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    Kreis NeuwiedPferde gerettet: Zwei Haflinger-Stuten entkommen nur knapp dem Hungertod

    Amtstierärztin Ilonka Degenhardt hat in ihrer Zeit beim Kreisveterinäramt schon einige verwahrloste Tiere zu Gesicht bekommen – doch der Anblick der zwei Pferde, die vor Kurzem aus einem Stall in der VG Dierdorf gerettet wurden, schockiert selbst sie. „So etwas Schlimmes habe ich hier noch nicht gesehen“, sagt sie im Nachhinein.

    Alles begann mit dem Anruf einer Frau, die dem Kreisveterinäramt zwei „völlig verwahrloste Pferde ohne Futter und Wasser“ meldete. Ein Mitarbeiter des Amtes konnte die Schilderungen bestätigen – fand die halb verhungerten Tiere in einem dunklen Stall in 90 Zentimeter hohem Mist stehen. Abgesehen von dem Mangel an Licht, Wasser und Nahrung, hatte der Besitzer der Pferde es auch versäumt, die Hufe zu bearbeiten. „Seit 13 Monaten hatten sie die Hufeisen drauf. Der Hufschmied, der sich um die beiden gekümmert hat, war total schockiert. Normalerweise müssen die Hufweisen alle acht Wochen gewechselt werden. Die Tiere hatten Schmerzen ohne Ende“, berichtet Degenhardt.

    Eine Stute war besonders schlimm dran. Sie hatte wohl mehrfach versucht, sich hinzulegen, das Fell war voller Jauche, als die Veterinäre sie fanden. Wie sich später herausstellte, war im vergangenen Dezember bereits ein Tier verendet – der Besitzer muss daraufhin eine neue Stute besorgt haben. Licht und frisches Gras hatten beide wohl seit Monaten nicht gesehen, wie eine Befragung der Menschen im Ort ergab: „Jeder dachte, der Mann hätte die Pferde nicht mehr, weil sie seit einem Jahr keiner mehr gesehen hatte“, sagt Degenhardt.

    Besitzer konnte Tiere nicht mehr versorgen

    Als Erklärung für die Verwahrlosung der Tiere gab der Besitzer an, dass er krank sei und die Tiere nicht mehr hätte versorgen können – als ihm die Pferde weggenommen wurden, protestierte er nicht. Für Degenhardt besonders schockierend: der Mann ist sachkundig, hatte von Berufs wegen mit Pferden zu tun. Der Stall, in dem er die beiden Haflinger-Stuten untergebracht hatte, befand sich nicht weit von seiner Unterkunft entfernt. Dass die Tiere in dem von außen kaum einsehbaren Bereich überhaupt entdeckt wurden, war dem Zufall geschuldet: „Die beiden hatten riesiges Glück, dass jemand auf sie aufmerksam geworden ist“, so Degenhardt.

    Nach viel Fürsorge geht es den Pferden mittlerweile wieder besser.
    Nach viel Fürsorge geht es den Pferden mittlerweile wieder besser.
    Foto: Ilonka Degenhardt

    So entkräftet wie die Stuten waren, konnten sie nicht abtransportiert werden und kamen auf einen Hof in der Nähe. Mittlerweile geht es ihnen laut der Tierärztin schon wieder besser – Erkrankungen konnten keine festgestellt werden. Ihr Alter schätzt Degenhardt auf rund 20 Jahre, Haflinger können aber auch gut und gern 35 Jahre alt werden. Ob die Pferde aufgrund der Vernachlässigung Folgeschäden zeigen, könne aber nicht ausgeschlossen werden. Gegen den Halter wurde Strafanzeige gestellt – Degenhardt hat aber nur wenig Hoffnung, dass diese Erfolg hat: „Solche Verfahren werden oft eingestellt.“

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