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Idar-Oberstein

Straßburgkaserne: Flüchtlingsfrage ist noch immer nicht geklärt

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch bei zwei Gegenstimmen der Grünen einen Bebauungsplan für einen "Energie- und Gewerbepark Algenrodt" in der früheren Straßburg-kaserne beschlossen. Zu der Frage, ob dort übergangsweise Flüchtlinge untergebracht werden können, gebe es noch keine neuen Erkenntnisse, berichtete Oberbürgermeister Frank Frühauf.

Die Lage der Straßburgkaserne in Algenrodt ist attraktiv. Allerdings ist dort auf Dauer kaum eine andere Nutzung als ein Energie- und Gewerbepark möglich. Zurzeit wird noch geprüft, ob auf dem seit 2008 verwaisten Areal übergangsweise Flüchtlinge untergebracht werden können.  Foto: Hosser
Die Lage der Straßburgkaserne in Algenrodt ist attraktiv. Allerdings ist dort auf Dauer kaum eine andere Nutzung als ein Energie- und Gewerbepark möglich. Zurzeit wird noch geprüft, ob auf dem seit 2008 verwaisten Areal übergangsweise Flüchtlinge untergebracht werden können.
Foto: Hosser

Von Kurt Knaudt

Diese Nutzung sei wegen der Lärmbelästigung durch den nahen Schießplatz der Bundeswehr auch nur für maximal drei Jahre möglich. Zurzeit werde im Auftrag der Landesregierung noch geprüft, wie viel es kostet, die seit 2008 leer stehende Kaserne und die Housing bewohnbar zu machen. Die Planung für den Energie- und Gewerbepark – im Gespräch sind Solaranlagen – soll unabhängig davon jetzt vorangetrieben werden. "Dann haben wir etwas in der Schublade, falls sich sonst nichts tut", meinte der OB. Ansonsten werde man die konkrete Umsetzung des Vorhabens eben erst in Angriff nehmen, wenn die Flüchtlinge wieder weg sind.

Allerdings dauert es zunächst voraussichtlich etwa ein Jahr, bis der Bebauungsplan aufgestellt ist. Bereits vor drei Monaten hat die Stadt Fördermittel beim Land beantragt, "ohne die das Projekt nicht machbar ist", wie Frühauf betonte.

Etwas anderes als der jetzt auf den Weg gebrachte Park ist auf dem Gelände kaum möglich: So lautet das Ergebnis einer im Jahr 2014 von der Stadt in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie. Der Ansatz, die von den Amerikanern genutzten Wohngebäude auch wegen der attraktiven Lage in Ferienwohnungen umzuwandeln, ist aus zwei Gründen zum Scheitern verurteilt: Laut Studie sind fast alle Häuser inzwischen auch durch Schimmelbildung in einem so schlechten Zustand, dass nur noch ein Abriss empfohlen werden könne. Aber selbst wenn sie saniert werden könnten: Die Lärmbelastung durch den Schießplatz schließt inzwischen aus, dass dort auf Dauer Menschen wohnen.

Die Anlage sei für jedwede Nutzung ein Hemmschuh, ist Wolfgang Augenstein (LUB) überzeugt. Man sollte sie aber nicht zur Dispoistion stellen, weil dadurch auch die Artillerieschule gefährdet würde, warnte Wolfgang Röske (CDU) mit Nachdruck. Er hält Vorstöße, den Schießplatz zu verlegen, für unrealistisch. "Bisher hat die Bundeswehr keine Alternative zu diesem Standort gefunden." Auch Julianne Wild hält eine solche Diskussion für überflüssig: "Die Artillerieschule ist für uns enorm wichtig", bezog sie bei diesem Interessenkonflikt Position. "Zeiten ändern sich", meinte hingegen Alexander Reinert (LUB) mit Blick darauf, dass sich die Anlage zwischen einem Wohngebiet und der Touristenattraktion Steinkaulenberg befindet.

Man sei zwar grundsätzlich für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Mit einem weinenden Auge müsse man aber ein zusätzlichen Gewerbegebiet an diesem Punkt der Stadt ablehnen, unterstrich Thomas Petry (Grüne), der auch die Verkehrsanbindung für nicht optimal hält. Wegen der nach wie vor im Raum stehenden Unterbringung von Flüchtlingen habe er schon mehrere aufgeregte Anrufe von besorgten Algenrodter Bürgern erhalten, berichtete der Landesvorsitzende der Grünen am Mittwoch im Stadtrat.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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