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Schwollen

Gemeinderat Schwollen: Geplanter Tablet-Kauf sorgt für Knatsch

Silke Bauer

Hitzig diskutiert wurde in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats in Schwollen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Anschaffung von Tablet-Computern für die Ratsmitglieder zum Stückpreis von 1000 Euro. Bei neun Ratsmitgliedern kommt so eine Summe von 9000 Euro zusammen. Hintergrund: Die Verbandsgemeinde Birkenfeld verfolgt schon seit Längerem Pläne, die Verwaltung zu digitalisieren, um den Papierverbrauch zu minimieren. Beispiel: Für die Anschaffung von Tablets für Verbandsgemeinderatsmitglieder sind im VG-Haushalt 2018 25.000 Euro eingeplant.

Der Gemeinderat Schwollen will sich dem technischen Fortschritt anpassen und zukünftig papierlos arbeiten. Dazu will man Tablets im Wert von insgesamt 9000 Euro anschaffen. Das führte zu Diskussionen im Rat.  Foto: Reiner Drumm
Der Gemeinderat Schwollen will sich dem technischen Fortschritt anpassen und zukünftig papierlos arbeiten. Dazu will man Tablets im Wert von insgesamt 9000 Euro anschaffen. Das führte zu Diskussionen im Rat.
Foto: Reiner Drumm

Bereits seit 2014 benutzt man in der Verbandsgemeinde Birkenfeld für Ratssitzungen das Computersystem SessionNet, in das sich die Ratsmitglieder einloggen können, um sich beispielsweise Sitzungsunterlagen, Beschlüsse oder Protokolle anzusehen. Man wolle mit der Zeit gehen, betonte der Erste Beigeordnete der Ortsgemeinde Schwollen, Wolfgang Müller. Bisher behelfen sich die Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Birkenfeld, von denen viele verschuldet sind, allerdings – auch aus Kostengründen – mit privaten Computern oder ausgedruckten Unterlagen, sagt VG-Bürgermeister Bernhard Alscher im Gespräch mit der Nahe-Zeitung. Schwollen hingegen geht es finanziell sehr gut. Man habe rund 500.000 Euro Rücklagen und durch die Sprudelbetriebe gute Gewerbesteuereinnahmen, erzählt Ortsbürgermeister Heiko Herber auf NZ-Nachfrage.

Einige aus dem Schwollener Rat hatten sich bereits Gedanken über ein passendes Gerät gemacht und präsentierten den restlichen Ratsmitgliedern die Vorteile. Der Preis von 1000 Euro pro Tablet kam so manch einem im Rat jedoch ein wenig hoch vor. Ratsmitglied Gabriele Klatt äußerte sich kritisch zur Anschaffung und gab zu bedenken, dass sie auch ihr privates Gerät nutzen könne. Davon hielt Wolfgang Müller, der seine Nichte ob dieses Einwands zurechtwies, jedoch nichts. Müller befürwortet nicht, dass die Ratsmitglieder ihre privaten Computer für die Gremiumsarbeit nutzen. „Gibt es nichts Preisgünstigeres?“, fragte daraufhin die Zweite Beigeordnete Claudia Moser und entfachte den Unmut des Ersten Beigeordneten aufs Neue. In der unteren Preiskategorie, die sich bei 600 Euro bewege, gebe es nichts Vergleichbares, die Bildschirme seien allesamt zu klein, was eine effiziente Arbeit erschwere, betonte Wolfgang Müller und fügte hinzu: „Es ist unzumutbar, auf einem kleinen Tablet Planvorlagen anzugucken.“ Zudem sei besagtes Gerät qualitativ so hochwertig, dass es locker die nächsten vier Jahre überstehe. Wer jedoch partout kein Tablet wolle, solle darauf verzichten, gab er seinen Ratskollegen noch mit auf den Weg.

Ratsmitglied Mark Ritter äußerte angesichts der hohen Anschaffungssumme ebenfalls Bedenken: Er habe zu Hause mehrere Computer, von denen kein einziger soviel gekostet habe wie besagtes Tablet. Zudem projiziere man während der Gemeinderatssitzungen ja sowieso die Unterlagen auf die Leinwand, da sei es doch unnötig, dass zusätzlich jeder auf ein vor ihm liegendes Tablet starre. Die Leinwand sei aber für die Zuschauer gedacht, entgegnete Ortsbürgermeister Heiko Herber. Man könne die Tablets zudem nicht nur während der Sitzung, sondern auch zur Vor- und Nachbereitung der Sitzungen nutzen. Am Ende aller Diskussionen beschloss der Gemeinderat einstimmig die Anschaffung von Endgeräten zum maximalen Preis von 9000 Euro und beauftragte Ratsmitglied Manuel Müller damit, Angebote einzuholen und in Absprache mit Ortsbürgermeister Heiko Herber die entsprechenden Geräte zu beschaffen. Wenn es so weit ist, sollen Nutzungsbedingungen festgelegt werden.

Von unserer Redakteurin
Silke Bauer

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