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    Idar-Oberstein

    Parkinson: Wenn das Zittern zum täglichen Leben gehört

    Praktisch jeder an Parkinson Erkrankte hat die Erfahrung schon mal gemacht: Man steht an der Kasse eines Supermarkts, hinter sich eine Schlange von Menschen, man soll bezahlen, aber die zitternde Hand kann die Münzen nicht fassen. Man wird nervös und nervöser, es wird peinlich. Glaubt man jedenfalls.

    Im Hörsaal des Klinikums wurde über die Krankheit Parkinson gefachsimpelt, am Eingang lag Fachliteratur zum Thema aus.
    Im Hörsaal des Klinikums wurde über die Krankheit Parkinson gefachsimpelt, am Eingang lag Fachliteratur zum Thema aus.
    Foto: Hosser

    Von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Dahmer

    Wie soll ein Parkinson-Kranker damit umgehen? "Offensiv", sagt Ulrike Braatz, die stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Parkinson-Vereinigung. Zum ersten Parkinson-Tag im Klinikum in Göttschied kam sie gestern nach Idar-Oberstein. Offensiv, das heißt nach dem Verständnis von Ulrike Braatz: seine Krankheit annehmen, keine Angst vor einer Stigmatisierung haben. "Je selbstverständlicher wir damit umgehen, umso leichter machen wir es unseren Mitmenschen."

    Stadtbürgermeister Frank Frühauf ging in seinem Grußwort auf die Geschichte der Krankheit ein: Schüttellähmung nannte man sie früher, dann, 1817, beschrieb der britische Arzt James Parkinson als erster die Symptome. Geboren wurde er am 11. April 1755 - und deshalb wird seit 17 Jahren an seinem Geburtstag der Welt-Parkinson-Tag gefeiert, gestern zum ersten Mal auch in der Schmuckstadt.

    Organisiert hatte den Tag Karola Ruppenthal, die Leiterin der Regionalgruppe Idar-Oberstein. 35 bis 40 Erkrankte sind in der Selbsthilfegruppe organisiert, die den Kreis Birkenfeld und angrenzende Gebiete bis nach Kirn abdeckt. Bundesweit gibt es 300 000 Menschen, die an Parkinson leiden, und die demografische Entwicklung lässt die Prognosen nicht gerade günstig aussehen. Die Menschen werden älter, die Zahl der Patienten wird deutlich steigen. Deshalb machen solche Erinnerungstage Sinn, sie rücken die Kranken in den Mittelpunkt und können zum besseren Verständnis in der Öffentlichkeit beitragen.

    In der Forschung und in der wissenschaftlichen Literatur ist diese Aufmerksamkeit längst angekommen. 1989 habe es noch ein bis zwei experimentelle Publikationen gegeben, erklärt Dr. Frank Hertel vom Centre Hospitalier in Luxemburg, 2013 waren es 1000.

    Auch die Forschung hat in wenigen Jahren einen starken Sprung gemacht. Als Hertel 1993 in Toronto (Kanada) erstmals bei einer Operation im Hirn eines Parkinsonpatienten zusah, war das damals noch etwas Exotisches. Das hat sich geändert, auch durch die gewaltigen Fortschritte in den Labors, und nicht wenig wird wohl die Entwicklung in der Magnetresonanztomografie beigetragen haben. Dort werden elektrische Strömungen in den Nerven wiedergegeben und damit die genaue Position einer möglichen Störung geortet - für Operationen eine wichtige Unterstützung. Hertel sprach von etablierten Indikationen wie bei Tremor (Zittern) und noch nicht zugelassenen wie bei Alzheimer, Sucht und Depressionen: "Das Spektrum ist weit."

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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