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Emmelshausen

Protest und Friedensgebet: Breites Bündnis demonstriert gegen AfD-Veranstaltung in Emmelshausen

„Wir protestieren gegen die AfD, Rassismus und Hetze“, erklären die Veranstalter einer Demonstration gegen eine Veranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) Rhein-Hunsrück am Freitagabend im Agrarhistorischen Museum in Emmelshausen. Das Thema der Vortragsveranstaltung mit Diskussion der AfD lautet: „Zeitbombe Migration – Deutschlands Selbstauflösung“.

Zusammenhalt in der Gesellschaft statt Spaltung wird bei der Demonstration am 14. September vor dem Agrarhistorischen Museum in Emmelshausen gefordert
Zusammenhalt in der Gesellschaft statt Spaltung wird bei der Demonstration am 14. September vor dem Agrarhistorischen Museum in Emmelshausen gefordert

Ein breites Bündnis aus politischen Parteien, Arbeitsgemeinschaften und Organisationen trifft sich am kommenden Freitag, 14. September, um 18.30 Uhr vor dem Agrarhistorischen Museum – eine halbe Stunde vor Beginn der AfD-Veranstaltung.

Das Agrarhistorische Museum ist im Besitz der Stadt Emmelshausen, die das Haus als Veranstaltungsort vermietet – in diesem Fall an die AfD.

In seiner Einladung schreibt das Bündnis: „Zum wiederholten Mal hat sich die AfD das Agrarhistorische Museum in Emmelshausen als Veranstaltungsort ausgesucht. Offenbar wollen die Rechten die Stadt im Vorderhunsrück zu ihrem heimlichen Zentrum der Region machen. Das wollen wir – ein großes, parteiübergreifendes Bündnis aus dem gesamten Rhein-Hunsrück-Kreis, nicht zulassen. Wir werden uns diesen Umtrieben entgegenstellen.“ Das Demo-Bündnis kündigt „lautstarken Protest gegen Rassismus und Hetze“ an.

Aufruf, Flagge zu zeigen

Weiter heißt es in der deutlich formulierten und von zahlreichen Gruppierungen unterzeichneten Ankündigung der Demo: „Wir rufen alle Demokratinnen und Demokraten auf, sich dieser demokratiefeindlichen Organisation entgegenzustellen und Flagge zu zeigen. Die AfD ist rassistisch. Sie hetzt gegen Flüchtlinge, Migranten und Muslime. Sie schürt den Hass auf der Straße und scheut sich nicht, bei Demonstrationen – wie jüngst in Chemnitz – an der Seite von Nazis und Pegida-Straftätern zu marschieren. Die AfD ist unsozial. Sie will Besserverdienende mit Steuererleichterungen noch reicher machen. Arbeitnehmer, Rentner und Bedürftige sollen dafür zahlen. Behinderte und Suchtkranke will die AfD in Lager stecken. Die AfD ist rückständig. Sie ist gegen die Ehe für alle, gegen Abtreibungen und gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, und Frauen sieht sie am liebsten am Herd. Wir wollen die AfD nicht! Nicht in Deutschland, nicht in Rheinland-Pfalz, nicht im Rhein-Hunsrück-Kreis und nicht in Emmelshausen.“

Verschiedene, insbesondere politische Organisationen unterstützen laut Ankündigung die Demonstration: Arbeitskreis Asyl Flüchtlingsrat Rheinland-Pfalz, die Arbeiterwohlfahrt Rhein-Hunsrück, der Kreisverband der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, der Beirat für Migration und Integration des Rhein-Hunsrück-Kreises, der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen, der Kreisverband Die Linke, die Flüchtlingshilfe in der Region Emmelshausen, das Forum Integration Rhein-Hunsrück, der Kreisverband der Jusos Rhein-Hunsrück, der SPD-Kreisverband und auch der Emmelshausener Ortsverein der Sozialdemokraten.

Ökumenisches Friedensgebet

Die Gemeinschaft der christlichen Kirchen in Emmelshausen lädt ebenfalls am Freitag, 14. September, zwischen 18 und 18.30 Uhr, zu einem Friedensgebet im Treffpunkt Atempause der Freien evangelischen Gemeinde in der Simmerner Straße 2 (unweit des Agrarhistorischen Museums) ein. Hier wird für Frieden und Zusammenhalt in der Gesellschaft und für eine menschenfreundliche Politik gebetet. Für diese Inhalte werben in diesem Zusammenhang auch Pfarrer Markus Risch und Pfarrer Johannes Dübbelde (evangelische Kirche Emmelshausen-Pfalzfeld), Superintendent Hans-Joachim Hermes (evangelischer Kirchenkreis Simmern-Trarbach), die Syrienhilfe Vorderhunsrück sowie eine Privatinitiative aus Morshausen.

Wir berichten vom Geschehen rund um die Veranstaltungen in Emmelshausen am Freitagabend.

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Respekt trägt die Demokratie

Volker Boch zum Umgang mit- und untereinander

Volker Boch.
Volker Boch.
Foto: Jens Weber
Am Freitagmorgen fahren Kinder der Simmerner Rottmannschule nach Mainz. Dort besuchen die Schüler den Landtag, der in der Steinhalle des Landesmuseums als Übergangs-Plenarsaal ein Ort gelebter Demokratie ist. Nächste Woche wird dann wieder debattiert werden in der Steinhalle, in der sich die einzelnen Fraktionen bei den Plenarsitzungen immer wieder einmal mit heftiger Kritik überziehen.

Damit das alles im Rahmen bleibt, liegt die Leitung in den Händen eines besonnenen Landtagspräsidenten und seiner Stellvertreter. Scheren die Demokraten im Saal einmal aus, fängt er sie wieder ein und ruft zur Ordnung.

Am heutigen Freitagabend werden einige Rhein-Hunsrücker nach Emmelshausen fahren, um sich auch hier politisch zu äußern. Genauso wie in der Mainzer Steinhalle ist dann auch in Emmelshausen die Demokratie gefragt, auf allen Seiten. Hässliche Auswüchse öffentlicher Kundgebungen und Veranstaltungen gab es zuletzt genug, entsprechend ist allen Beteiligten zu wünschen und nahezulegen, dass sie respektvoll miteinander umgehen.

Eine Gesellschaft kann nur dann demokratisch sein, wenn sie von gegenseitigem Respekt geprägt ist und von einem Willen des Miteinanders – unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder Herkunft. Dafür steht nicht nur der Landtag, dafür müssen auch kontroverse Begegnungen stehen, wie sie in Emmelshausen zu erwarten sind.

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