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Neustadt

Fit für die Zukunft: Raiffeisenbank Neustadt investiert statt zu jammern

Michael Fenstermacher

Keine Filialschließungen, kein Stellenabbau, keine Negativzinsen – stattdessen Investitionen und Zuwächse bei Mitgliederzahl und Bilanzsumme. Statt in den in ihrer Branche verbreiteten Katzenjammer einzustimmen, bescheinigen Konrad Breul und Martin Leis, Vorstände der Raiffeisenbank Neustadt, ihrem Institut im Gespräch mit unserer Zeitung „ein sehr zufriedenstellendes“ Jahr 2017 und können dies mit Zahlen und Vorhaben untermauern – einem Wermutstropfen zum Trotz.

Die Hauptstelle der Raiffeisenbank ist in Neustadt.
Die Hauptstelle der Raiffeisenbank ist in Neustadt.

Denn das Kreditgeschäft ist schwierig in der derzeitigen Niedrigzinsphase. Zwar könnten Privat- und Firmenkunden sich bei der Raiba selten günstig mit Darlehen versorgen, doch von dieser Möglichkeit machten 2017 weniger Gebrauch als im Vorjahr. Das Volumen des bilanziellen Kreditgeschäfts, also der direkt von der Genossenschaftsbank vergebenen Kredite, ist um 1,6 Prozent von 227 auf 222 Millionen Euro gesunken. „Das liegt an der sehr ausgeprägten Liquidität“, erklärt Konrad Breul. Statt neue Kredite anzufordern, würden daher derzeit viele Kunden eher Möglichkeiten zur Sondertilgung nutzen. Und auch die heimische Wirtschaft sei aufgrund der guten Konjunktur kaum auf Kredite angewiesen.

Geschäftsvolumen und Zahl der Mitglieder wachsen erneut

Dies bringt es allerdings erfreulicherweise mit sich, dass reichlich Anlagekapital auf dem Markt ist, was der Raiba insgesamt erneut ein kräftiges Wachstum beschert. Die Bilanzsumme steigt um 4,7 Prozent auf 368 Millionen Euro, das Gesamtgeschäftsvolumen – einschließlich vermittelter Fonds, Bausparverträge und Kredite – um 3,9 Prozent auf 845 Millionen Euro. Das sind zwar nicht ganz so hohe Wachstumsquoten wie im Rekordjahr 2016 mit 7,9 beziehungsweise 6,1 Prozent, sie stimmen die beiden Vorstände aber dennoch zufrieden.

Besonders erfreut sind die Bankenchefs über eine weitere Kennzahl: Die Zahl der Mitglieder steigt um 1,2 Prozent auf 10.951 und damit noch stärker als 2016 (0,9 Prozent). „Jeder zweite Kunde der Bank ist auch Mitglied“, sagt Breul, und bei den Girokunden liege der Schnitt noch deutlich höher. „Damit sind wir in unserer Kernregion die mit Abstand größte Personenvereinigung“, fügt er hinzu.

An die Mitglieder wird der Erfolg der Bank durch eine Dividende auf die Genossenschaftsanteile weitergegeben, die in den vergangenen Jahren durchschnittlich bei 6 Prozent lag. Da dürfte manch einer die Deckelung der Anteilsanzahl bedauern, denn solche Renditen sind bei allen festverzinslichen Anlageformen derzeit utopisch. So konnten auf ein Einlagekapital von 300 Millionen Euro gerade einmal 500.000 Euro Zinsen erwirtschaftet werden. Eklatant ist der Unterschied zur Renditeentwicklung bei Fonds, denn hier wurde aus 125 Millionen Euro angelegtem Kapital ein Zuwachs von 5 Millionen Euro erwirtschaftet. Eine schlechte Strategie für Anleger, so die Vorstände, sei es vor diesem Hintergrund, auf den richtigen Einstiegszeitpunkt zu warten. „Dann erleben sie eine lange Episode der Zinslosigkeit, die sie nicht mehr aufholen können“, warnt Breul. Auf dieses Dilemma aufmerksam zu machen, sei eine wichtige Aufgabe, der sich die Bank verpflichtet sieht.

Investitionen in St. Katharinen, Asbach und Anhausen

Risikolose Zinserträge kann die Raiba ihren Kunden nicht garantieren, dafür aber eine kompetente Beratung in allen sieben Filialen, wie Martin Leis betont. Diese stehen nicht zur Disposition, und auch der Personalbestand mit derzeit 55 Vollzeit- und 27 Teilzeitangestellten sowie 8 Azubis wird nicht reduziert und ist zuletzt sogar leicht gewachsen. Zudem investiert die Bank in eine Modernisierung der Filialen in Asbach, St. Katharinen und Anhausen und setzt in allen Geschäftsstellen eine stärkere Trennung von Service- und Beratungszeiten um – als Reaktion auf die Digitalisierung, so Leis. Weil klassische Leistungen am Schalter selbst von älteren Kunden weniger beansprucht würden, geht dies auch mit einer Reduzierung der Öffnungszeiten einher – bei gleichzeitiger Ausweitung der Beratungszeiten, in denen Mitarbeiter für ein Kundengespräch zur Verfügung stehen.

Dies werde von den Kunden akzeptiert, so die Vorstände, ebenso wie die Einführung eines neuen Kontenmodells, das sich bei den Gebühren stärker als bislang an der Häufigkeit der Nutzung und am Kundenverhalten – Online- oder Filialkunde – orientiert. Zusagen können Breul und Leis zudem: Minuszinsen sind auch für 2018 nicht geplant.

Von unserem Redakteur
Michael Fenstermacher

Bank feiert im Raiffeisenjahr kräftig mit

Das Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen feiert die Raiba Neustadt kräftig mit – beginnend mit einem Festakt in Anhausen am Mittwoch, 18. April.

„Anhausen ist die Keimzelle unserer Bank“, erklärt Raiba-Vorstand Martin Leis, denn hier gründete Raiffeisen 1862 den ersten Darlehenskassenverein, aus dem die älteste Raiffeisenbank hervorging. Außerdem kündigt Leis ein Raiffeisen-Musical an. Details dazu könne er aber noch nicht verraten. Schließlich will die Raiba im Jubiläumsjahr eine Zukunftswerkstatt veranstalten, in die sich Kunden und Mitglieder einbringen können. Aus einem solchen Veranstaltungskonzept seien 2005 Innovationen wie die Kundenbeiräte hervorgegangen, berichtet Martin Leis. mif

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