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    Ehe für alle: Die Neuwieder Markus und Jochem machen's vor

    Jochem und Markus sind überglücklich. Die beiden 47-jährigen Männer haben sich am Freitagmorgen im Trauzimmer im historischen Rathaus in Neuwied das Jawort gegeben. Verpartnert sind sie schon seit 2009, doch die Möglichkeit zu heiraten, die für homosexuelle Paare seit dem ersten Oktober besteht, wollten sie sich nicht entgehen lassen. Sie sind die ersten im Kreis Neuwied, die sich feierlich trauen ließen. „Ich liebe ihn genauso wie vorher – nur darf ich ihn jetzt auch Ehemann nennen“, erklärt Markus Klein.

    Jochem und Markus heirateten als erstes schwules Paar im Trauzimmer des historischen Rathauses in Neuwied.
    Jochem und Markus heirateten als erstes schwules Paar im Trauzimmer des historischen Rathauses in Neuwied.
    Foto: Christina Nover

    Lange haben sie auf diesen Tag gewartet und freuen sich nun, nicht mehr als „Bürger zweiter Klasse“ zu gelten. Sie hätten ihre Ehe auch still vor dem Schreibtisch schließen können oder die Lebenspartnerschaft formal umtragen lassen können, aber sie wollten einen feierlichen Akt: Die Ehe für alle soll nicht nur ein Begriff bleiben, sondern mit Leben gefüllt werden. Dafür sorgen auch die Bündnis-Grünen, rund um den Landesvorsitzenden Josef Winkler, die dem Paar eine Hochzeitstorte überreichten.

    Historisches und persönliches Ereignis

    Nicht nur für die beiden Neuwieder ist der 13. Oktober ein ganz besonderer Tag – auch für die Standesbeamte Marion Bertram: „Das ist meine erste Eheschließung dieser Art. Ein Ereignis, an das ich mich sicher lange zurückerinnern werde.“ Während sie spricht, halten sich die Männer die Hände, mehrfach muss sich Markus Tränen aus den Augenwinkeln wischen. Beim Jawort liegen die beiden sich in den Armen, ein kurzer Kuss und schon werden die Ringe, die sie nur kurz abgegeben haben, auf die Finger gesteckt.

    Die Ringe hatten die beiden Männer schon vorher. Im Rahmen der Zeremonie wurden sie nochmal angesteckt.
    Die Ringe hatten die beiden Männer schon vorher. Im Rahmen der Zeremonie wurden sie nochmal angesteckt.
    Foto: Christina Nover

    Mit einem Ansturm auf die Standesämter im Kreis rechnen die Beamten durch die Gesetzesänderung nicht. In Neuwied, wo 60 Lebenspartnerschaften eingetragen sind, gab es „die ein oder andere Anfrage“ zur Ehe für alle, wie die Standesbeamte Michaela Mohr berichtet. Einige Termine stehen schon fest, die meisten wollen aber keine große Feier mehr und sind nur an der verwalterischen Seite interessiert. In den Verbandsgemeinden sieht es ähnlich aus.

    Kein Ansturm auf Ehe für alle

    Bislang ein Antrag auf Umschreibung der eingetragenen Lebenspartnerschaft in eine Ehe liegt in Dierdorf vor. Zwei weitere Paare haben nach Auskunft von Standesbeamtin Monika Jensen aufgrund der Gesetzesänderung angefragt, welche Unterlagen für eine Umschreibung benötigt werden und wie die Vorgehensweise sei. Insgesamt gibt es zehn Paare in der VG, die eine Lebenspartnerschaft begründet haben und diese in eine Ehe umschreiben lassen könnten.

    Ähnlich sieht es in Rengsdorf aus: Auch dort hat sich ein Paar für die Umwandlung der Lebenspartnerschaft in eine Ehe angemeldet. Zwei weitere Paare haben bislang Interesse geäußert. Keine gleichgeschlechtliche Hochzeit steht bislang in der VG Waldbreitbach an, ein Paar hat den Antrag auf Umwandlung der eingetragenen Lebenspartnerschaft gestellt, insgesamt wurden in der VG acht Lebenspartnerschaften begründet. Auch in der VG Puderbach ist das Interesse an der Umwandlung der eingetragenen Lebenspartnerschaften da. Eine Handvoll Paare haben sich bisher erkundigt, wie es von Standesamtsseite aus heißt.

    Viele Auskünfte, kaum Termine

    In der Verbandsgemeinde Unkel liegt momentan eine aktuelle Anfrage auf eine gleichgeschlechtliche Eheschließung vor. Drei verpartnerte Paare haben angekündigt, die Eheschließung nachholen zu wollen. „In den Vorjahren bis heute wurden durchschnittlich ein bis zwei Lebenspartnerschaften jährlich begründet“, erklärt Standesbeamtin Sabrina Schladt. Die Standesbeamten in der VG Bad Hönningen haben bisher nur Auskünfte zum Thema erteilt, konkrete Hochzeitstermine liegen dort noch keine vor. Momentan gibt es im zuständigen Bereich sechs eingetragene Lebenspartnerschaften.

    Das Buch der Lebenspartnerschaft wird nicht mehr ausgegeben. Seit dem 1. Oktober dürfen auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten. ​
    Das Buch der Lebenspartnerschaft wird nicht mehr ausgegeben. Seit dem 1. Oktober dürfen auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten. ​
    Foto: Christina Nover

    Einige mehr sind es in Linz – dort könnten beim Standesamt 28 Partnerschaften umgewandelt werden. Von Verwaltungsseite ist von zwei Paaren die Rede, die Interesse an einer Eheschließung bekundet haben. Auch in der VG Asbach gibt es eine ganze Reihe von homosexuellen Paaren, die nun die Möglichkeit hätten, zu heiraten. Laut Standesamt Asbach sind in der VG Asbach 47 Personen gemeldet, die in 25 Lebenspartnerschaften leben. Teilweise wohnen die Partner in einem anderen Ort.

     

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