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Dünfus

Verliebt in ein Kultauto: Nur Fliegen ist ein wenig schöner

Elvira Bell

„Nur Fliegen ist schöner.“ Getreu diesem Opel-Werbeslogan hat sich Paul Ungers aus Dünfus seinen Wunsch erfüllt, und zwar gleich dreimal. Unter diesem griffigen Spruch warb der Autohersteller aus Rüsselsheim in den 70er-Jahren für seinen Opel GT, ein cooler Zweisitzer.

Der Opel GT 1900 hat es Paul Ungers angetan. Foto: Elvira Bell
Der Opel GT 1900 hat es Paul Ungers angetan.
Foto: Elvira Bell

Der legendäre Sportwagen hat eine atemberaubend schlanke Taille, vorne Klappscheinwerfer, sogenannte Schlafaugen, einen Mittelmotor und sportliches Interieur. Als der Opel GT vor 50 Jahren die Herzen einer ganzen Automobilgeneration eroberte, war Paul Ungers gerade mal sechs Jahre alt. Die Begegnung mit dem lediglich 1,22 Meter hohen Flitzer beeindruckten den Jungen. „Ich war infiziert.“

Nur wenige Jahre später kam er mit dem Auto zum ersten Mal in Berührung. „Gerd Horst aus Dünfus, ein echter GT-Freak, hat mich einige Male mit seinem blauen Flitzer mit ins Kino genommen“, erinnert sich der Kfz-Meister. Als Paul Ungers Jahre später in Faid seine Lehre als Kfz-Mechaniker begann, wollte es der Zufall, dass er jeden Tag an einem Opel GT vorbei kam. „Als Lehrjunge musste ich für die Gesellen immer einkaufen gehen, und da stand der durch einen Unfall stark in Mitleidenschaft gezogene Exot völlig achtlos auf einer Wiese.“

Kurz vor seinem 18. Lebensjahr fasste sich Ungers ein Herz. Er fragte den Besitzer, ob er das Auto verkaufen würde. Ja – für den Kfz-Lehrling ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Viele Stunden harter Arbeit hat er in den blauen, sieben Jahre alten Flitzer mit der 1,9 Liter Maschine gesteckt. Auch sein Vater half kräftig mitgeholfen, das 2600 Mark teure Fahrzeug auf Vordermann zu bringen. „2600 Mark, das war seinerzeit viel Geld.“ Schließlich habe er im dritten Ausbildungsjahr nur 320 Mark im Monat verdient.

Für Paul Ungers war sein erster Opel GT viel mehr als nur ein Auto. Auch in Mayen sorgte sein Erstfahrzeug, wenn er damit durch die Straßen, fuhr für Aufsehen, denn nach seiner Ausbildung hatte es den jungen Gesellen für acht Jahre beruflich zu BMW Simon in die Eifelstadt verschlagen. Doch irgendwann trennten sich die Wege, und der Kfz-Meister musste sich schweren Herzens von seinem ersten Traum trennen. Der Marke Opel ist er aber treu geblieben, den GT-Virus hatte er weiterhin inne. Vor rund 15 Jahren war es so weit. „Ich habe im Internet recherchiert und mich ganz gezielt auf die Suche nach einem GT gemacht.“ Als er kurze Zeit später um eine „Rohkarosse“ zu kaufen, mit seinem Anhänger in Richtung Sauerland aufgebrochen war, wusste seine Frau sofort Bescheid. Mit einem weiteren baugleichen Artgenossen, den er von einem Enkel eines Werksangehörigen gekauft hatte, machte er aus zwei Fahrzeugen ein Schmuckstück. Man könne sich kaum vorstellen, wie viel Arbeit das war. „Ich habe innerhalb von drei Jahren 1800 Stunden daran gearbeitet.“

Heute wird der blaue, 90 PS starke Oldtimer, den der verheiratete Familienvater liebevoll die „kleine Corvette“ nennt, nur bei schönem Wetter bewegt. „Die Kinder staunen, wenn sie sehen, was mein GT für schöne Augen hat, wenn die runden Scheinwerfer hervorspringen und klimpern.“ Stolz macht es Ungers auch ein wenig, wenn er sieht, wie die Leute begeistert auf den heißen Auftritt seines Autos reagieren. Und auch ein Blick unter die Haube lohnt sich durchaus: Ein Mittelmotor verleiht dem GT einen besonderen Charakter. Denn der Motor sitzt nicht auf der Vorderachse, sondern nach hinten versetzt auf einem extra Träger. Der Opel GT – ein in vielen Bereichen außergewöhnliches Gefährt.

Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

Cochem Zell
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