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    Idar-Oberstein

    30 Jahre Frauenhaus: Solidarität ist beeindruckend

    Wertschätzung und Würdigung einer wichtigen gesellschaftlichen Arbeit waren spürbar: Seit 30 Jahren gibt es das Idar-Obersteiner Frauenhaus.

    Das Frauenhausteam freute sich über das große Interesse an der Feier zum 30-jährigen Bestehen in der Göttenbach-Aula. Viele kamen zum Gratulieren und drückten so ihre Solidarität mit dem Frauenhaus aus.  Foto: Hosser
    Das Frauenhausteam freute sich über das große Interesse an der Feier zum 30-jährigen Bestehen in der Göttenbach-Aula. Viele kamen zum Gratulieren und drückten so ihre Solidarität mit dem Frauenhaus aus.
    Foto: Hosser

    Bemerkenswert viele Gäste kamen zum Gratulieren in die Göttenbach-Aula: Landrat Matthias Schneider, Polizeibeamte, Mitarbeiter der vielen mit dem Frauenhaus kooperierenden Einrichtungen im Kreis, Mitbegründerinnen des Frauenhaus-Trägervereins Frauen helfen Frauen … Multikulturell war es ebenfalls. Ein herzliches Willkommen erklang gleich zu Beginn in vielen Sprachen. Sima Khosharay übersetzte zudem die Begrüßung, die Frauenhausmitarbeiterin Andrea Konrad-Allmann übernahm, ins Persische. Der Kontakt zu ihr war über die AfA Birkenfeld und das Engagement des Frauenhauses in der Einrichtung entstanden.

    Landrat Schneider ging in seinem Grußwort darauf ein, dass die Bundesregierung erst 2013 einen ersten Bericht der Frauenhäuser veröffentlichte: "Das stimmt nachdenklich." Es gehörten viel Kraft, Mut und Ausdauer dazu, solche eine Aufgabe wie die Tätigkeit im Frauenhaus mit Leben zu füllen, betonte er mit Blick auf Andrea Konrad-Allmann, Frau der ersten Stunde im Frauenhaus, das - so Schneider - gesamtgesellschaftliche Unterstützung brauche: Seine Tür stehe jederzeit offen. Gleichstellungsbeauftragte Gertrud Wipfler blickte in einer gelungenen Rede zurück: Schnell sei damals in den 1980er-Jahren ein Netzwerk entstanden, dessen Teil sie war. "Unser Netzwerk orientierte sich stets an gesellschaftlichen Werten wie Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. Auch wenn diese gemeinsamen Werte klar waren: Es gab immer wieder mal heftige Diskussionen, was diese Werte konkret bedeuten."

    Am Anfang waren die Schutzräume für Frauen in der damaligen Hausmeisterwohnung im Hallenbad untergebracht." Es galt, Finanzierungsquellen zu erschließen: ein Thema, das auch heute noch eine große Rolle spielt. Arbeit in autonomen Frauenhäusern wie in Idar-Oberstein basierte in den Aufbaujahren auf Feminismus und Solidarität und richtete sich gegen jede Art von Ungerechtigkeit, Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen, betonte Wipfler. In den vergangenen Jahren hätten engagierte Frauen gut zusammengearbeitet: Veranstaltungen zum Frauentag, Aktionen, frauenspezifische Themen - das habe ohne Frage in einigen Bereichen sensibilisiert und nachgeklungen.

    Die Arbeit in Frauenhäusern sei geprägt von Engagement und großer Solidarität für die Opfer von Beziehungsgewalt: "Sie ist mit Sicherheit nicht immer ungefährlich." Außerdem brauche es ein hohes Maß an Empathie für die Frauen und Kinder, die Zuflucht suchen. In den vergangenen 30 Jahren waren es 1173 Frauen und 1312 Kinder. Sie dankte dem engagierten Frauenhausteam und dem Trägerverein: "Sie machen Mut und Hoffnung, dass es auch weiterhin Sinn ergibt, für die Rechte geschlagener und unterdrückter Frauen einzustehen."

    Herzstück der gelungenen Veranstaltung war ein berührender Film über mutige Frauen, die mit Musik ihre Stimme gegen das System erheben: "No Land's Song". Der in Berlin lebende iranische Autor und Regisseur des Films, Ayat Najafi, der auch Bruder der Protagonistin ist, Stand nach dem Film Rede und Antwort. Gekonnt umrahmt wurde die Veranstaltung vom Frauenchor Cantabile unter der Leitung von Bettina Wegmann, der vier Lieder - darunter "Let there Be Peace" - präsentierte.

    Von unserer Redakteurin Vera Müller

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