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Ulmen

Lkw zu hoch: Feuerwehr muss den Boden einer Halle tieferlegen

Kevin Rühle

Die Ulmener Feuerwehr braucht einen neuen Lkw. Das ergibt sich nicht nur aus der Feuerwehrverordnung des Landes Rheinland-Pfalz, das hat auch der Rat der Verbandsgemeinde Ulmen nun erneut beschlossen. Doch die Anschaffung löst kontroverse Diskussionen aus. Die von der VG und der Feuerwehr erarbeitete Lösung kritisiert die SPD-Fraktion scharf. Das liegt nicht nur daran, dass das neue Feuerwehrauto nicht in die vorgesehene Garage passt.

Die Feuerwehrleute aus Ulmen haben in den vergangenen Monaten viel Arbeit in die Feuerwache gesteckt. Jetzt muss sogar der Boden tiefergelegt werden, da ein neues Fahrzeug zu hoch ist. Dadurch spart die Verbandsgemeinde aber jede Menge Geld.  Foto: Kevin Rühle
Die Feuerwehrleute aus Ulmen haben in den vergangenen Monaten viel Arbeit in die Feuerwache gesteckt. Jetzt muss sogar der Boden tiefergelegt werden, da ein neues Fahrzeug zu hoch ist. Dadurch spart die Verbandsgemeinde aber jede Menge Geld.
Foto: Kevin Rühle

Seit der neuen Fassung der Landesverordnung aus dem Jahr 2012 war klar, dass die Kommunen viel Geld in den Brandschutz stecken müssen. Aufgrund der hohen Kosten hatten die Verbandsgemeinden und der Kreis beschlossen, einige benötigte Fahrzeuge gemeinsam anzuschaffen. Dazu zählt auch ein sogenanntes Mehrzwecktransportfahrzeug (MZF), einen Lastwagen, um schweres Gerät transportieren zu können.

Laut Bürgermeister Alfred Steimers benötigt der Kreis Cochem-Zell ebenfalls ein weiteres MZF, allerdings eine größere Version, die eine höhere Zuladung erlaubt. Die VG Ulmen selbst müsste ein sogenanntes MZF 2 (7,5 Tonnen), der Kreis ein MZF 3 (14 Tonnen) kaufen. Dank der Zusammenarbeit der Kommunen ist es möglich, dass nur ein Fahrzeug angeschafft wird – ein MZF 3, das in Ulmen stationiert werden soll. So sparen Verbandsgemeinde und Kreis Kosten ein.

Einen entsprechenden Beschluss hat der VG-Rat bereits 2014 getroffen, damals einstimmig. Jetzt enthielten sich allerdings mehrere Mitglieder der SPD-Fraktion bei der erneuten Abstimmung – und nicht nur die Enthaltungen verwunderten viele Ratsmitglieder. Denn die veranschlagte Summe für den Kauf eines Fahrzeuges ist niedriger als im Jahr 2014.

Dass der Lkw bisher nicht gekauft worden ist, obwohl dies bereits 2014 geschehen sollte, dürfte auch daran liegen, dass die damals veranschlagten Kosten deutlich zu niedrig angesetzt wurden – obwohl bereits höher als in den Förderrichtlinien vorgesehen. Ein entsprechender 14-Tonner kostet laut einer Abfrage der VG zwischen 130.000 und 195.000 Euro, weit mehr als die damals angesetzten 106.000 Euro. Die Suche nach Vorführfahrzeugen blieb erfolglos, allerdings erhielt die Feuerwehr ein Angebot für ein „Pilotfahrzeug“, das für das Technische Hilfswerk gebaut worden war. Kostenpunkt: 83.300 Euro, also deutlich günstiger als alle anderen Angebote und auch günstiger als ein kleineres Mehrzwecktransportfahrzeug 2 (die VG Gensingen-Sprendlingen hat kürzlich 116.000 Euro in solch ein MZF 2 investiert). Also alle zufrieden? Mitnichten. Denn der Lkw muss umgebaut werden: rote Lackierung, Funk, Sondersignal. Zudem passt der Lkw nicht in die Halle der Ulmener Feuerwehr, das Fahrzeug ist zu hoch. Der Vorschlag: Der Boden der Wache soll tiefergelegt werden, dafür gibt die VG der Stadt einmalig einen Zuschuss von 6000 Euro. „Das reicht problemlos“, sagt Wehrleiter Thomas Kerpen nach Rückfrage.

„Wir sind verantwortlich für die Gelder der Bürger. Privatleute kaufen sich einen Polo, wenn der Golf nicht passt“, sagt Marita Benz (SPD). Zudem sei es schwierig gegen ein Fahrzeug zu argumentieren, das bereits vor Ort sei. Thomas Kerpen entgegnete: „Daun hat den Polo gekauft und dafür 70.000 Euro bezahlt, wir sind hier bei 35.000 Euro.“ Das Land und der Kreis beteiligen sich mit mehr als 70.000 Euro an der Anschaffung.

Vor der Diskussion um den Kauf des MZFs hatte Kerpen die Einsätze der Feuerwehren der VG Ulmen in den vergangenen zwei Jahren skizziert. Auch dies kam bei der SPD nicht gut an: „Du hast uns doch nicht die ganzen schlimmen Bilder gezeigt, damit wir hier noch ein paar neue Fahrzeuge beschaffen“, fragte Bernhard Rodenkirch (SPD).

Von unserem Redakteur Kevin Rühle

Die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten

Die vorgestellten Lösungen zum Kauf eines neuen Lkws für die Ulmener Feuerwehr sind zumeist Schätzungen. Würde die VG ein MZF 2 kaufen, also nicht mit dem Kreis kooperieren, müsste die VG zwischen 70.000 und 90.000 Euro aus eigener Tasche zahlen. Der jetzt beschlossene Kauf des „Pilotfahrzeugs“ schlägt mit etwa 35.000 Euro zu Buche.

Ein neuer MZF 3 würde die VG wahrscheinlich etwa 90.000 Euro kosten (bei Kooperation mit dem Kreis). Noch hat das Land der Förderung der aktuellen Lösung nicht zugestimmt. ker

Cochem Zell
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