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Cochem

Streit am Cochemer Stadion: Parkplatznot treibt Sportler auf die Palme

Kevin Rühle

Gehfaul sollten Besucher des Cochemer Stadions zurzeit nicht sein. Denn seit Kurzem ist das Parken in weiten Teilen der Stadionstraße untersagt. Und dieses Verbot löst bei den Vereinsmitgliedern wenig Begeisterung aus, denn Parkplätze waren am Sportplatz schon immer Mangelware. Nachdem nun die ersten Knöllchen vom Cochemer Ordnungsamt verteilt wurden, ist die Aufregung groß.

Rund um das Cochemer Stadion sind die Parkplätze rar, jetzt wurden zusätzlich Halteverbotsschilder aufgestellt.  Foto: Kevin Rühle
Rund um das Cochemer Stadion sind die Parkplätze rar, jetzt wurden zusätzlich Halteverbotsschilder aufgestellt.
Foto: Kevin Rühle

Wer schon einmal das Cochemer Stadion besucht hat, kennt wahrscheinlich auch Harry Ahler. Der Cochemer kümmert sich für die Spielvereinigung um die Arbeiten, die am Stadion anfallen und trainiert mehrere Fußballmannschaften. Ahler machte seinem Unmut über die seit Jahren schwelende Parkplatzproblematik in einem Kommentar auf Facebook Luft und setzte damit eine heiße Diskussion in Gang. Der Vorwurf: Um den Bussen der Rederei Viking, die über die Strecke ihre Liegeplätze anfahren, die Durchfahrt zu ermöglichen, werden die Belange von 1500 Mitgliedern der ansässigen Sportvereine vernachlässigt. Dabei habe man in den vergangenen Jahren diverse Vorschläge unterbreitet, wie zusätzlicher Parkraum geschaffen werden könnte. Doch geschehen sei bisher nichts – im Gegenteil.

Die Anordnung des Halteverbots in der Stadionstraße wurde im Oktober vergangenen Jahres von der Stadt Cochem erlassen und erst jetzt umgesetzt, erklärt Udo Bukschat, Leiter des Cochemer Ordnungsamtes. Es habe Beschwerden bei der Behörde gegeben, die Verhältnisse vor Ort ließen es nicht mehr zu, dass Busse und Rettungsfahrzeuge die Straße passieren. „Manchmal mussten Gäste aus den Bussen aussteigen und mit ihren Koffern die 300 Meter zum Schiff zu Fuß zurücklegen“, berichtet Bukschat. Doch der Hauptgrund für das Parkverbot sei die Notwendigkeit, dass Rettungskräfte das Stadion als Veranstaltungsort erreichen können, erklärt Verbandsgemeindebürgermeister Wolfgang Lambertz. „Wenn die Busse nicht durchkommen, kommen die Rettungskräfte auch nicht durch“, so Lambertz. Und Bukschat ergänzt: „Auch ohne die Schilder hätte an den engen Stellen niemand parken dürfen.“

Harry Ahler betont, dass die Strecke noch vor einiger Zeit für mehr als 3,5 Tonnen schwere Fahrzeuge gesperrt war und Probleme vor Ort immer schnell gelöst werden konnten. Sein Vorschlag: Der Zaun des angrenzenden Freibades sollte um einige Meter versetzt und Büsche entfernt werden. So könnten mehr als 50 Parkplätze in der Nähe des Nebeneingangs geschaffen werden, ohne dass das Bad Liegeflächen verliert. Diesen Vorschlag habe er schon häufiger unterbreitet.

Ein weiterer Vorwurf kommt mit der Diskussion auf: Touristen und Einheimische würden vom Ordnungsamt ungleich behandelt. So würde das „wilde Parken“ von Motorradfahrern in der Stadt geduldet, wirtschaftliche Interessen stünden dem Gemeinwohl entgegen. Wolfgang Lambertz hingegen betont, dass dies keine Frage des Tourismus sei. Die Stadt versuche seit Jahren eine Lösung zu finden und es gebe bereits entsprechende Planungen. Allerdings seien nötige Änderungen des Bebauungsplanes im Überschwemmungsgebiet der Mosel sehr schwierig. Klar sei aber, dass die Situation am Stadion so nicht bleiben könne.

Stadtbürgermeister Walter Schmitz erklärt, dass die Stadt derzeit Lösungen sucht. So will Cochem eine Gartenfläche neben dem Sportplatz kaufen und mit Schotter herrichten, um zumindest einige Parkplätze zu schaffen. Darüber wird jetzt auch im Hauptausschuss der Stadt gesprochen. Zudem sind Gespräche mit den Vereinen angesetzt.

Udo Bukschat verweist bei der Diskussion auch auf die Parkplätze des Freizeitzentrums. Diese seien über eine Treppe schnell zu erreichen. Zudem könne in der Stadionstraße am Zaun des Freibades, wo die Straße wesentlich breiter ist, geparkt werden. Bukschat betont auch, dass man sich schon vor längerer Zeit an die Vereine gewendet und sogar Verwarnungen ohne Ordnungsgeld verteilt habe, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Für Harry Ahler sind die Parkplätze des Freizeitzentrums keine Alternative. Man schäme sich, wenn die Gäste ihre Ausrüstung dort hinunterschleppen müssten. Und auch für die Sportler und Kinder sei dies nicht hinnehmbar. Stadtbürgermeister Schmitz ist derweil überzeugt, dass es bald eine Lösung gibt. „Wir werden die Grundstücke kriegen“, sagt er zuversichtlich. Udo Bukschat gibt zu bedenken: „Sobald die Umkleidekabinen umgebaut werden, wird die Situation noch schwieriger.“

Von unserem Redakteur Kevin Rühle

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