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Rengsdorf-Waldbreitbach

Bürgermeisterkandidaten in Rengsdorf-Waldbreitbach: Nicht auf das "Sie" zurückgefallen

Am Sonntag wählen Rengsdorfer und Waldbreitbacher ihren Bürgermeister. Die Kandidaten Hans-Werner Breithausen (SPD) und Christian Robenek (CDU) geben sich selbstbewusst und betonen, was für die Bürger auf dem Spiel steht.

Hans-Werner Breithausen oder Christian Robenek? Wer wird Bürgermeister der VG Rengsdorf-Waldbreitbach? Am Sonntag entscheiden die Wähler.
Hans-Werner Breithausen oder Christian Robenek? Wer wird Bürgermeister der VG Rengsdorf-Waldbreitbach? Am Sonntag entscheiden die Wähler.
Foto: privat

Der erste Wahlgang liegt fast drei Wochen zurück. Welche Schlüsse haben Sie aus Ihrem Ergebnis gezogen?

Breithausen: Ich hatte eigentlich mit ein paar Prozentpunkten mehr gerechnet, um im ersten Wahlgang über die 50-Prozent-Marke zu kommen. Ich denke, die Wähler haben auch bei der Wahl den Bundestrend mitgewählt und damit nicht immer auf die Person als Bewerber geschaut. Das war für mich ein klares Signal, in der Zeit vor der nun anstehenden Stichwahl noch mal deutlich herauszustellen, dass Erfahrung, Kompetenz und Leistungsvermögen unabdingbare Voraussetzungen sind, um dieses verantwortungsvolle Amt zu begleiten.

Robenek: Das Ergebnis war insgesamt bis auf zwei bis drei Prozentpunkte wie erwartet. Bei der Analyse der einzelnen Wahlbezirke waren sehr große Unterschiede festzustellen. Anscheinend hat man in manchen Orten meinen doch sehr engagierten Wahlkampf nicht so empfunden. Ich konnte erkennen, dass es als voll berufstätiger Polizeibeamter und als ehrenamtlich aktiver Ortsbürgermeister unmöglich war, die etwa 13.500 Haushalte der neuen VG zu erreichen. Für mich hätte der Wahlkampf, auch wenn er sehr anstrengend war, noch drei Monate andauern dürfen. Dann hätte ich mehr Bürger erreichen können.

Der Wahlkampf war bis zum Ende relativ ruhig. Was macht Ihnen Hoffnung, dass die Wähler dennoch zahlreich zur Urne gehen?

Breithausen: Ich denke, wenn man nicht „draufhaut“ und einen sachorientierten Wahlkampf führt, dann heißt das nicht automatisch, dass der Wahlkampf ruhig war. Im Gegenteil, er war sehr lang und auch sehr intensiv. Ich denke, das habe ich mit meiner Präsenz bei Veranstaltungen in allen Ortsgemeinden bewiesen. Gerade diese Präsenz vor Ort und die vielen Gespräche haben dem Wähler gezeigt, dass es bei der Wahl am kommenden Sonntag darum geht, dass das Bürgermeisteramt in bewährten Händen bleibt. Ich bin mir daher sicher, dass die Wähler zahlreich zu den Urnen gehen werden. Auch in diesem Hinblick gibt es sehr positive Rückmeldungen.

Robenek: Ich denke, dass das Thema „Fusion“ die Menschen insgesamt interessiert. Die verhältnismäßig hohe Anzahl an Briefwählern am 24. September wird meines Erachtens auch zu einer guten Wahlbeteiligung führen. Auch glaube ich, dass die zu wählenden Personen doch sehr unterschiedlich sind und deshalb das Interesse, zur Wahl zu gehen, nochmals gesteigert sein wird. Vor allem ist nur ein Wahlzettel auszufüllen. Der Wahlgang ist nicht mit dem „Marathon“ am 24. September vergleichbar. Mit Türanhängern mache ich bis zum Schluss auf den Stichwahltermin aufmerksam. Außerdem sind für Sonntag sonnige 21 Grad gemeldet. Da kann man den Urnengang mit einem schönen Spaziergang verbinden.

Was steht für den Bürger bei der Stichwahl auf dem Spiel?

Breithausen: Für den Bürger stehen bei der Stichwahl die Erreichbarkeit der Ziele der Fusion, nämlich die Zusammenführung der Verbandsgemeinden mit ihren Ortsgemeinden, sowie die Zusammenführung der Verwaltungen und auch die Zusammenführung und Konsolidierung der Finanzhaushalte auf dem Spiel. Dies kann nur mit der richtigen Besetzung des Bürgermeisteramtes gelingen.

