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    Duell am 3. April: Spitze Töne vor der Bürgermeisterstichwahl in Birkenfeld

    Zwischen Amtsinhaber Bernhard Alscher (BFL) und seinem Herausforderer Immanuel Hoffmann (CDU) verschärft sich vor dem Stichwahlduell am 3. April um den Posten des Bürgermeisters in der Verbandsgemeinde Birkenfeld der Ton. Die SPD, die mit ihrer Bewerberin am 13. März schon in der ersten Runde gescheitert war, hat derweil beschlossen, dass sie für keinen der beiden verbliebenen Kandidaten eine offizielle Wahlempfehlung ausspricht.     

    Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

    Alscher geht mit einem Vorsprung ins Rennen. Der Tierarzt aus Oberhambach erreichte im ersten Wahlgang 38,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Hoffmann, der aus Buhlenberg kommt, landete bei 23,7 Prozent. Die von der SPD nominierte Antje Petri-Burger und Einzelbewerber Matthias König schieden am 13. März aus. Fest steht mittlerweile, dass weder König noch die SPD ihren Anhängern eine offizielle Empfehlung geben werden, wem sie bei der Stichwahl ihre Stimme geben sollen. „Ich will das in keiner Weise beeinflussen und bin für den Fair-Play-Gedanken“, sagt König auf NZ-Anfrage. Der 36-Jährige ist Mitarbeiter der von Alscher geführten VG-Verwaltung und fungiert dort auch als Personalratsvorsitzender.

    Andere Konstellation als 2008

    Der SPD-Gemeindeverband hat sich diese Woche in großer Runde mit Vertretern aus den Ortsvereinen und der Fraktion im VG-Rat zusammengesetzt, um über den Wahlausgang und das weitere Vorgehen zu diskutieren. „Das haben wir sehr eingehend gemacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir keine Empfehlung abgeben, sondern die Bürger lediglich dazu aufrufen, sich an der Stichwahl am 3. April zu beteiligen“, sagt der SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende Sven Becker.

    Im Vergleich zur VG-Bürgermeisterwahl 2008 gibt es damit dieses Mal eine veränderte Konstellation. Damals hatte der in der ersten Runde gescheiterte CDU-Kandidat Günter Heß vor der Stichwahl für eine Stimmabgabe zugunsten Alschers geworben. Dieser hatte sich dann auch im Duell mit dem bis dato regierenden Rathauschef Manfred Dreier von der SPD durchgesetzt. Auch wenn sich die Sozialdemokraten aktuell nicht offen auf die Seite eines Kandidaten stellten so räumt Becker doch ein, dass es in seiner Partei schon voriges Jahr Überlegungen gegeben habe, sich mit der CDU auf die Nominierung eines „neutralen Kandidaten“ zu verständigen. Denn nach Auskunft des Parteichefs sei man in den Reihen der Genossen „nicht nur wegen der Windkraft“ mit der Arbeit von Amtsinhaber Alscher unzufrieden. Die Pläne zur Nominierung eines auch von der CDU unterstützten Kandidaten hatten sich dann aber doch zerschlagen. Gleichwohl wird das aktuelle Wahlergebnis vom 13. März von der SPD so interpretiert, dass – Aussage Becker – „offenbar eine Wechselstimmung vorhanden ist“.

    Alscher: Hoffmann hat alles mitgetragen

    „Ich sehe das anders“, sagt dazu Bernhard Alscher im Gespräch mit unserer Zeitung. Obwohl er keine Partei im Rücken habe und damit schon per se auf einen Grundstock an Wählern verzichten müsse, habe er schon in der ersten Runde bei drei Mitbewerbern 38,2 Prozent der Stimmen erhalten. „Es gab Politiker, die mir im Vorfeld selbst dieses Ergebnis nicht zugetraut haben“, betont der amtierende VG-Chef. Im Übrigen verweist er darauf, dass sein Kontrahent Hoffmann bei der Wahl am 13. März „schlechter abgeschnitten hat als seine eigene Partei“.

    Mit seinem Resultat von 23,7 Prozent lag der Bürgermeisterkandidat aus Buhlenberg hinter dem Anteil von 29,3 Prozent der Zweitstimmen, die die CDU bei der Landtagswahl in der VG Birkenfeld erreicht hatte. SPD-Bewerberin Petri-Burger rangierte mit ihrem persönlichen Resultat von 21,4 Prozent sogar noch deutlicher hinter dem Zweitstimmenergebnis ihrer Partei bei der Landtagswahl (40,3 Prozent). Insofern sei es für ihn auch nicht erkennbar, warum die SPD die Ergebnisse der ersten Runde bei der Bürgermeisterwahl als Beleg für eine Wechselstimmung heranzieht, sagt Alscher.

    Mit Blick auf seinen Herausforderer Hoffmann verweist der Amtsinhaber erneut darauf, dass dieser in den zurückliegenden Jahren als Sprecher der CDU mit seiner Fraktion bei zentralen Entscheidungen wie dem Ausstieg aus der Naheland-Touristik und vor allem der Aufhebung des Planvorbehalts in Sachen Windkraft stets zugestimmt habe. „Die Wähler müssen am 3. April entscheiden, ob sie jemanden als Bürgermeister haben wollen, der viel erreicht hat, sich wehrt und für die Belange der VG Birkenfeld kämpft, oder ob sie für jemanden stimmen, der bisher die Beschlüsse im VG-Rat immer mitgetragen und keine eigenen Ideen hat“, macht Alscher Werbung in eigener Sache.

    Hoffmann: Alschers Weg führt nur ins Chaos

    Hoffmann will diese Spitze gegen sein politisches Agieren so nicht stehen lassen. Im NZ-Gespräch betont er, dass er in seinem Wahlprogramm sehr wohl eigene Vorschläge zur Weiterentwicklung des Tourismus und der Nationalparks gemacht habe. Was die Windkraft angeht, betont der 32-Jährige, dass bei ihm in diesem Punkt ein Umdenken stattgefunden habe. Um die Zahl an Rädern sinnvoll zu begrenzen, müsse es zu einem Beschluss zur Aufstellung eines rechtssicheren Flächennutzungsplans kommen, in dem die Vorranggebiete für Windkraft genau festgelegt sind. Anders als Alscher dränge er aber darauf, dass dies möglichst schnell geschieht.

    Beim Amtsinhaber sei es häufig so, „dass er in ein Thema hineinspringt und die Sache dann einfach laufen lässt“, sagt Hoffmann über seinen Konkurrenten. Auch dass Alscher häufig mit seinem unkonventionellen Handeln kokettiert, kritisiert der CDU-Mann. „Im Einzelfall kann so etwas zwar hilfreich sein. Wenn man es aber zum Prinzip erhebt, führt das nur ins Chaos.“ Es sei zwar unzweifelhaft, dass Alscher am 13. März auch Stimmen von Bürgern bekommen hat, die bei der Landtagswahl für die CDU votierten. Hoffmann findet es aber nicht sinnvoll, die Resultate von Wahlen auf unterschiedlichen politischen Ebenen miteinander zu vergleichen.

    Wie die SPD bewertet auch der CDU-Mann das Ergebnis der ersten Wahlgangs so, „dass ein Veränderungsbedarf in vielerlei Hinsicht gesehen wird“. Und Hoffmann fügt in Anspielung auf den Slogan auf Alschers Wahlplakaten hinzu: „Ich bin der Meinung, dass die Devise ,Weiter so' nicht mehr angesagt, sondern vielmehr der Wunsch nach Erneuerung deutlich spürbar ist.“

     

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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