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Emmelshausen

Karneval: FKK-Kostümnacht ließ keine Wünsche offen

Wenn die Frechen Karnevals-Kinner (FKK) Emmelshausen zur Kostümnacht rufen, kommen viele. Vor allem Hochkaräter aus vielen Bereichen des rheinischen Karnevals und darüberhinaus.

Das war auch dieses Mal wieder so im Zentrum am Park. Der FKK hatte ein Programm auf die Beine gestellt, das vor allem tänzerisch wahnsinnig viel zu bieten hatte. Unter anderem von vier eigenen Gruppen, die das Publikum im ZaP zu Raketen und vielen anderen Beifallsbekundungen veranlasste. Und das zurecht.

Dass die zehnte FKK-Kostümnacht mehr als eine Stunde früher als in den Jahren zuvor begann, hatte einen guten Grund. Der eine oder andere Gast tritt an Abenden wie diesem nicht nur in Emmelshausen auf, sondern ist auch auf anderen großen Bühnen zu Hause. So wie „Einheizer“ Bruce Kapusta, der das Programm eröffnete und mit seine Trompete eine gewaltige Präsenz an den Tag legte. Es dauerte nur Sekunden, bis Kapusta, der seit närrischen 22 Jahren aktiv ist, den Saal für sich gewonnen hatte. Mit einem tollen Programm begeisterte er die Zuschauer, und sein aktueller Karnevalshit „Mädchen, Schokolädchen“ hat Ohrwurm-Qualität. Kapusta musste direkt nach seinem Auftritt zum nächsten – nach Mönchengladbach (!) im dichten Schneetreiben. Auch da dürfte er die Narren in seinen Bann gezogen haben.

Bei Sternschnuppen etwas wünschen

Nach dem singenden Trompeter oder trompetenden Sänger, ganz, wie man möchte, war die erste Gruppe der FKK an der Reihe. Die jüngsten im Bunde nennen sich „Sternschnuppen“. Und bei solchen darf man sich bekanntlich etwas wünschen: In diesem Fall wäre es, dass die Trainerinnen Anja Stoffel-Niewind, Martina Stoffel und Anne Zorn weiter mit ihren Schützlingen so tolle Tänze wie den zum Motto „Bauernhof“ einstudieren.

Dass es ein Redner inmitten eines Programms von Tänzen und Musik nicht leicht hat, ist klar: Der Eifeler Jung‘ Markus Hay machte aber als schweizer Handelsvertreter das Beste daraus und beeindruckte mit seinen Parodien auf berühmte Dichter wie Heinz Erhardt oder Sänger wie Herbert Grönemeyer. Nach diesem Hay-Light folgte „Starlight“, was allerdings nicht so geplant war. Ursprünglich sollten „De Hofnarren“ aus Bitburg einheizen, aber die Anreise verzögerte sich durch die Witterungsbedingungen und so wurde die FKK-Gruppe vorgezogen und war direkt voll da. Die ehemaligen „Funken“, die sich seit kurzem wieder zu einer Gruppe zusammengeschlossen haben, begeisterten mit ihrem Motto „Zirkusdamen“ – den Beifall, den sich auch Trainerin Carina Mallmann-Classen abholen durfte, war der verdiente Lohn.

Dann waren die „Hofnarren“ da – und starteten mit ihrem Song von der „Stadt mit K“. Danach reihte sich ein Karnevalshit an den nächsten, das Warten auf die bekannte Eifel-Band und sechsköpfige Gute-Laune-Truppe hatte sich gelohnt. Sie brachte kölsche Lebensart und Mentalität in den Saal – und das mit viel Wucht und „Hätz“.

Während die Hofnarren 2015 seit närrischen elf Jahren bestehen, gibt es die FKK-Gruppe „Sternenschimmer“ seit fünf Jahren. In dieser Session machen sie den Charleston wieder gesellschaftsfähig und das in einer charmanten Art und Weise, die das Publikum mitriss. Ein Übriges dazu taten die tollen Kostüme der Mädchen um die Trainerinnen Gemma Stoffel und Alexa Rees. Sie bedankten sich daher ausdrücklich bei Heike Theurer für die große Unterstützung beim Schneidern des Outfits.

