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    Zu viele Lkw: Ellenberg hofft auf Bau einer Entlastungsstraße

    Nach Jahren vergeblichen Wartens deutet sich für die lärm- und leidgeprüften Bewohner von Ellenberg an, dass nun doch eine Chance für den schon lange geforderten Bau einer zum Steinbruch führenden Umgehungsstraße besteht. Diese soll etwa auf halben Weg zwischen dem 100-Einwohner-Dorf und dem nördlichen Stadtrand von Birkenfeld verlaufen, weshalb sie bei einem Gesprächstermin in Ellenberg auch als „Mitteltangente“ bezeichnet wurde.

    Bei dem Treffen am Montag waren neben Ortsbürgermeister Detlef Kamzela und VG-Chef Bernhard Alscher unter anderem der SPD-Bundestagskandidat Joe Weingarten in seiner Funktion als Vertreter des Mainzer Wirtschaftsministeriums sowie Landrat Matthias Schneider und Jürgen Riebenich, Niederlassungsleiter der Basalt AG, mit von der Partie. Letztere betreibt den knapp ein Kilometer hinter Ellenberg gelegenen Steinbruch. In direkter Nachbarschaft befinden sich mit dem Betonmischwerk der Firma Heidelberg Zement und dem im Großhandel von Steinen tätigen Werk der Ehl AG weitere Unternehmen aus dieser Branche.

    Bürger machen Druck

    Die Gemeinde Ellenberg befindet sich in einer Zwickmühle: Zwar arbeitet man mit den genannten Firmen seit Jahrzehnten gut zusammen und möchte sie auch im Hinblick auf Gewerbesteuern und Arbeitsplätze am Ort halten, aber es gibt andererseits auch klare Rückmeldungen von den Bürgern, „dass sie nicht bereit sind, noch mehr Verkehr zu ertragen“, wie Kamzela betonte. Täglich rollen schon heute pro Tag weit mehr als 100 schwere Lkw über die Kreisstraße 5, die, von der B 269 abzweigend, direkt am 2015 neu gestalteten Ortsmittelpunkt mit Spielplatz vorbei in Richtung Steinbruch führt.

    Die Basalt AG plant dessen Erweiterung, das Genehmigungsverfahren dafür läuft. Doch diese Absichten wären dann Makulatur, wenn die Gemeinde den Ende 2021 auslaufenden Pachtvertrag zur Nutzung des Steinbruchgeländes nicht verlängern würde, weil sie das gegenüber ihren Bürgern, die über eine zu hohe Verkehrs- und Lärmbelastung klagen, nicht verantworten könnte.

    „Deshalb haben natürlich auch wir ein großes Interesse an einer gemeinsamen Lösung, die das Problem behebt“, sagte Riebenich, der hinzufügte, dass er Verständnis für die schwierige Situation der Gemeinde habe.

    Dass bisher keine Umgehungsstraße gebaut werden konnte, lag an mannigfaltigen Hürden. Eine der drei Varianten, die um das Jahr 2000 ursprünglich als Vorschlag im Raum standen, war eine Trasse, die näher an Birkenfeld vorbeigeführt hätte. Dieser Vorschlag führte aber zu heftigen Protesten von Anliegern im Stadtteil Feckweiler. Eine zweite Option schied aus, weil die Straße dann zu eng an die Häuser am Ellenberger Ortsrand herangerückt wäre und man die Belastung nur von einer Stelle im Dorf zur anderen verlagert hätte. Die angedachte Mitteltangente wiederum musste damals wegen naturschutzfachlicher Bedenken verworfen werden. Im Laufe der Zeit ist durch die landwirtschaftliche Nutzung des Wiesenbiotops in diesem Bereich jedoch eine geänderte Situation eingetreten. Das könnte der Türöffner sein, um doch noch die Variante der Mitteltangente verwirklichen zu können.

    „Wir werden auf die Bürger im Ort zugehen und sie bitten, Land an uns zu verkaufen, damit wir im Sinne des Naturschutzes Ausgleichsflächen anbieten können, falls es mit dem Bau der Umgehungsstraße klappen sollte“, kündigte Kamzela ein. Von entscheidender Bedeutung wird dabei sein, wie sich die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord verhält, die die Obere Naturschutzbehörde des Landes ist. Weingarten sicherte zu, dass man sich seitens des Wirtschaftsministeriums gegenüber der SGD im Sinne der Beteiligten in Ellenberg für eine Entlastungsstraße verwenden werde. „Denn auf Dauer ist die derzeitige Situation nicht hinnehmbar. Sowohl die Interessen der Gemeinde als auch der Betriebe sind berechtigt“, stellte Weingarten klar. Auch Landrat Schneider sieht die maßgebliche Landesbehörde nun am Zug, „um eine Güterabwägung vorzunehmen“. Sprich: Die SGD müsse entscheiden, ob sie die Belange des Naturschutzes über den Erhalt der Wohnqualität in Ellenberg stelle, präzisierte der Landrat. Am Kreis jedenfalls solle der Bau der Mitteltangente nicht scheitern.

    Landrat unterstützt Anliegen

    „Ich habe auch aus Birkenfeld noch keine gegenteiligen Signale gehört, dass wir das Projekt nicht vorantreiben sollen“, sagte Schneider. Der Kreis habe den Landesbetrieb Mobilität (LBM) bereits aufgefordert, ein neues Planfeststellungsverfahren einzuleiten. Der Landrat setzt zudem darauf, dass der Bau der Umgehungsstraße nicht allein vom Kreis bezahlt wird, sondern sich auch die anderen betroffenen Akteure an der Finanzierung beteiligen. Die Gemeinde Ellenberg hat diesbezüglich schon entsprechende Beschlüsse gefasst. Laut Kamzela wurde ihm vor einigen Jahren als grobe Kostenschätzung für den Bau einer Umgehungsstraße ein Betrag zwischen 800.000 und 900.000 Euro genannt. Die Kommune selbst würde dafür zwischen 120.000 und 150.000 Euro beisteuern, hatte der Ortschef bereits im Mai im NZ-Gespräch gesagt. Beim jüngsten Gesprächstermin wurde seitens der Vertreter der Basalt AG auch eine Beteiligung der in Ellenberg ansässigen Industriebetriebe an diesem Straßenbauvorhaben in Aussicht gestellt, wenngleich dies nicht näher konkretisiert wurde.

    Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

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