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Niederbieber

Waldorfschule: Start nach Brand macht Mut

Zum Ende des vergangenen Schuljahres erschütterte der durch Brandstiftung verursachte Verlust eines kompletten Gebäudes die Schulgemeinschaft der Rudolf-Steiner-Schule in Niederbieber. Noch liegen einige Trümmer auf dem Gelände, das sich ansonsten jedoch komplett neu aufgestellt zeigt. Dank der insgesamt 51 Container, von denen jeweils vier eine Klasse bilden.

Foto: dfb

Von unserem Redakteur Frank Blum

"Alles ist zum Schuljahrsbeginn fertig geworden", verkündet eine erleichterte Geschäftsführerin Nicole Gomber im Gespräch mit der RZ. "Die Kinder haben neue Räume bekommen, nur Lehrer und Verwaltung müssen sich noch bis Ende der Woche gedulden."

Trotz enormer logistischer Herausforderungen habe es keine gravierenden Probleme gegeben, berichtet die Pädagogin. Alles sei perfekt gelaufen. Das wäre nicht möglich gewesen ohne die große Hilfe seitens der Stadt Neuwied, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion und auch der Versicherung, betont sie. "Die Unterstützung war allerorten deutlich spürbar, die erforderlichen Genehmigungen zum Containerdorfbau lagen rasch vor, sodass letztlich alles innerhalb des engen Zeitplans errichtet werden konnte", sagt Gomber dankbar. Auch umliegende Schulen hätten Raumangebote unterbreitet, doch letztlich habe man sich auch aus stundenplantechnischen Gründen für die Containerlösung entschieden.

Die Eltern halfen ebenfalls intensiv. Schnell hatte sich eine Neubau-Arbeitsgruppe gebildet, die viel Organisationsarbeit leistet, während der Ferien war natürlich die Präsenz der Entscheidungsträger erforderlich. "Das war schon sehr anstrengend", gibt die Geschäftsführerin zu, "aber wenn man sieht, dass alles klappt, dann setzt das auch wieder neue Kräfte frei."

Chance zum Neuanfang nutzen

Zumal, wenn es finanziell ebenfalls rund läuft. "Die Versicherung war sehr kulant, die Gelder sind rasch geflossen. Wir waren zudem sehr gut abgesichert", berichtet Gomber. Zwar werden die abschließenden Gutachten erst im November vorliegen, doch schon jetzt sei sicher, dass der Gebäudeschaden bei rund 2 Millionen Euro liege, hinzu kämen noch die Inventarschäden.

Natürlich habe es nach dem Brand zunächst eine Phase der Verunsicherung gegeben, meint auch Stefanie Schmeik, die Elternvertreterin im Vorstand der Waldorfschule. Doch nun wolle man die Chance zu einem totalen Neuanfang nutzen. Erste Pläne für ein neues Gebäude konnten Eltern und Kollegium bereits begutachten. "Sie sind hervorragend angekommen", unterstreicht Schmeik.

Jetzt will die Waldorfschule gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ein Gebäude für die Ganztagsschule war eh bereits in Planung, nun soll es in den künftigen Neubau integriert werden. In der kommenden Woche tritt die "Baukonferenz" zusammen, um über das Projekt zu beraten, die für Dezember 2015 anstehende Mitgliederversammlung soll das endgültige Okay geben. "Die ADD hat ihre Kooperation zugesagt", betont Gomber, "und bei uns macht sich schon ein Pioniergefühl breit".

Das kann nichts schaden, denn die Zeit ist knapp. Das betont Elternvertreterin Schmeik: "Vom Tag des Brands an haben wir 18 Monate Zeit, den Neubau zu errichten. So lange tritt die Betriebsunterbrechungsversicherung ein." Die Schulgemeinschaft hat daher das Ziel, Weihnachten 2016 das neue Gebäude präsentieren zu können. "Das ist ehrgeizig", gibt Gomber zu.

Doch die Gemeinschaft baut auf Harry Wehner. Der erfahrene Architekt, der schon mehrere Waldorfschulen und -kindergärten gebaut hat, übernimmt die Bauleitung – und hat einen "straffen Kosten- und Zeitplan" vorgelegt.

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