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Idar-Oberstein

Idar-Obersteiner Theaternachsommer: Künstler erobern die Luft

Die städtische Kuturreferentin Annette Strohm freut sich sehr auf dieses furiose Finale. Als letzte Aufführung im Rahmen des diesjährigen Theaternachsommers präsentiert die Kompanie Mouvoir/Stephanie Thiersch am Samstag, 9. Dezember, um 19.30 Uhr im Stadttheater Idar-Oberstein die Tanzproduktion „Corps Etrangers“. Vor der Aufführung findet um 19 Uhr im Bankettsaal des Stadttheaters eine Einführung in das Stück statt. Außerdem bietet Stephanie Thiersch im Vorfeld der Veranstaltung einen Tanzworkshop an. Mit „Corps Etrangers“ (Fremdkörper) entfernt sich Mouvoir von der ach so aufgeklärten, modernen Gegenwart. Zeitgenössischer Tanz und moderner Zirkus verbünden sich zu einem Konglomerat aus Tänzern, Akrobaten und Seilen, das sich zu immer neuen Körperwesen zusammensetzt. Die NZ fragte Thiersch, was die Zuschauer am Samstag erwartet.

Halb Mensch, halb Tier

Mit „Corps Etrangers“ hat die Kölner Choreografin Stephanie Thiersch eine Inszenierung geschaffen, bei der sich aus virtuosen Körperkünstlern und Seilen hybride Körperwesen formen.  Foto: Martin Rottenkolber
Mit „Corps Etrangers“ hat die Kölner Choreografin Stephanie Thiersch eine Inszenierung geschaffen, bei der sich aus virtuosen Körperkünstlern und Seilen hybride Körperwesen formen.
Foto: Martin Rottenkolber

Die Künstlerin erläutert: „,Corps Etrangers“ ist ein Bühnenstück mit Akrobaten und Tänzern, die die Herkunft unserer Bewegung erforschen. Bewegen wir uns manchmal wie Tiere, können wir andere Lebensräume als den Boden benutzen, vielleicht die Luft? Und: Was ist noch übrig von alten Tänzen und Ritualen? Schenken wir ihnen noch Bedeutung, hätten sie heute noch Kraft? Ausgangspunkt waren diese Überlegungen. Wir haben verschiedene Traditionen und Volksglauben wie der des ‚wilden Mannes‘ betrachtet: halb Mensch, halb Tier und mit übermenschlichen Kräften ausgestattet, naturverbunden und mit Zugang zum Paradies.“ Warum arbeitet Thiersch bei dem Stück nur mit Männern? „Weil einer meiner Ausgangspunkte der Volksglaube des ‚wilden Mannes‘ mit seiner außergewöhnlichen Körperkraft und Naturverbundenheit ist und ich acht Jahre vorher schon ein Stück nur für Frauen gemacht hatte. Akrobaten erobern sich physisch andere Spielräume, sie entwickeln eine spezifische Kraft.“

Gibt es konkrete Tableaux vivants (gestellte, lebendige Bilder), die ihr als Vorlage dienen? Was passiert in einem gemeinsamen Prozess mit ihrem Künstlerkollektiv? Vorlagen seien Kupferstiche, Abbildungen des frühen Mittelalters und Überlieferungen der Tradition wie in der Baseler Fastnacht, andere Hybride zwischen Mensch und Tier wie in Mythologien und barocken Fresken. Als Choreografin entwerfe sie konkrete Szenenideen, Bewegungsmuster, die dann gemeinsam erprobt und erforscht werden. Die Künstler bringen ihr spezifisches Körperwissen ein.

„Mich interessieren die subtilen und unterschwelligen Aussagen von Körperhaltungen heute und ihre Prägung durch unsere Geschichte, historische Überlieferungen etc. Es geht um ein Sensibilisieren und Erkennen bestimmter Verhaltensmuster. Das Stück zeigt, was wir verloren haben, was wir zurückgewinnen könnten, zeigt die humorvolle Seite des Sich-verwandelns und -verzaubern-Lassens“, beschreibt Thiersch ihre Intension. „Corps Etrangers“ habe das Publikum bislang immer stark berührt und unterhalten. Wenn man sich darauf einlasse, entfalte das Ganze einen ungewöhnlichen Humor, spreche Jung und Alt an. Die Performer seien Ausnahmetalente: „Sie schlagen Salti, fliegen an Seilen und verwandeln sich zu eigentümlichen Kreaturen.“

Jenseits der Metropolen

Der Workshop am frühen Samstagnachmittag ist eine Einführung in tänzerische Körpererfahrung. Mit Musik werden leichte Übungen gemacht. Ausgehend von ihrer Arbeit mit Tableaux vivants gibt Thiersch den Workshop-Teilnehmern Einblicke in die Grundlagen der Kreation von Körperbildern. Zuvor findet ein gemeinsames Warm-up statt, das den Teilnehmern einfache Tanztechniken und Bewegungserfahrungen mit Raum und Miteinander nahebringt: „Ich freue mich, ein neues Publikum zu entdecken und unsere Arbeit endlich jenseits der großen Metropolen zu zeigen. Gute Kunst muss überall erfahrbar sein.“

Der Tanzworkshop mit Stephanie Thiersch findet am Samstag, 9. Dezember, von 11 bis 13 Uhr in der Aula der ehemaligen Flurschule statt. Die Teilnahme kostet 10 Euro. Anmeldungen an das Kulturamt unter Telefon 06781/648 85, E-Mail an kultur@idar-oberstein.de. Karten für die Tanzproduktion am Abend: Buchhandlung Carl Schmidt & Co., Telefon 06781/410 78, Buchhandlung Schulz-Ebrecht GmbH, Telefon 06781/225 74, Tourist-Information, Telefon 06781/648 71

Von unserer Redakteurin Vera Müller
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