Und wenn wir schon bei beeindruckenden Kleidern sind: Nun kam „Ham & Egg“ – die Zuschauer im ZaP waren nicht nur von den Kostümen der beiden Travestiekünstler hin und weg. Die schrillen Schwergewichte Jörg Dilthey und Andreas Schmitz sorgten mit ihren voluminösen und großartigen Special-Effects-Verkleidungen sowie Stimmgewalt für Staunen und Lachen zugleich. Ihr Programm heißt „Show, Show, Alles Show“ – und das war es mit all seinen Facetten, die das Duo von Kopf bis auf Fuß zu bieten hat.

Ob die starken Männer vom Tanzcorps Rot-Weiß Vettelschoß auch „Ham & Egg“ so durch die Lüfte hätten schleudern können wie die Tänzerinnen der eigenen bereits mit Weltmeisterehren dekorierten Garde, darf bezweifelt werden. Zuzutrauen wäre es ihnen aber durchaus, denn was die Vettelschoßer an Akrobatik, gepaart mit Tanz boten, war vom Feinsten.

Vom Feinsten soll auch das werden, was die deutschen Fußballer im Sommer bei der Europameisterschaft auf die französischen Rasen zaubern. Bestenfalls so, wie das, was die „Funky Diamonds“ aus Neuwied-Irlich auf die ZaP-Bühne brachten. Sie ließen mit ihrem Gardetanz keinen Zweifel daran, dass nach dem vierten Stern aus Brasilien auch der EM-Titel geholt werden soll. Ihr Auftritt war, wie Jogi Löw sagen würde „högschdes Niveau“.

Versprechen eingelöst

Moderator Daniel Bernd, der nicht ganz so oft wie „Ham & Egg“ sein Kostüm wechselte, aber mit genauso viel Witz und Schlagfertigkeit durchs Programm führte, hatte danach noch ein Versprechen einzulösen. Mit Gemma Stoffel, die aus Schottland stammt, gab Irland-Fan Bernd als Leprechaun verkleidet eine Tanzeinlage zu schottischen Klängen, bei der ihn altgediente „Sternenmänner“ unterstützten. Eine starke Einlage, die für viel Stimmung sorgte.

Weit mehr als vier Sterne tauchten dann auf der Bühne auf – nämlich die Paradegruppe des FKK: die „Tanzenden Sterne“. Sie nahmen das Publikum mit in den hohen Norden zu den Wikingern. Ob sich die Trainerinnen und Aktiven Stephanie Hofrath und Lisa Kleinmann wie Wickie an der Nase gerieben haben und dann die Idee zum Tanz hatten, ist nicht überliefert. Dass diese Idee aber eine ausgezeichnete war, zeigten die 30 Sterne, die die Zuschauer mit Seemannsliedern, Hebefiguren, Wurfelementen und Tanz ansteckten und ihr Narrenschiff sicher in den Hafen steuerten.

Manege frei hieß es im Anschluss für die Showtanzgruppe „Rheinzauber“ vom KV Basjanes Helau aus St. Sebastian: Ihr „Circus Moskovskaja“ war ebenso bunt wie musikalisch herrlich aufbereitet und sprühte vor Ideen. 38 Aktive um Trainer und Frontmann Andreas Leininger nahmen die Bühne in Beschlag, der russische Bär steppte im ZaP.

„Höllenstimmung“ verbreitete der Narren-Club Waschem aus Wallersheim. Mit ihren „Feuerkostümen“, ihren Choreografien und Hebungen heizten die Showtänzer dem Publikum ein und waren ein würdiger Abschluss für den Abend im ZaP, der aber noch nicht vorbei war. Denn die Gruppe „Two Voices“ spielte im Anschluss an die gelungene Kostümnacht auf. Eine Kostümnacht, die ohne Zweifel noch mehr Zuschauer verdient gehabt hätte als das ZaP gut gefüllt hatten.

Dem FKK-Vorsitzenden Andreas Broszinski war das aber nicht ganz so wichtig: „Natürlich wünscht man sich immer mehr, aber wenn ich sehe, was Michael Stoffel, der das Programm zusammenstellt, hingezaubert hat und vor allem, dass fast 100 eigene Aktive auf der Bühne gestanden haben, ist es doch das, was einen stolz macht und wofür sich alles lohnt.“ Und ihn schon auf das närrische Jubiläum blicken lässt, die elfte Kostümnacht im Januar 2017. mb

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