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    Morbach

    Chemieunfall: Ursache nach wie vor nicht bekannt

    Zwei Wochen nach dem Chemieunfall beim Automobilzulieferer Schaeffler in Morbach ist die Ursache für das Unglück nach wie vor unbekannt. Etwa 1500 Liter des Lösungsmittels Toluol waren in die Kanalisation und in die Morbacher Kläranlage gelangt.

    Beim Giftunfall in der Hunsrückgemeinde Morbach gab es einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und sonstigen Rettungskräften.
    Beim Giftunfall in der Hunsrückgemeinde Morbach gab es einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und sonstigen Rettungskräften.
    Foto: Klaus Kimmling

    Mehrere Straßenzüge waren am Mittwoch, 27. August, wegen Vergiftungs-, Brand- und Explosionsgefahr evakuiert worden, ebenfalls alle vier Lebensmittelmärkte des Ortes. Etwa 250 Rettungskräfte von Feuerwehren, Polizei und Rettungsdiensten waren im Einsatz (die NZ berichtete).

    Peter Fritzen, leitender Oberstaatsanwalt in Trier, sagt, dass die Ermittlungen zur Unfallursache noch nicht abgeschlossen sind. Ein technischer Sachverständiger ist beauftragt worden, ein Gutachten zu erstellen. Wie groß die Menge des ausgelaufenen Toluol war, steht noch nicht fest. Fritzen kann derzeit noch nicht abschätzen, wie lange die Ermittlungen dauern werden. Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen dürfte die Ursache im Bereich eines von der Firma betroffenen Toluol-Abscheiders liegen, sagt der Oberstaatsanwalt.

    Auch Matthias Mederacke von der Unternehmenskommunikation der Schaeffler AG kann derzeit noch nicht mehr zur Unglücksursache sagen. Bei dem Abscheider handelt es sich um eine Vorrichtung, die das Toluol aus einem Wasser-Lösungsmittelgemisch, das für die Produktion benötigt wird, wieder herauszieht. Das Wasser wird dabei aufbereitet und dann in die Kanalisation abgelassen. Doch statt des geklärten Wassers sei zudem Toluol in die Kanalisation abgegeben worden.

    "Das war ein Fehler, der noch nie da war", sagt Mederacke. Mehrere Störungsmelder hätten nicht angeschlagen. Da der Abscheider außerhalb der Fertigungshallen liegt, waren die Arbeiter des Unternehmens vom Unglück selbst nicht betroffen. Auch ab wann das Toluol in die Kanalisation gelangt sei, kann Mederacke nicht sagen. Zuerst war angenommen worden, dass das Lösungsmittel in der Nacht vom 26. auf den 27. August in die Kanalisation gelangt ist. Doch inzwischen haben sich Anwohner in der Bischofsdhroner Straße und der Bernkasteler Straße gemeldet, die den Lösungsmittelgeruch schon am Sonntagabend, 25. August, bemerkt hatten.

    "Die Rettungskräfte sind aktiv geworden, als wir verständigt wurden", sagt der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal. Die offizielle Alarmierung sei am Mittwoch gegen 10 Uhr erfolgt, sagt er. Man sei von 3000 Litern Lösungsmittel ausgegangen, weil das Unternehmen das so mitgeteilt habe. Jedoch sei es aufwendig und schwierig gewesen, die genaue Menge an Lösungsmitteln zu berechnen.

    Ob von Sonntag, als der Geruch nach Lösungsmitteln festgestellt wurde, bis zu Beginn der Einsätze der Rettungskräfte für die Bevölkerung Gefahr bestanden hat, sei im Nachhinein nur schwer zu beurteilen, sagt der Bürgermeister. Das Toluol könne mal konzentriert, zu einem anderen Zeitpunkt nur in kleinen Mengen oder gar nicht ausgetreten sein. cst

    Behörde: Kein Fischsterben in der Drohn Giftalarm in Morbach: Gefahr scheint gebannt Feuerwehr-Großeinsatz in Morbach: Lösungsmittel läuft in Kanalisation [2. Update]
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