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    Büchel/Al-Asrak

    Tornados heben ab: Es geht nach Jordanien [Mit Video]

    Knapp vier Stunden Flug liegen vor den Kampfpiloten, als sie in der Eifel in ihre Maschinen steigen. Drei Kampfjets der Bundeswehr vom Typ Tornado sind am Mittwochmorgen vom Fliegerhorst Büchel in Richtung Al-Asrak in Jordanien aufgebrochen. Ein weiteres Flugzeug ist von einem Stützpunkt in Schleswig-Holstein gestartet.

    250 Soldaten der Bundeswehr sind am Stützpunkt in Jordanien eingesetzt, mehr als die Hälfte stammt aus Büchel. Im Rahmen der Mission „Counter Daesh“ werden die Tornados Aufklärungsflüge über Syrien und dem Irak absolvieren, um Stellungen des Islamischen Staats (IS) ausfindig zu machen. Es ist die Fortführung der Mission, die zuvor vom Stützpunkt im türkischen Incirlik ausging. Dort wurden die deutschen Truppen aufgrund diplomatischer Schwierigkeiten zwischen Deutschland und der Türkei abgezogen. Die türkische Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Bundestagsabgeordneten untersagt, die deutschen Soldaten in Incirlik zu besuchen.

    Rund vier Stunden dauert der Überführungsflug von Büchel nach Al-Asrak, unterwegs müssen die Maschinen aus der Luft betankt werden. Ein schwieriges Manöver, wie Ralf Schneider, stellvertretender Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33, erklärt. Er verabschiedet die Besatzung persönlich am sogenannten „Last Chance“, der Platte neben der Start- und Landebahn, wo die Kampfjets vor dem Abflug ein letztes Mal durchgecheckt werden. Alle drei Maschinen bekommen grünes Licht, kurz darauf heben sie unter dem lauten Grollen der Triebwerke über der Eifel ab. Sollte beim letzten Check irgendetwas nicht in Ordnung sein, steht auch jeweils eine Ersatzmaschine bereit.

    Operativ gebe es keinen Unterschied zwischen der Türkei und Jordanien, die Mission sei im Grunde dieselbe geblieben, erklärt Schneider. Auch sei für die Piloten keine besondere fliegerische Schulung nötig gewesen. Lediglich in Sachen regionaler und kultureller Gepflogenheiten und Verhaltensweisen habe man die Soldaten geschult. Das scheint vor allem vor dem Hintergrund wichtig zu sein, dass die Soldaten in Jordanien bisher noch keine Immunität vor der Scharia bekommen haben. Bereits seit einigen Wochen versuchen das Verteidigungsministerium und das Außenamt, ein formales Abkommen mit der jordanischen Regierung zu erreichen. Die rund 250 deutschen Bundeswehrsoldaten sollen, wenn es nach Berlin geht, bei ihrem Einsatz durch volle Immunität vor Strafverfolgung in Jordanien geschützt werden, denn dort gilt teilweise noch die vom Koran inspirierte Scharia-Gesetzgebung. Und auch das säkulare Justizsystem verhängt Strafen bis hin zur Todesstrafe. Jordanien hat einer solch weitgehenden Immunität bisher allerdings noch nicht zugestimmt. Ein Faktor, der Schneider beunruhigt? „Wir behandeln das unter dem Thema Fürsorgemaßnahmen. Wenn sich die Soldaten nicht außerhalb des Stützpunktes aufhalten, wird es auch keine Probleme geben“, sagt der stellvertretende Kommodore. Das heißt wohl im Klartext, es ist den deutschen Soldaten nicht gestattet, die Basis in Al-Asrak zu verlassen. Bei einer Einsatzzeit vor Ort von bis zu vier Monaten ist das wohl nicht die optimalste Lösung. Vielleicht gibt es in Sachen Immunität allerdings auch noch eine Einigung.

    Von unserem Reporter Christoph Bröder

    Das Wort "Daesh" weist Ansprüche des IS zurück

    „Counter Daesh“: Der Operationstitel setzt sich zusammen aus dem englischen Verb „to counter“ (kontern) und dem Initialwort „Daesh“, das aus dem Arabischen abgeleitet wurde. Bei Letzterem handelt sich um ein „von Politikern und vor allem in der arabischen und israelischen Presse häufig für den IS“ verwendetes Wort, erläutert etwa die „Süddeutsche Zeitung“. Es setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Wörter zusammen, aus denen es gebildet wurde.

    Das Akronym dient dazu, „den Anspruch des IS, ein Staat und Kalifat zu sein, zurückzuweisen und die Terrororganisation herabzusetzen“. Westliche Politiker benutzen das Wort in diesem Sinne. dad

    Cochem Zell
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