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Kreis Birkenfeld

Verkehr: B 50 soll wie eine Autobahn ausgebaut werden

Entlang der Verkehrsachse B 50 ist viel in Bewegung. Abseits täglich Tausender Fahrzeuge, die zwischen den Autobahnen A 1 und A 61 über diese Trasse durch den Hunsrück rollen, arbeitet der Landesbetrieb Mobilität (LBM) an der weiteren Stärkung der Verkehrsinfrastruktur. Zurzeit laufen parallel drei Großprojekte. In einigen Jahren soll der aus Richtung Eifel und Belgien über den Hochmoselübergang kommende Verkehr dann an Longkamp und Büchenbeuren vorbei bis zur A 61 über die vierspurige B 50 fließen.

Die B 50 soll in den kommenden Jahren als Verkehrsachse weiter gestärkt werden. Dafür sind mehrere Einzelprojekte vorgesehen, die sich zwischen Hochmoselübergang und Hahn zu einem großen Ganzen verbinden sollen.
Die B 50 soll in den kommenden Jahren als Verkehrsachse weiter gestärkt werden. Dafür sind mehrere Einzelprojekte vorgesehen, die sich zwischen Hochmoselübergang und Hahn zu einem großen Ganzen verbinden sollen.
Foto: RZ-Grafik

Seit vielen Monaten arbeiten die regionalen LBM Bad Kreuznach und Trier an der Fortentwicklung der Planungen rund um die B 50. Am Montag hat der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing bekannt gegeben, 17 Ortsumgehungen im Land konkret angehen zu wollen. Damit wird die Verkehrsplanung rund um die B 50 um zwei weitere Bestandteile ergänzt. Die Alternativplanungen für eine Umgehung bei Bärenbach (Rhein-Hunsrück-Kreis) zielen darauf ab, den Verkehrsfluss im Bereich des Flughafens Hahn zu verbessern und gleichzeitig für eine Entlastung von Bärenbach zu sorgen. Der Neubau einer Trasse der L 190 soll die Region um Rhaunen als nördlicher Teil der sogenannten Hunsrückspange künftig direkt mit der B 50 verbinden. Thomas Wagner, stellvertretender Leiter des LBM Bad Kreuznach hat unserer Redaktion tieferen Einblick in die aktuellen Planungen der Verkehrsbehörde gegeben.

1. In der Liste der 17 neuen Ortsumgehungen ist die L 182 mit einer Alternativplanung für die bisherige Ortsumgehung Bärenbach im Zuge der L 194 aufgeführt. Hier soll es, wie Wagner erläutert, ab dem früheren Koblenzer Tor des Flughafens Hahn eine neue Konzeption geben. „In der Vergangenheit gab es die Planung für eine Ortsumfahrung von Bärenbach im Zuge der L 194“, erklärt Wagner. „Diese Planung wird derzeit nicht weiter betrieben. Stattdessen ist der Ausbau der L 182 über den Flughafen als ,Alternativplanung' vorgesehen.“ Der LBM-Planungsleiter weist darauf hin, dass bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen damit gemacht wurden, dass die Vorfahrtsregelung beim Koblenzer Tor geändert wurde. Diese lenkte den Verkehr stärker über den Flughafen als nach Bärenbach. Diese Tendenz soll nun verkehrsplanerisch mit dem Ausbau der L 182 verstärkt werden. „Dieser muss jedoch eng mit der weiteren Entwicklung der landseitigen Flughafenflächen abgestimmt werden“, sagt Wagner. „Ziel der Planung muss es also sein, sowohl eine leistungsfähige Verkehrsachse für Durchgangs-, Ziel- und Quellverkehre zu realisieren als auch eine optimale gewerbliche Entwicklung des Flughafens zu ermöglichen.“

2. Auf Hochtouren läuft die Planung für den weiteren vierspurigen Ausbau der B 50 ab dem Hochmoselübergang. Der LBM Trier schafft derzeit die baulichen Vorbereitungen in dem unmittelbar an die Großbrücke anschließenden Bereich um Longkamp. Hier kommt der Fernverkehr nach der Brückenpassage auf vier Fahrspuren an, trifft dann bei Hinzerath aber auf ein Nadelöhr von zwei Spuren.

