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    Kreis Neuwied

    Wenn das Geld zum Leben nicht mehr reicht: 16 000 Neuwieder sitzen in der Schuldenfalle

    Die Zahl der überschuldeten Menschen im Kreis Neuwied hat 2016 wieder leicht zugenommen. Das geht aus dem aktuellen Schuldneratlas hervor, den die Creditreform Koblenz vorgestellt hat. Demnach stieg die Quote gegenüber dem Vorjahr von 10,72 auf 10,84 Prozent.

    Foto: dpa

    Von unserer Redakteurin Silke Müller

    Damit liegt der Kreis im bundesweiten Trend. Denn deutschlandweit gab es in diesem Jahr insgesamt ein Plus von 131 000 Fällen, sodass die Quote erstmals seit 2008 über die 10-Prozent-Marke auf 10,06 Prozent kletterte. Der Kreis Neuwied liegt demnach über dem Bundesdurchschnitt und auch über dem Landesdurchschnitt, den der Schuldneratlas mit 10,11 Prozent angibt. Im Vergleich mit allen 24 rheinland-pfälzischen Kreisen und 12 kreisfreien Städten landet Neuwied auf dem 25. Platz.

    In absoluten Zahlen ausgedrückt, sitzen im Kreis Neuwied rund 16 000 Erwachsene ab 18 Jahren in der Schuldenfalle. Konkret heißt das, dass sie ihre fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen und ihnen zur Deckung des Lebensunterhalts weder Vermögen noch Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Der Anteil der 30 bis 39-Jährigen liegt bei 13,91 Prozent, gleich dahinter kommen mit 13,47 Prozent die Personen ab 60 Jahre. Für letztere Altersgruppe, so heißt es im Schuldneratlas, ist ein Eintritt in die Überschuldung eine besondere Herausforderung.

    Innerhalb des Zuständigkeitsbereichs von der Creditreform Koblenz, zu dem auch die Stadt Koblenz sowie die Kreise Cochem-Zell, Mayen-Koblenz und der Westerwaldkreis gehören, ist die Zunahme der Schuldnerquote im Kreis Neuwied mit 0,12 Prozent am geringsten. Zum Vergleich: Im Spitzenreiterkreis Cochem-Zell (8,05 Prozent) liegt sie bei 0,52 Prozent. Insgesamt verzeichnet die Creditreform für ihren Zuständigkeitsbereich 80 500 überschuldete Personen - knapp 3100 mehr als 2015.

    Im Kreis Neuwied weist Anhausen mit nur 7,59 Prozent die geringste Quote auf. Mit einer durchschnittlichen Überschuldungsquote von 11,69 Prozent belegt die Stadt Neuwied im Ranking der Kreise und kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz wie im Vorjahr einen Platz im unteren Mittelfeld. Allerdings fallen die Zahlen je nach Stadtteil recht unterschiedlich aus. Schlusslicht ist die Innenstadt mit Heddesdorf. Die Quote ist zwar gegenüber dem Vorjahr um 0,15 Prozentpunkte gesunken, bleibt aber mit 15,51 Prozent immer noch sehr hoch. Auch die Stadtgebiete Block, Engers, Gladbach, Heimbach-Weis, und Oberbieber sowie Feldkirchen liegen mit 11,53 Prozent klar über dem rheinland-pfälzischen Durchschnitt. Anders sieht es in den Stadtteilen Altwied, Irlich, Niederbieber, Rodenbach, Segendorf und Torney aus. Dort ist die Quote mit 7,93 Prozent relativ gering und fast auf dem Niveau des Vorjahrs (7,94 Prozent). Alles in allem stecken in der Stadt Neuwied dem Schuldneratlas zufolge um die 7400 Menschen in der Schuldenfalle. Das sind immerhin 100 Personen weniger als noch 2015.

    Der Kreis Neuwied findet sich im Vergleich mit den anderen Kreises und Städten im Zuständigkeitsbereich von der Creditreform Koblenz im Mittelfeld wieder und belegt hinter Cochem-Zell und Mayen-Koblenz (9,94 Prozent) den dritten Platz vor dem Westerwaldkreis (11,01 Prozent). Negativer Spitzenreiter ist die Stadt Koblenz mit einer Quote von 12,61 Prozent. Landesweit ist wieder die Stadt Pirmasens mit 18,38 Prozent das Schlusslicht.

    Laut Creditreform gibt es fünf Hauptursachen, warum Menschen in die Schuldenfalle geraten. Auslöser sind vor allem Arbeitslosigkeit, Scheidung beziehungsweise Trennung, unwirtschaftliche Haushaltsführung, Krankheit und eine gescheiterte Selbstständigkeit. Bei jungen Menschen befinden sich Betroffene häufig in einer ähnlichen Grundsituation: die Gründung eines eigenen Haushalts, gepaart mit dem Start ins Berufsleben nach einem abgeschlossenen Studium oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung.

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