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    AsbachEnergiewende im Kino: Lösungen statt Dramen

    In größtenteils leere Reihen hat der preisgekrönte Regisseur Carl Fechner am Dienstagabend im Cine-5-Kino in Asbach geblickt. Die Vorführung des Films "Power to change - die Energierebellion" fand nur wenig Anklang.

    Und das, obwohl im Anschluss noch eine Diskussionsrunde mit Fechner stattfand, bei der auch der Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent der Kreisverwaltung Neuwied, Achim Hallerbach, und Dr. Jürgen Mertens vom Vorteil-Center mit von der Partie waren.

    Diejenigen, die den Weg in den Kinosaal fanden, erwartete zunächst ein spannender Dokumentarfilm der etwas anderen Art. Fechner nahm die Zuschauer mit auf eine Reise quer durch Europa und stellte ihnen markante Persönlichkeiten vor, die auf unterschiedliche Weise für die Energiewende kämpfen. Dabei ging es nicht nur um Möglichkeiten, wie die Welt auch ohne fossile und atomare Energieträger auskommen könnte. Sondern es ging unter anderem auch darum, wie Energiekonzerne ticken, mit welchen Methoden sie gegen den Wandel kämpfen und was jeder Einzelne tun kann, um die Wende voranzutreiben. In der Diskussion, die RZ-Redakteur Marcelo Peerenboom leitete, erklärte Fechner, was ihn bewegt hat, sich mit dem komplexen Themenbereich zu beschäftigen: "Die Leute wissen viel mehr über die Dramen der Welt, als über Lösungen."

    Wende muss von Unten kommen

    Nach zahlreichen Gesprächen, die er mit Wissenschaftlern, Beratern und Unternehmern geführt hat, ist er sich in Sachen Energiewende sicher: "Sie kann gelingen, aber von unten." Jeder könne Entscheidungen treffen - als Privatmann sparen oder Ideen entwickeln, demonstrieren, als Hausbesitzer dämmen und Solaranlagen auf dem Dach montieren, als Geldgeber in grüne Projekte investieren oder selbst ins Laufen bringen, als Führungskraft entscheiden, wo es im Unternehmen hingehen soll.

    Mertens berichtete zum Beispiel anschaulich, wie beim Vorteil-Center vorgegangen wurde, um eine Unabhängigkeit von den großen Strom- und Gaskonzernen zu schaffen. "Wir können uns selbst versorgen und produzieren sogar 60 Prozent mehr, als wir verbrauchen", so Mertens. Er sprach dabei von einem recht komplizierten, aber günstigen System, das für Licht und Wärme an den beiden Standorten in Asbach und Unkel sorgt. Er sprach aus Überzeugung, als er sagte: "Die Energiewende geht weiter und sie ist durch und durch tragbar" - trotz veränderter Förderbedingungen. Nun fehle es nur noch an bezahlbaren Speichern, berichtete er.

    Restriktionen und fehlende Akzeptanz

    Achim Hallerbach erklärte den Zuhörern, was im Kreis Neuwied schon alles getan wurde und woran es an der ein oder anderen Stelle noch hakt. "Wir hängen fest im Kanal", meinte er und nahm Bezug auf naturpolitische und artenschutzrechtliche Restriktionen, die verschiedene Projekte verhindern würden. Zur Windenergie meinte er: "Die Windkraft im Kreis ist tot." Fechner machte Mut und wies auf andere Möglichkeiten hin: "Man muss das nehmen, was da ist." In seinem Film hatte er verschiedene Dinge vorgestellt, unter anderem könnte Laub oder Grünschnitt, der in Städten entsteht, zum Heizen verwendet werden.

    Dies könne sich Hallerbach auch gut im Kreis Neuwied vorstellen. Er machte aber auch darauf aufmerksam, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung für vieles noch nicht vorhanden sei. Das zeigte sich trotz viel zustimmenden Nickens während der Reden direkt bei den anschließenden Zuschauerfragen. Ein Besucher nannte Windparks "hässlich", ein weiterer kritisierte den Film als "Propaganda" und stellte das System der Energiewende infrage. Wesentlich lebendiger verliefen die Diskussionen mit den rund 200 Schülern, die am Mittwochmorgen in zwei Vorstellungen den Film sahen und danach zahlreiche Fragen an den Regisseur stellten. Erst die drängende Busabfahrt machte dem Ganzen ein Ende.

    Von unser Redakteurin Christina Nover

    Neuwied Linz
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