Der Planungsabschnitt des LBM Bad Kreuznach beginnt ab dem Bereich des ehemaligen Verladebahnhofs „Zolleiche“ bei Hinzerath und endet an der Anschlussstelle Lautzenhausen am Flughafen Hahn. Dieser Abschnitt ist insgesamt 10,7 Kilometer lang und in zwei Planungsbereiche unterteilt.

Der räumlich und insbesondere zeitlich betrachtet „nächste“ Planungsabschnitt betrifft den Verlauf der B 50 vom Bahnhof „Zolleiche“ bis zur Kreisgrenze zwischen dem Kreis Bernkastel-Wittlich und dem Rhein-Hunsrück-Kreis beim Bahnhof Hirschfeld. Hier soll im kommenden Jahr das Planfeststellungsverfahren starten, das bei optimalem Verlauf mindestens ein Jahr dauern dürfte. Parallel dazu wird beim LBM Bad Kreuznach an den Planunterlagen für den zweiten Abschnitt gearbeitet, der zwischen der Kreisgrenze und der Anschlussstelle Lautzenhausen liegt.

Wann hier die Planfeststellung beginnen kann, ist offen. Denn laut Wagner ist dieser Bereich unter anderem mit Blick auf naturschutzfachliche Gegebenheiten wie die Existenz eines schutzwürdigen FFH-Gebiets überaus anspruchsvoll. Abgesehen von solchen Herausforderungen muss der LBM Sorge dafür tragen, dass die verkehrstechnischen Belange ausreichend gewürdigt werden. Ziel ist es, einen „autobahnähnlichen Ausbauzustand“ ohne höhengleiche Kreuzungen herzustellen, wie Wagner erläutert. Dies verlangt unter anderem ausreichend große Sichtweiten und eine großzügigere Kurvengestaltung, da eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h vorgesehen ist. Die B 50 wird dort folglich von ihrer heutigen Trasse abweichen müssen, was gerade im Bereich zwischen der Kreisgrenze und der Anschlussstelle Lautzenhausen naturschutzfachlich herausfordernd ist. Denn hier zeigt sich die B 50 in ihrem heutigen Erscheinungsbild als schmale Achse, die im Zuge des vierspurigen Ausbaus zu einer rund 27 Meter breiten Trasse wird. Die Kosten für die Realisierung beider Teilplanungen werden derzeit auf etwa 70 Millionen Euro geschätzt.

3. Bedingt durch den autobahnähnlichen Ausbau der B 50 müssen auch die Anschlussstellen bei Hochscheid und Hirschfeld umgebaut werden. Die heutige Kreuzung bei Wahlenau soll zudem ganz entfallen. Der Verkehr aus Lötzbeuren soll zukünftig zur Anschlussstelle Büchenbeuren geführt werden. Die Anbindung aus Richtung Wahlenau kann dann zum Beispiel über die ganz neue Verbindung aus dem Bereich Rhaunen im Zuge der sogenannten Hunsrückspange erfolgen. „Für die Hunsrückspange war nach Durchführung eines Raumordnungsverfahrens ursprünglich eine Trassenführung festgelegt worden, die von Krummenau mittig zwischen den beiden Ortslagen von Hirschfeld und Wahlenau verlaufend an gleicher Stelle wie die heutige K 77 zur B 50 führen sollte“, erklärt Wagner. Durch den Ausbau der B 50 sei dies verkehrstechnisch nicht mehr zulässig, da die Abfolge der Anschlussstellen entlang der neuen B 50 zu „eng“ wäre. „Hierdurch muss die Trasse der Hunsrückspange entsprechend geändert und ein neues Raumordnungsverfahren durchgeführt werden“, sagt Wagner. Die neue Trasse wird somit weiter östlich liegen. „Die Anbindung ist zukünftig am Knotenpunkt Büchenbeuren-West an die B 50 in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Hahn vorgesehen.“

Von unserem Chefreporter Volker Boch

Idar-Oberstein Birkenfeld
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