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Neuwied

Neuwieder Mittelstraße: Geschäftsleute hoffen auf den "Sinn-Effekt"

Christina Nover

Mit großer Begeisterung haben Geschäftsleute, Gastronomen und Immobilienmakler die Nachricht aufgenommen, dass das Unternehmen Sinn (ehemals SinnLeffers) im kommenden Jahr ein Bekleidungshaus in der Neuwieder Mittelstraße eröffnen will (wir berichteten). „Das ist ein Traum“, sagt beispielsweise Dieter Grünhäuser von Photo Porst. Er hat Neuwied noch lange nicht aufgegeben und meint: „Neuwied ist attraktiv. Wir haben eine schöne Fußgängerzone, die viele andere Städte ähnlicher Größe so nicht vorweisen können. Jetzt wird sie wieder belebt, und es ergeben sich sicher Synergieeffekte.“

Es tut sich was am ehemaligen Leininiger-Haus: Während der Laden leer geräumt wird, steigt die Vorfreude bei den Neuwiedern. Foto: Christina Nover
Es tut sich was am ehemaligen Leininiger-Haus: Während der Laden leer geräumt wird, steigt die Vorfreude bei den Neuwiedern.
Foto: Christina Nover

In Gesprächen der RZ mit Geschäftsleuten zeigt sich vor allem eines: Erleichterung darüber, dass der wichtigste Leerstand in der Neuwieder Innenstadt bald wieder mit Leben gefüllt wird. „Die Mittelstraße runter zu laufen, ist momentan Horror – all die leeren Geschäfte, das tut mir echt weh, das zu sehen“, sagt Elke Meißner, die in der Engerser Straße einen Obst- und Gemüseladen betreibt. Sie hofft darauf, dass einige der künftigen Kunden von Sinn auch ein paar Einkäufe bei ihr erledigen.

Lockt Sinn mehr Kunden in die City?

Damit ist sie nicht allein. Wohl jeder Geschäftsbetreiber spekuliert darauf, dass ab kommenden Frühjahr mehr Menschen als zuvor der Innenstadt einen Besuch abstatten und der Kuchen für alle wieder etwas größer wird. Alexandra Lemling von der Parfümerie Rüdell, die sich noch gut an ihre Ausbildungszeit in der „Einkaufsstadt Neuwied“ vor 30 Jahren erinnern kann, hofft im Zusammenhang mit Sinn nicht nur auf mehr Kunden, sondern insbesondere auch auf eine andere Klientel: „Wenn Sinn hier ein ähnliches Konzept fährt wie in anderen Städten, dann sollte das auch wieder eine etwas andere Käuferschaft nach Neuwied locken.“

Wer sich in den sozialen Medien umschaut, stößt bei Diskussionen rund um die Innenstadt regelmäßig auf die gleichen Kritikpunkte: zu viele „Billig-Läden“, zu wenig Auswahl. Manchmal indirekt, mal ganz direkt wird dabei auch eine Abneigung gegen den multikulturellen Stadtkern deutlich gemacht. Viele ältere Mitbürger wünschen sich ihr „altes Neuwied“ zurück und lassen durchblicken, dass sie die Innenstadt aus verschiedenen Gründen meiden.

Hoffnung auf qualitätsbewusste Kunden

Anne Koch aus dem Schuhhaus Jochem glaubt hingegen an das Potenzial der Stadt Neuwied und meint zum Zuzug von Sinn: „Damit kommt vieles, was Kunden in letzter Zeit vermisst haben, wieder zurück nach Neuwied.“ Dabei verweist sie unter anderem auf die Markenware, die Sinn im Sortiment hat. Wer Geld dafür hat, der geht auch eher mal zum eingesessenen Optiker – denkt sich zumindest Sebastian Strobl von Optik Fuhr. Er spricht von qualitätsbewussten Kunden, dem „gesunden Mittelstand“, und freut sich auf die geplante Eröffnung des Modehauses im kommenden Frühjahr. Für ihn ist die Entscheidung des Unternehmens, Neuwied als neuen Standort zu besetzen, ein deutliches Signal für die positive Entwicklung der Stadt.

Ihn ärgern all jene, die selbst in dieser Nachricht das Negative suchen: „Wenn ich so etwas höre wie ,Die machen es eh nicht lange‘, könnte ich direkt platzen. Bei einem Unternehmen dieser Größe ist schließlich davon auszugehen, dass sie sich ihre Gedanken gemacht und entsprechende Marktanalysen durchgeführt haben.“ Er ist sich sicher: Sinn wird Neuwied und die Mittelstraße nach vorne bringen – allen Unkenrufen zum Trotz.

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