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    Idar-Oberstein

    Musikreise durch Zeit und Raum

    "Es ist schön, dass Sie heute gekommen sind und nicht erst zu meiner Beerdigung", begrüßte Elisabeth Jost die gut 400 Gäste im Stadttheater mit ihrem bekannten Humor zu einem mehr als vierstündigen Abend an ihrem 80. Geburtstag, der ganz im Zeichen der Musik stand - in ihrer ganzen Bandbreite.

    Bei den Josts ist Hausmusik angesagt: Während die Jubilarin im Hintergrund andächtig lauscht, bringen ihr (von links) Neffe und Patensohn Andreas, Schwägerin Elfriede und Bruder Gottfried ein Ständchen. Foto: Hosser
    Bei den Josts ist Hausmusik angesagt: Während die Jubilarin im Hintergrund andächtig lauscht, bringen ihr (von links) Neffe und Patensohn Andreas, Schwägerin Elfriede und Bruder Gottfried ein Ständchen.
    Foto: Hosser

    Von Jörg Staiber und Stefan Conradt

    In der ersten Hälfte präsentierte die "Grande Dame" der lokalen Kultur und Politik ein raffiniert zusammengestelltes und hochwertiges Programm mit vorwiegend klassischer Musik. Im zweiten Abschnitt war eine bunte Mischung von Chorgesang bis Jazz zu hören, abgerundet durch etliche Grußworte, in deren Verlauf Oberbürgermeister Bruno Zimmer der Jubilarin auch ihren erneuten Einzug in den Stadtrat mitteilte.

    Eröffnet wurde der musikalische Reigen mit der gemeinsam gesungenen "Kleinen Nachtmusik", die die frühere Musiklehrerin gleich noch einmal wiederholen ließ, weil der Saal trotz kräftiger Unterstützung durch den Grubschen MGV und dem von der Jubilarin geleiteten Chor Morgenstund zunächst nicht laut genug mitsang, . Das Programm des ersten Teils wurde weitgehend von engen Verwandten und früheren Schülern der 80-Jährigen gestaltet. Anknüpfend an die Jostsche Tradition der Hausmusik spielten Bruder Gottfried auf einer keltischen Fiedel, seine Frau Elfriede (Tenorflöte) und Sohn Andreas (Geige) eine Barocksuite. Mit Bruder Reinhard und Nichte Katrin Böhm gedachte Elisabeth Jost in einer ergreifenden musikalischen Meditation verstorbener Familienmitglieder.

    Hochklassiges steuerten frühere und aktuelle Schüler bei. Das erst siebenjährige Gesangstalent Emilie Fuhr bezauberte mit Kunstliedern wie Johann Friedrich Reichardts "Das Veilchen" oder "Gruß" von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Begleitet wurde sie am Klavier von ihrer 18 Jahre alten Schwester Anna-Lena, die mit Franz Schuberts "An die Musik" oder Max Regers"Mariä Wiegenlied" Kostproben ihrer Sangeskunst gab. Für einen der zahlreichen musikalischen Höhepunkte des Abends sorgten die Geschwister Jan Felix und Kathrin Isabelle Klein, die an Violincello und Klavier auf beeindruckende Weise Max Bruchs "Kol-Nidrei-Meditation" interpretierten.

    Mit Gerrit und Johannes Schmieden, sorgte ein weiteres Geschwisterpaar mit den vierhändig gespielten Klavierstücken "Slawischer Tanz" von Antonin Dvorak und Edvard Griegs "Norwegischer Tanz" für spritzige und temperamentvolle Kontrastpunkte. Den ungewöhnlichsten und mit stürmischem Beifall bedachten Beitrag lieferte Kathrin Isabell Klein mit einem Stück des katholischen Mystikers Olivier Messiaen, mit dem sie trotz allen Hörgewohnheiten diametral entgegenstehender Harmonien und Rhythmen die Zuhörer komplett in ihren Bann zog. In diesem Rahmen durften natürlich auch die Geschwister Logiewa nicht fehlen. Der Jüngste, Tristan, steuerte, begleitet von Schwester Cosima, mit seinem wohltönenden Bariton Robert Schumanns "Die beiden Grenadiere" und Max Raabs "Küssen kann man nicht alleine" bei, während der ältere Bruder Richard, der an diesem Abend in Köln bei einer Probe des SWR-Chors sein musste, ein Ständchen aus den Lautsprechern brachte.

    Mit von der Partie waren schließlich auch Josts Mitstreiter bei "Jugend musiziert", Anneliese Hanstein an der Querflöte und Jürgen Huppert am Klavier, die zwei Piazzolla-Tangos spielten. Abgerundet wurde der erste Teil von zwei Wiener Kaffeehausstücken, die Elisabeth Jost gemeinsam mit ihren Trio-Partnern Irina und Tiberius Busneag (Violine und Violoncello) darbot.

    Nach der Pause betrat "mein Jahrgangschor" (Jost) die Bühne: Mit dem "Gruwiesche" verbindet die Musikliebhaberin eine besondere Beziehung. Chorleiter Peter Nerschbach hatte eigens ein Lied auf die Jubilarin umgetextet: "Elisabeth, du hast uns den Kopf verdreht". Der Chor überreichte dem Geburtstagskind ein gerahmtes Gruppenbild: "Da kannst du alle Sänger mit nach Hause nehmen."

    Wie schon vor zehn Jahren beim 70. Geburtstag glänzte Karikaturist Rolf Henn alias "Luff" mit zwei herrlichen Klaviernummern von Georg Kreisler. Für den Kunstverein überreichten Ilona Brombacher und Jörg Staiber eine Spendenbüchse in Form eines Klaviers, mit dem die Jubilarin für weitere Nachwuchskonzerte sammeln kann. Ihr Stellvertreter beim Stumm-Orgel-Verein, Dr. Stefan Huck, brachte eine höchst interessante Klavierversion von "Je ne regret rien" (Ich bereue nichts)- was laut Huck 1a auf die Jubilarin passt - zu Gehör.

    Den krönenden Abschluss des Abends - es ging schon stramm auf Mitternacht zu - machte die Golden Swing Big Band um Bandleader Uwe Kirsch, diesmal verstärkt durch die tolle Jazzsängerin Ully Mathias aus Bad Sobernheim.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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