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Neef

Petersbergtunnel: Neefer wollen Baustellenfläche erhalten

Oberhalb der Tunnelbaustelle von Neef sitzen die Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins an einem neu gestalteten Aussichtspunkt. Der Blick wandert über das schöne Moseltal, während Bauarbeiter gerade das Portal des Petersbergtunnels abreißen. Die Stimmung ist gut. Negative Stimmen über die Arbeiten gibt es keine – ganz im Gegenteil. „Das ist die sauberste Baustelle Deutschlands“, sagt ein Neefer und zeigt in Richtung Campingplatz.

Die vor allem nachts imposante Tunnelbaustelle ist das Gesprächsthema Nummer eins in Neef. „Dass es staubt und Krach gibt, ist ja normal, das ist für die Anwohner natürlich nicht schön“, sagt Hans-Werner Gietzen, der nahe der Baustelle wohnt. Am Anfang habe es einige Reibereien gegeben, aber die Baufirma sei auf die Neefer zugegangen und habe die Probleme behoben, erklärt Ortsbürgermeister Harald Franzen. Die Kommunikation scheint zu stimmen. „Wenn etwas ansteht, gehen die gehen von Haus zu Haus und verteilen Zettel“, sagt Gietzen. Am Bauhof hängt Franzen die neuesten Infos zur Baustelle jeweils aus.

Weniger schön war offenbar der Betrieb des Wohnmobilstellplatzes im Sommer in Neef. „Die Anfeindungen mancher Gäste waren schlimm“, sagt eine Frau, die dort arbeitet. Die Gemeinde musste einige Flächen abgeben, die Bahn zahlt einen Ausgleich. Kurioserweise hat es auch Gäste gegeben, die wegen der Baustelle angereist sind. Die haben in ihren Liegestühlen nicht Richtung Mosel geschaut“, berichtet Franzen. Seit Anfang des Monats ist der Platz geschlossen.

Bald beginnt die nächste Phase des Projektes. Dann wird morgens und abends gesprengt, um den Tunnelquerschnitt zu erweitern. Die Bahn hat Messstellen aufgebaut, Geofone überwachen die erwarteten Schwingungen rund um das Tunnelportal und in der Nähe der Wohnhäuser. Im Februar soll die Röhre von acht auf mehr als zwölf Meter erweitert worden sein.

Harald Franzen denkt schon an die Zeit nach der Baustelle und blickt auf die Fläche neben der Moselbrücke. „Ich will versuchen, die Baustellenfläche so zu erhalten“, betont der Ortschef. Erste Gespräche zwischen der Gemeinde und der Baufirma gab es schon. Das Problem: Die Fläche zählt zum Überflutungsgebiet der Mosel. Eine Genehmigung der Kommunalaufsicht in Cochem erscheint daher schwierig. „Da hätten wir einen tollen Festplatz für die Gemeinde – und im Winter könnten dort Wohnwagen stehen“, sagt Franzen. Zudem könne die geschaffene Baustellenzufahrt bei Hochwasser als zusätzlicher Weg genutzt werden.

Also alles super in Neef? Vorsichtshalber haben viele Anwohner schon mal Kontakt zu Betroffenen aus Eller aufgenommen, um von deren Erfahrungen beim Ausbau des Kaiser-Wilhelm-Tunnels zu profitieren. „Kann eigentlich der Altar der Peterskapelle Schaden nehmen?“, fragt eine Neeferin in die Runde. Auch das wurde dokumentiert, beruhigt Ortschef Franzen sofort.

Von unserem Redakteur Kevin Rühle

Ausbau des Petersbergtunnels: Ein Pilotprojekt

Der Petersbergtunnel wurde 1879 eröffnet und wird nun erneuert – und das im laufenden Betrieb. Der Tunnel ist knapp 400 Meter lang, die Fertigstellung ist für Dezember 2019 geplant. Für die Erneuerung wird erstmals die sogenannte Tunnel-im-Tunnel-Methode genutzt (unter Aufrechterhaltung des elektrifizierten Betriebs).

Während die Züge eingleisig durch eine Einhausung aus Stahl rollen, wird außerhalb eine neue Röhre gebaut. ker

Cochem Zell
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