragen überfordert. Es kam, wie es wohl kommen musste. Der Mann, der heute im Rhein-Lahn-Kreis wohnt, bezahlte Löhne schwarz, hinterzog Zehntausende Euro Steuern und fuhr seine Firma gegen die Wand. Jetzt hat ihn das Schöffengericht Koblenz unter anderem wegen Steuerhinterziehung (zwei Fälle) und Vorenthalten von Arbeitsentgelt (18 Fälle) zu einem Jahr und zehn Monaten Bewährungsstrafe verurteilt.

    Westerwaldkreis - Der Chef (30) einer kleinen Westerwälder Abbruchfirma richtete gut 100.000 Schaden an:

    Er machte sich als Subunternehmer selbstständig, beschäftigte seine Kumpels als freie Mitarbeiter - war aber mit steuerrechtlichen Fragen überfordert. Es kam, wie es wohl kommen musste. Der Mann, der heute im Rhein-Lahn-Kreis wohnt, bezahlte Löhne schwarz, hinterzog Zehntausende Euro Steuern und fuhr seine Firma gegen die Wand. Jetzt hat ihn das Schöffengericht Koblenz unter anderem wegen Steuerhinterziehung (zwei Fälle) und Vorenthalten von Arbeitsentgelt (18 Fälle) zu einem Jahr und zehn Monaten Bewährungsstrafe verurteilt.

    Der 30-Jährige, ein Mann mit adrettem weißen Hemd und dem Bizeps eines Schwerstarbeiters, legt gleich zu Prozessbeginn ein Geständnis ab: "Ich gebe das alles zu." Er wirkt unsicher, sagt nur das Nötigste. Sein Anwalt Wolfgang Stahl assistiert: "Er ist einer der wenigen Angeklagten, die noch Angst haben vor dem Gericht - und Angst vor dem Gefängnis." Stahl ist derzeit bundesweit in den Medien. Der Koblenzer ist im Prozess um den "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) einer der Anwälte der mutmaßlichen Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe.

    Wie wurde der Westerwälder Abbruchunternehmer zum Steuersünder? Er schilderte dies so: Er war arbeitslos, suchte einen Job - fand aber keinen. 2006 dachte er: "Irgendwas musst Du tun." Er meldete sich bei einem Abbruchunternehmen, heuerte dort als Subunternehmer an. Fortan entkernte er baufällige Häuser, riss Zimmerdecken heraus, Fußböden oder Türrahmen. Bei größeren Aufträgen stellte er kurzfristig einen Kumpel ein, manchmal mehrere.

    Er konnte von seinen Einnahmen leben, geriet aber gelegentlich in Finanznot. Er hatte keinen Steuerberater und war laut seinem Anwalt im Geschäftsbereich unerfahren. Auch deswegen bezahlte er seine Mitarbeiter immer wieder schwarz. Heute ist seine Firma insolvent, er selbst arbeitslos und abhängig vom monatlichen Einkommen seiner Ehefrau.

    Laut dem Urteil richtete der Mann durch sein Geschäftsgebaren zwischen 2009 und 2011 gut 100 000 Euro Schaden an. Er zahlte unter anderem keine Sozialversicherungsbeiträge, hinterzog Éinkommens- und Gewerbesteuern.

    Es war ein kurzer Prozess. Das Gericht vernahm keine Zeugen, nach gut einer Stunde war die Verhandlung vorbei. Der Angeklagte erklärte in seinem letzten Wort: "Mir tut das alles leid." Das Gericht entsprach mit seinem Urteil in allen Punkten dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Anwalt Stahl stellte in seinem Plädoyer keinen konkreten Antrag über die Strafhöhe. Richter Armin Steinhauser gab dem Mann auf, innerhalb von zehn Monaten 300 Sozialstunden zu absolvieren. Er legte die Bewährungszeit auf drei Jahre fest. Das Urteil ist rechtskräftig.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

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