Robenek: Egal wer gewinnt, die neue Verbandsgemeinde wird nicht untergehen. Jeder wird den Wahlausgang anders empfinden. Es stellt sich eben die Frage, wie und in welchem Klima die Verbandsgemeinde geführt wird. Das hat etwas mit „Persönlichkeiten“ zu tun. In meinem Beruf als Polizeibeamter rotieren Führungskräfte und bleiben nicht ein Leben lang in einer Behörde. Dies stellt unter anderem sicher, dass keine Betriebsblindheit entsteht und man unterschiedlichen Herausforderungen ausgesetzt ist. Die Wähler müssen sich hier ein eigenes Bild machen. Noch im Jahr 2012 hat mein Mitbewerber die Aufnahme von Fusionsverhandlungen mit der VG Waldbreitbach strikt abgelehnt. Der Bürgerwille sollte vor Aufnahme dieser Bestrebungen entscheiden. Im Gegensatz zu diesen Aussagen ist die meines Erachtens überschnell ausgehandelte Fusion nicht zum Vorteil aller Bürger durchgeführt worden.

Ein Wort zum Konkurrenten: Wie steht es um ihr persönliches Verhältnis?

Breithausen: Wir haben bisher auf dienstlicher Ebene ein ordentliches Miteinander gepflegt.

Robenek: Natürlich sind Hans-Werner Breithausen und ich Konkurrenten, obwohl ich lieber den Terminus „Mitbewerber“ benutze. Mein Verhältnis zu ihm ist entspannt. Bei meinem Wahlsieg würde ich ihm nicht nur seine auf drei Jahre garantierte Funktion als Erster hauptamtlicher Beigeordneter anbieten, nein, dieses Amt und die Zusammenarbeit sogar über diese Zeit hinaus. Ich beschränke mich im Wahlkampf auf Sachthemen und Aussagen meines Mitbewerbers zur Fusion. Das menschliche Miteinander darf und sollte darunter nicht leiden. Unsere Verbindung würde ich als sach- und arbeitsbezogenes Verhältnis bezeichnen. Wir sind im Wahlkampf nicht wieder auf ein „Sie“ zurückgefallen.

Mit welcher Erwartung gehen Sie in die Stichwahl?

Breithausen: Mit der Erwartung, dass ich diese gewinne.

Robenek: Natürlich mit der Erwartung zu gewinnen! Ich bin der Meinung, dass die Menschen mich nicht nur wegen der Partei, sondern auch oder besonders wegen meiner Persönlichkeit wählen werden.

Wie verbringen Sie den Wahlsonntag?

Breithausen: Der Sonntag wird wie immer mit einem gemeinsamen Frühstück mit meiner Frau Petra begonnen. Danach gibt es noch terminliche Verpflichtungen. Bei einem Spaziergang werden wir dann ins Wahllokal gehen und unsere Kreuzchen machen. Gegen 18 Uhr geht’s ins Rathaus, um den Wahlausgang live mitzuverfolgen.

Robenek: Ich denke, dass ich morgens der Messe und der Einsegnung des neuen Feuerwehrgebäudes in Niederbreitbach beiwohnen werde. Zwischendurch werde ich den Wahlhelfern in verschiedenen Wahlbüros einen Besuch abstatten und mich für das ehrenamtliche Engagement bedanken. Des Weiteren werde ich versuchen, der Initiative „Pulse of Europe“ in Neuwied einen Besuch abzustatten. Das Engagement dieser Gruppe entspricht meinen Gedanken zu Europa. Nachmittags werde ich mit meiner Frau eine kleine Wanderung rund um Rengsdorf machen und mich spätestens gegen 18.30 Uhr ins Rathaus begeben. Nach Feststellung des Endergebnisses werde ich im kleinen Helferkreis „Danke“ sagen. Die Örtlichkeit werde ich kurzfristig festlegen.

Welche Konsequenzen ziehen Sie im Falle einer Niederlage?

Breithausen: Ich möchte nicht schon zum jetzigen Zeitpunkt spekulieren und auf die Frage „was wäre wenn“ eine Antwort geben. Warten wir zunächst den Sonntag ab.

Robenek: Eigentlich muss ich mir über Konsequenzen im Fall einer Niederlage keine Gedanken machen. Ich habe einen an meinen Möglichkeiten ausgerichteten sehr guten Wahlkampf geführt und möchte mich für die neue Verbandsgemeinde engagieren. Ich bin am 24. September mit den meisten Stimmen in den neuen Verbandsgemeinderat gewählt worden. Dieses Mandat, egal in welcher Stellung, würde ich auch wahrnehmen. Das hat der Wähler mit seinem Votum so zum Ausdruck gebracht.

Die Fragen stellte Robin Brand

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