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Gillenbeuren

Gillenbeuren gibt bei Tag und in der Nacht viel her

Schlagfertig, quicklebendig, ein wenig exotisch diese Gillenbeurener – dieser Eindruck hat sich verfestigt, nachdem ein „Dorf-TÜV“ eine intensive Nabelschau im Eifeldorf betrieben hat. In gut drei Stunden spielten sich auf der Bühne im Gemeindehaus die halbe Geschichte des Dorfes im Zeitraffermodus ab, garniert mit Anekdoten aus alter Zeit. Das Kabarett „Saalü!“ fördert dank dreier hartnäckiger Prüfer (Herr Welte, Frau Drops, Abteilungsleiter Müller) einiges zutage, auch aus dem benachbarten Schmitt. Die Nachbarn sind wegen „Zwangsrauchens“ berüchtigt.

Da bleibt Frau Drops, der Praktikantin aus dem Ministerium, die Spucke weg: In Gillenbeuren gibt es einige Kuriositäten. Für Abteilungsleiter Müller steht fest: „Gillenbeuren hat definitiv eine Zukunft“. Dorothea Kirsch hat eine Hymne gedichtet.
Da bleibt Frau Drops, der Praktikantin aus dem Ministerium, die Spucke weg: In Gillenbeuren gibt es einige Kuriositäten. Für Abteilungsleiter Müller steht fest: „Gillenbeuren hat definitiv eine Zukunft“. Dorothea Kirsch hat eine Hymne gedichtet.
Foto: Thomas Brost

Früher war alles besser – auch in Gillenbeuren. Wer den Zapfenstreich verpasst hatte, konnte in stockdunkler Nacht unerkannt nach Hause kommen – heute brennt Licht, dank sparsamer Straßenleuchten. „Ich habe 60 Jahre lang im Dunkeln nach Hause gefunden“, sagt Gerd Klapperich und strahlt. „Wir sparen mit unseren Lampen einiges ein“, entgegnet Ortschef Paul-Josef Haubrichs und erntet bei Abteilungsleiter Müller vom Ministerium für Inneres und Spaß anerkennendes Kopfnicken. Das setzt sich fort, als der Ortschef von seinem kriminalistischen Spürsinn berichtet: Unbekannte ließen ein Ortsschild in der Hexennacht mitgehen und ersetzten es durch einen Doppelkarton. Ihr Pech: Im Straßengraben lag eine Rechnung mit dem Namen des mutmaßlichen Schilderentführers, der Ortschef höchstselbst verfolgte ihn maximal.

Da bleibt Frau Drops, der Praktikantin aus dem Ministerium, die Spucke weg: In Gillenbeuren gibt es einige Kuriositäten. Für Abteilungsleiter Müller steht fest: „Gillenbeuren hat definitiv eine Zukunft“. Dorothea Kirsch hat eine Hymne gedichtet.
Da bleibt Frau Drops, der Praktikantin aus dem Ministerium, die Spucke weg: In Gillenbeuren gibt es einige Kuriositäten. Für Abteilungsleiter Müller steht fest: „Gillenbeuren hat definitiv eine Zukunft“. Dorothea Kirsch hat eine Hymne gedichtet.
Foto: Thomas Brost

Gerd Klapperich von der Bürgergemeinschaft (BüGi) schürft tiefer – und bringt ans Tageslicht, dass man zwar keine Dorfkneipe mehr in Gillenbeuren hat, aber eine „Begegnungsstätte“. In ihr werde „mit Naturalien“ bezahlt. Für den Beamten Müller ein klarer Fall von „Subkultur“. Dank BüGi bewegt sich einiges im Dorf, er fördert den Dorftratsch, wenn sich die Senioren zum Kaffee treffen – auch das Lichterfest geht auf die BüGi zurück. Und: Die Jungen bleiben im Dorf. Trotz des ironischen Tenors in einem Videostreifen: „Hier ist nix los“, lässt ein trauriger Hund mit Botschaft wissen.

