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    Großmaischeider verwundert: Verwirrung um das schnelle Internet

    Entsteht beim schnellen Internet in Großmaischeid demnächst eine Zweiklassengesellschaft? Dieser Eindruck hat sich Bürgern aufgedrängt, die jüngst eine Informationsveranstaltung des Versorgers Deutsche Telekom im Ort besucht hatten.

    Die Telekom kündigte laut Bernhard Sänger, der wie andere Bürger auch „die Hände über dem Kopf“ zusammengeschlagen habe, an, aus wirtschaftlichen Gründen nur im Kerngebiet schnelles Internet mit 100 Mbit pro Sekunde im Eigenausbau zu bewerkstelligen. „Das betrifft aber nur einige Straßenzüge, das Neubaugebiet etwa werde nicht mit erschlossen, hieß es“, so Sänger. Weil sich Teile der Bevölkerung außen vor gelassen fühlten, spricht Bernhard Sänger von einer „aufgeladenen Stimmung“ an diesem Abend. Zudem wunderte er sich, warum der ebenfalls anwesende Ortsbürgermeister Uwe Engel nicht intervenierte. Auf Frage der Bürger habe er keine Antwort gewusst.

    Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigte sich Uwe Engel ebenso verwundert wie viele alle andere Großmaischeider auch. „Meine Verwunderung darüber, das nur in Teilen von Großmaischeid ausgebaut werden soll, habe ich an dem Abend auch zum Ausdruck gebracht. Und dass das dann nur Stückwerk wäre, da liege ich mit den Bürgern auf einer Wellenlänge“, sagt er und ergänzt: „Aber da ist noch nicht aller Tage Abend.“

    Dass das in der Tat so ist, bestätigt Manfred Rasbach, der bei der Kreisverwaltung für den kreisweiten Netzausbau für die Breitbandversorgung verantwortlich zeichnet. Rasbach erklärt: „Aus der Sicht des Kreises ist Großmaischeid komplett Kevag-Telekom-Gebiet. Da der Versorger erklärt hat, den Ausbau auf eigene Kosten zu machen, kann der Kreis nicht mit Fördermitteln in das Gebiet gehen.“ Heißt: Großmaischeid ist in Sachen geförderter Breitbandausbau kein Bestandteil des Kreisclusters, weil der Markt dort nicht versagt.

    Parallel dazu habe die Deutsche Telekom als weiterer Versorger erklärt, Teile von Großmaischeid auf eigene Kosten auszubauen. Nun könnten sich die Bürger, die innerhalb dieses Ausbaugebietes in Großmaischeid aussuchen, ob sie über das Kabelnetz der Kevag-Telekom oder über die Kupferleitung der Deutschen Telekom schnelles Internet ins Haus gelegt bekommen. Bedeutet: Alle anderen erhalten ihr schnelles Internet von der Kevag-Telekom. Von einer Zweiklassengesellschaft könne also nicht gesprochen werden, ein Teil der Großmaischeider hat schlicht eine Wahl bei den Anbietern, ein anderer Teil nicht. Schnelles Internet erhalten demnach alle Großmaischeider – allerdings mit Ausnahme von Einzelgehöften, wo sich die Anbindung ans schnelle Netz nicht wirtschaftlich darstellen lässt, so Rasbach.

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

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