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Unkel

Gefahr für Passanten: Alte Linden fehlen im Unkeler Stadtbild

Michael Fenstermacher

Die Stadt Unkel erfasst derzeit in einem Baumkataster den Zustand ihrer Straßenbäume und beseitigt dabei in Absprache mit dem beauftragten Sachverständigen unverzüglich solche Bäume, von denen eine Gefahr für Passanten ausgehen könnte. Letzteres geschah am Wochenende laut Stadtbürgermeister Gerhard Hausen an der Einmündung der Simon-Levy-Straße in die Linzer Straße – und die Entfernung der zwei alten Linden löste gleich Protest aus. Der Unkeler Georg Mollberg hat sich sich bei der RZ gemeldet und spricht von der Fällung eines kerngesunden Baumes. Hausen widerspricht vehement.

Kahl wirkt ohne die beiden Linden die Straßenecke mit dem Catharina-Stihls-Kreuz in Unkel. Laut Stadt führte an der Fällung der beiden Linden aber kein Weg vorbei.  Foto: Heinz Werner Lamberz
Kahl wirkt ohne die beiden Linden die Straßenecke mit dem Catharina-Stihls-Kreuz in Unkel. Laut Stadt führte an der Fällung der beiden Linden aber kein Weg vorbei.
Foto: Heinz Werner Lamberz

Sichtbar ist jedenfalls: Die beiden Linden, die zu beiden Seiten des Catharina-Stihls-Kreuzes, eines Wegekreuzes aus dem Jahr 1643 standen, sind weg. Der linke Baum, so Hausen, war innen komplett ausgehöhlt und wurde nur noch durch die relativ dicke Rinde aufrecht gehalten. In diesem Punkt widerspricht auch Mollberg nicht. Ihm geht es um die rechte Linde, deren Schnittbild „nicht die Spur eines Schadens oder einer Krankheit“ gezeigt habe. „Sie war kerngesund“, behauptet er. Das kann Hausen nicht nachvollziehen: Die Linde habe so sehr in einer Schieflage gestanden, dass sie gefällt werden musste.

Eine der beiden Linden war komplett ausgehöhlt.  Foto: Stadt Unkel
Eine der beiden Linden war komplett ausgehöhlt.
Foto: Stadt Unkel

„Jeder Baum ist uns wichtig, und es tut uns weh, wenn wir einen fällen müssen“, sagt Hausen. Aber Sicherheit gehe nun einmal vor, und der Sachverständige habe die sofortige Fällung empfohlen. „Die Bäume standen nicht weit vom Busparkplatz der Realschule plus entfernt“, fügt der Stadtchef hinzu. Auch für die Schüler habe eine potenzielle Gefahr bestanden. Zudem koste eine solche Fällaktion die Stadt auch Geld und werde schon deshalb nicht leichtfertig veranlasst. Und dazu kommen noch Kosten für eine Ersatzbepflanzung, die bereits im Herbst erfolgen soll. „Wir pflanzen sogar drei statt der bislang zwei Bäume neu an“, kündigt Hausen an.

Nicht verstehen kann der Stadtchef daher, wie Mollberg zu einer Aussage kommt, die – falls sie zutreffen solle – Zündstoff beinhaltet. Demnach soll beim Fällen der Bäume der Satz „Das gibt kein Bild“ gefallen sein – bezogen auf den rechten Baum, der das Kreuz nicht allein flankieren solle. Auf Nachfrage erklärt Mollberg, ein Nachbar habe ihm von dem Ausspruch berichtet. Hausen kann sich dagegen nicht vorstellen, dass der Satz gefallen ist. „Auf keinen Fall“, kommentiert er die Nachfrage der RZ. „Wir machen das wirklich nicht gern.“

Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher
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