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    Empörung über Freispruch für Lehrer, der Sex mit Schülerin hatte

    Intime Beziehung mit Schülerin bleibt für Pädagogen aus dem Kreis Neuwied ungesühnt – Schulleiter entsetzt

    Kreis Neuwied - Intime Beziehung mit Schülerin bleibt für Pädagogen aus dem Kreis Neuwied ungesühnt – Schulleiter entsetzt

    Kreis Neuwied/Koblenz. Mit einer faustdicken Überraschung endete das Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen gegen einen heute 37 Jahre alten Lehrer aus dem Kreis Neuwied: Das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz sprach den zwischenzeitlich suspendierten Pädagogen frei und kippte damit ein Urteil des Koblenzer Landgerichtes und des Neuwieder Amtsgerichts.
    Als „eine Katastrophe“ bezeichnet der Leiter der Schule im nördlichen Kreis Neuwied, an der Dirk S. (Namen geändert) bis zum Bekanntwerden der Vorwürfe tätig war, den OLG-Beschluss. „Die Entscheidung verkennt die Realitäten an Schulen völlig“, sagte er unserer Zeitung und fügte hinzu: „So kann Schule nicht funktionieren.“ An einer vergleichsweise kleinen Schule mit rund 500 Mädchen und Jungen sei es unerlässlich, dass sich das gesamte Kollegium für die Obhut eines jeden einzelnen Kindes verantwortlich fühle – nicht nur die Klassen- und Fachlehrer.
    „Total niedergeschlagen“ nahmen die Eltern von Lena W. den Richterspruch auf. Betroffen macht sie, dass gegen die Entscheidung des OLG nun keine Rechtsmittel mehr möglich sind. „Es ist doch ein Offenbarungseid, wenn zu einem Vertretungslehrer kein Obhutsverhältnis besteht“, meinte Vater Günter W. im Gespräch mit unserer Zeitung.
    22-mal war es zu sexuellen Handlungen zwischen Lena W., der damals 14 Jahre alten Schülerin, und Dirk S., dem Klassenlehrer ihrer Parallelklasse, gekommen. Erst nach langem Leugnen hatte Dirk S., Lehrer für katholische Religion, Mathematik und Englisch, die Taten eingeräumt. Das Neuwieder Amtsgericht hatte ihn im Januar vergangenen Jahres zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Heißt: Seinen Beruf, seine Bezüge und seinen Beamtenstatus wäre der Pädagoge losgeworden, sobald das Urteil rechtskräftig geworden wäre.
    Die Verteidiger des Lehrers legten jedoch Berufung gegen das Urteil ein. Ende Juni vergangenen Jahres schmetterte das Koblenzer Landgericht allerdings die Berufung ab. Staatsanwalt Lothar Schmid gab in seinem Plädoyer Dirk S. mahnende Worte mit auf den Weg: Ein höheres Strafmaß als die Neuwieder Bewährungsstrafe nannte Schmid damals „durchaus denkbar“. Danach legte der suspendierte Pädagoge Revision ein – und bekam jetzt recht.
    Während einer von der Schule organisierten Bustour nach Hamburg waren der Angeklagte und die Schülerin erstmals ins Gespräch gekommen. „Wir haben uns belanglos unterhalten, er hat Witze gemacht“, berichtete Lena beim ersten Prozess in Neuwied mit leiser Stimme im Zeugenstand. Ein „cooler“ Lehrer sei er gewesen. Die ganz normalen Probleme des Erwachsenwerdens plagten den Teenager zu dieser Zeit – Dirk S. hörte zu, erteilte dem Mädchen Ratschläge. Lena besuchte einen von S. betreuten Tanzkurs in der Schule, in bis zu fünf Vertretungsstunden leitete er den Unterricht ihrer Klasse. Beide schrieben sich heimlich Nachrichten beim Internetdienst ICQ, der verheiratete Lehrer legte Wert darauf, dass die Konversation zwischen beiden geheim blieb.
    Irgendwann wurde der Ton intimer: Im Internetchat bat er um die Zusendung von Bildern – „anderen Bildern“, wie er es nannte. Im Klartext: Er forderte Nacktfotos von Lena. Im Putzraum der Schule kam es dann zum ersten sexuellen Kontakt. Nur durch Zufall flog die Beziehung auf.
    Bis heute ist Lena in psychologischer Behandlung – mal mehr, mal weniger. Doch sie schaffte ihren Abschluss und begann eine Ausbildung. Allerdings: Der Schaden, den der Fall im Seelenleben seiner Tochter und der Familie angerichtet hat, sei nicht zu bemessen, meint Vater Günter W.

    Von unseren Redakteuren Hartmut Wagner und Mario Quadt

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