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    Leerstände schreien nach einer Veränderung

    Deuselbach -  Thomas Bausch ist schon mal einige Strecken im möglichen Nationalpark Idarwald-Hochwald mit dem Rad abgefahren. Und dabei Erfahrungen gemacht, die in seinem Gutachten zum Tourismus im Nationalpark ohne Zweifel einen hervorgehobenen Platz erhalten werden: Er hatte Probleme, sich zwischendurch zu stärken, bevor er wieder aufs Rad steigt - gastronomische Betriebe sind rar am Rand des möglichen künftigen Parks.

    Foto: Fotimmz - Fotoli

    Von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Dahmer

    "Hübsch allein reicht nicht, wenn man vor Hunger vom Radl fällt", gab der Bayer den Versammelten im Hunsrückhaus zu bedenken. Und das ist eine Mammutaufgabe für Gastronomen und Hotellerie: Die wirtschaftlichen Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen, die ein Nationalpark bietet. Politiker, Fachleute aus den Verwaltungen, Gastronomen, Hoteliers und andere für den Tourismus Verantwortliche waren an den Fuß des Erbeskopfs gekommen, um sich über touristische Möglichkeiten und die verschiedenen Formen der Förderung informieren zu lassen. Dazu hatten Martin Schupp, Vorsitzender des Fördervereins Deutsche Edelsteinstraße, und Edwin Steuer, Gastronom, Hotelier und Erster Beigeordneter der VG Herrstein, Vertreter aus den Wirtschafts- und Umweltministerien in Mainz und Bausch eingeladen.

    VG-Bürgermeister Uwe Weber moderierte und ermahnte: "Wir müssen uns mit dem Nationalpark identifizieren. Viele Menschen, die dem Projekt zunächst kritisch gegenüberstanden, haben sich inzwischen belehren lassen." Steuer erinnerte daran, dass allein in Allenbach, seiner Heimatgemeinde, 20 Häuser leerstehen. "Das schreit nach einer Veränderung in unserer Region." Auch Schupp erhofft sich vom Nationalpark einen "kräftigen Schub". Dr. Harald Egidi aus dem Ministerium für Umwelt und Forsten informierte noch einmal über das Nationalpark-Konzept, das Ende September in Kirschweiler vorgelegt worden war. Zurzeit werde überlegt, eine kleinere Broschüre aufzulegen, die den Inhalt des Heftes, das in Kirschweiler verteilt worden war, zusammenfasst. "Wenn alles gut geht", kündigte Egidi an, "kann der Nationalpark 2015 an den Start gehen."

    In Mainz gehört Egidi zur interministeriellen Runde, in der ausgehandelt wurde, dass die Nationalparkregion beim Verteilen von Fördermitteln bevorzugt werden. "Das war ein zähes Ringen", erzählt er. Welche Fördermöglichkeiten es gibt, beschrieben Beate Schrader vom Wirtschaftsministerium ("Der Titel Nationalpark allein macht noch keine Destination, es ist wichtig, wie stark für eine touristische Entwicklung mitgearbeitet wird") und Sören Sturm vom Umweltministerium ("6,7 Prozent der Gebäude stehen leer; das heißt, wir müssen hier einiges tun"). Unter anderem sprach Sturm über ein neues Instrument, die "Förderung der lokalen ländlichen Entwicklung" (FLLE).

    Das Förderprogramm soll ab 2015 laufen und jährlich drei bis fünf Millionen Euro aktivieren. Allerdings muss die Vereinbarung noch ratifiziert werden. Die Informationen zu den Fördermitteln enttäuschte manchen Unternehmer in der Versammlung. Auch Landrat Dr. Matthias Schneider hatte mehr erwartet, zu vage seien die Informationen gewesen. "Ich hätte gern mehr darüber erfahren, welche Möglichkeiten die Gastronomen haben."

    Dr. Thomas Bausch ist Professor an der Hochschule in München, Fakultät Tourismus. Er ist mit einem Gutachten beauftragt, das die touristischen Möglichkeiten im Nationalpark-Projekt ausloten soll. Und damit dazu beitragen, dass die wirtschaftlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Bausch hat den Gemeinden Fragebögen zugeschickt, um über den derzeitigen Stand der touristischen Infrastruktur informiert zu sein. Er wird die derzeitigen Vermarktungsstrukturen ermitteln und bis Mitte November eine Potenzialanalyse zum Tourismus erstellen: „Deutschland ist ein gesättigter Markt; man kann nur über das gegenüber Mitbewerbern bessere Produkt Gäste in den Park holen.“ Ebenfalls im November will Bausch in einem Workshop mit regionalen Touristikern Vorschläge erarbeiten. Das fertige Gutachten soll dann Ende des Jahres vorliegen.

    Über die Fragebögen will Bausch eine umfangreiche Zustandsbeschreibung des Tourismus in der Region ermitteln, von der durchschnittlichen Zimmerauslastung bis zur Einschätzung, welche Betriebe einen Nachholbedarf bei Investitionen haben. Das Problem: Die Zeit drängt. Bis 15. Oktober sollen die Ergebnisse vorliegen, nachdem schon eine erste Frist Anfang September ohne befriedigende Rückmeldequote verstrichen ist. da

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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