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    Idar-Oberstein

    Konzert: Ein Feiertag für alle Johnny-Cash-Fans

    Der "Man in Black" hat auch 13 Jahre nach seinem Tod viele Verehrer, gut 300 Besucher waren ins Stadttheater gekommen, um die Cashbags zu erleben, eine Johnny-Cash-Tribute-Band. Sie wurden nicht enttäuscht, am Ende verabschiedeten sie die Gruppe um Frontmann Robert Tyson mit stehend dargebrachten Ovationen.

    Als "Man in Black" konnte Robert Tyson die mehr als 300 Johnny-Cash-Fans, die ins Stadttheater gekommen waren, voll und ganz überzeugen. Tyson und Band wurden mit begeisterten Ovationen verabschiedet. Foto: Hosser
    Als "Man in Black" konnte Robert Tyson die mehr als 300 Johnny-Cash-Fans, die ins Stadttheater gekommen waren, voll und ganz überzeugen. Tyson und Band wurden mit begeisterten Ovationen verabschiedet.
    Foto: Hosser

    Von unserem Reporter Jörg Staiber

    Tyson verzichtete mit seinen Musikern darauf, eine durchgehende Cash-Show nachzuspielen, sondern er hatte das Konzert entsprechend der Phasen der Karriere des Countrysängers in Blöcke aufgeteilt, die er mit zahlreichen Informationen und Anekdoten anreicherte, ohne dabei ins Belehrende abzudriften.

    Nach einem flotten Einstieg mit einigen Rockabilly-betonten Uptempo-Nummern zusammen mit der Band wie "Big River" oder "Get Rhythm", widmete sich Tyson, der zwischen der Rolle Cashs und eines Erzählers wechselte, als Solist der letzten Schaffensphase des Musikers. Das war seine Zusammenarbeit mit dem eigentlich auf Hip-Hop und Metal spezialisierten Produzenten Rick Rubin, der mit Cash vier Alben aufnahm, die unter dem Titel "American Recordings" bekannt wurden, und die sich durch einen minimalistischen Sound und oft große Düsterkeit hervorheben wie etwa bei "Delia's Gone", in dem ein gebrochener Mann davon erzählt, wie er seine Frau erschossen hat.

    Ein weiterer Block war natürlich Cashs Ehefrau und musikalischer Begleiterin June Carter vorbehalten, die eine feste Partnerschaft mit Cash wegen dessen diverser Süchte, von denen an diesem Abend allerdings nicht die Rede war, abgelehnt hatte und ihn erst nach einem auf der Bühne ausgesprochenen Heiratsantrags erhörte. Als June Carter erschien Valeska Kunath auf der Bühne, die in Duetten wie etwa dem bekannten "Jackson" Probleme hatte, gegen den kräftigen Bariton Tysons durchzukommen, aber als Solosängerin durchaus glänzen konnte, etwa bei der von June Carters Mutter Maybelle geschriebenen Nummer "Wildwood Flower", bei der sie auch die zitherähnliche Autoharp spielte.

    So wie Johnny Cash, der ja nie ein großer Sänger im herkömmlichen Sinne war, vor allem von seiner Authentizität und Glaubwürdigkeit lebt, so vermittelt auch Tyson diese Ausstrahlung, die dadurch unterstrichen wird, dass er ganz deutlich den Cash spielt und nie vorgibt, dieser zu sein. Und wie Cash mit den Tennessee Three eine hervorragende Begleitband im Rücken hatte, so verfügt auch Tyson mit dem Kontrabassisten Brenny Brenner und dem überaus präzisen Schlagzeuger Tobias Fuchs über ein zuverlässiges und eingespieltes Team.

    Mit dem ausgezeichneten Gitarristen Stephan Ckoehler hat er sogar noch eine wandlungsfähige "Allzweckwaffe". Ckoehler schlüpfte nämlich in die Rollen von zwei bekannten Weggefährten Cashs. Der Uralt-Rock'n'Roller Carl Perkins wurde mit den in unzähligen Versionen nachgespielten Hits "Blue Suede Shoes" und "Every᠆body's Trying to Be My Baby" gewürdigt. Bei Bob Dylans "Like a Rolling Stone" wirkte Ckoehler zwar gesanglich etwas überfordert, dafür konnte er aber bei der wunderschönen Dylan-Cash-Ballade "Girl from the North Country" durchaus mithalten.

    Natürlich fehlten auch nicht all die großen Hits, die Cash berühmt gemacht haben, von dem frühen "Walk the Line" über die June-Carter-Komposition "Ring of Fire" oder "Ghostriders in the Sky" bis hin zu "A Boy Named Sue" oder "Man in Black". Bei den Zugaben wurde es dann noch einmal richtig schmissig mit "Cry, Cry, Cry" und ganz zum Schluss mit dem "Bonanza" zum Mitsingen für alle.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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