Zwei Liebesbotschaften: Erst bekennt Alt-OB Bernhard Rodenkirch, dass „wir uns untereinander noch alle gern haben“, trotz Flurbereinigung und mancher schwieriger Entscheidung, dann hält der amtierende „Scheffe“ eine Hymne aufs Dorf. Und die Schmitter bekommen ihr Fett weg – ihr Großprojekt eines Gestütes habe sich als Seifenblase herausgestellt. Aber: Auch die Schmitter sind die Lieblingsnachbarn der Gillenbeurener, was sich liebt, das neckt sich eben. Auch mit Blick aufs Nichtrauchergebot. Das werde glatt in Schmitt ausgehebelt, da sei von oberster Stelle „ein Zwangsrauchen“ verordnet.

Da bleibt Frau Drops, der Praktikantin aus dem Ministerium, die Spucke weg: In Gillenbeuren gibt es einige Kuriositäten. Für Abteilungsleiter Müller steht fest: „Gillenbeuren hat definitiv eine Zukunft“. Dorothea Kirsch hat eine Hymne gedichtet.
Da bleibt Frau Drops, der Praktikantin aus dem Ministerium, die Spucke weg: In Gillenbeuren gibt es einige Kuriositäten. Für Abteilungsleiter Müller steht fest: „Gillenbeuren hat definitiv eine Zukunft“. Dorothea Kirsch hat eine Hymne gedichtet.
Foto: Thomas Brost

Gerd Klapperich blickt zurück, als Heimatdichter. Er berichtet von der Oma und ihrer Kittelschürze, mit der sich Tische und Rotznasen abputzen ließen. In der Nachbarschaft standen früher immer die Haustüren sperrangelweit offen, und am „decke Boom“ wurde manches „Leedsche“ geträllert.

Das legendäre Männerballett lässt Hüften und Tanzstöcke schwingen, ehe der Kirchenchor Gillenbeuren-Schmitt neben ihren Liedern „Halleluja“ und „Memory“ mit einem Überraschungsstück („Heimat“) die Herzen der Zuhörer weit öffnen.

Im zweiten Dorfgespräch bekommt Alfons Benz ein neues Prädikat umgehängt: Er sei, so Abteilungsleiter Müller, „so'ne Art Dorf-Stasi“. Warum? Benz wohnt „am neugierigsten Platz“ im Dorf, das sei, so Benz selbst, „gottgegeben“. Rückblick: Mit 16 seien er und seine Kumpels immer durch einen Schlafzimmerschrank zu einer Sektbar im Dorf gelangt. Und der Lieblingswettbewerb um ein Bier sei das „Schinkenklopfen“ gewesen, wobei es um ein Körperteil ging. Birgit Merfeld berichtet, dass man aus der Not eine Tugend gemacht hat, mangels Kneipe. Man setze sich auf ein Mäuerchen, kurfristig und spontan. Dann kommen immer mehr Leute, es wird gefeiert und geklönt. Und Thomas Schneider erläutert, wieso die Traktordichte in Gillenbeuren fast so hoch ist wie die Zahl der männlichen Einwohner. „Wer keinen Bulldog hat, wird net äscht jehollt.“ Als Feuerwehr-Käpt'n blickt er zurück auf den Brand an Silvester 1972, als fast eine Dorfkneipe abbrannte, auch weil die Wehrleute nicht mehr ganz nüchtern waren. Das Dreierteam von „Saalü!“ weist dem Eifeldorf einen Weg in den Tourismus, mit einer eigenwilligen Flamenco-Performance.

Mit einer Hommage ans eigene Dorf „mein Dorf ist geiler als dein Dorf“) beschließt Dorothea Kirsch den Abend – und alle, auch Schmitter, stimmen ein: „Hey, Jellebejre, du bess e Jeföhl.“

Von unserem Redaktionsleiter Thomas Brost

Cochem Zell
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