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    Bürgermeisterkandidat Alfred Steimers: Auf der Bank im Garten fließen die Ideen

    Alfred Steimers sitzt auf einer kleinen Bank am Rande seines Gartens, der Blick richtet sich auf den Teich, in dem beachtliche Koi-Karpfen schwimmen. „Der Rasen war auch schon mal in einem besseren Zustand“, sagt der Chef der Ulmener VG-Verwaltung und lächelt. Wenn der 57-Jährige Arbeit aus dem Ulmener Rathaus mit nach Hause bringt, wechselt er gern vom Büro in den Garten. „Die moderne Technik macht's möglich“, sagt Steimers und deutet auf sein iPad.

    Hier findet Alfred Steimers Ruhe und Entspannung: auf seiner Bank im Schmitter Garten.  Foto: Kevin Rühle
    Hier findet Alfred Steimers Ruhe und Entspannung: auf seiner Bank im Schmitter Garten.
    Foto: Kevin Rühle

    Die Rede für die Übergabe des neuen Ulmener Feuerwehrfahrzeugs muss noch geschrieben werden, und am Abend wartet eine Wahlkampfveranstaltung in Wollmerath. Wenn das Wetter mitspielt, bleibt vielleicht noch etwas Zeit für die Arbeit auf dem Feld, denn im Nebenerwerb führt der Verwaltungschef noch ein landwirtschaftliches Unternehmen mit seinem Bruder. Sie bauen Getreide an.

    Vor acht Jahren hat Steimers in seinem Garten einen klaren Wahlsieg gefeiert – mit knapp 70 Prozent der Stimmen. Jetzt, ohne Konkurrent, ist die Wahl leiser. „Ich habe viele Termine, da ist zeitlich für den Wahlkampf wenig drin“, sagt der Amtsinhaber. Auf Plakate verzichtet er ganz, „das Geld spende ich lieber ans Kloster Waldfrieden, da ist es besser aufgehoben“, erklärt der Schmitter. Mit Blick auf die fünf Bewerber in der VG Cochem meint der Eifler: „Ich würde mich auch gern inhaltlich auseinandersetzen.“ Steimers ist überzeugt, dass die Wahl entscheidend für die Zukunft der Nachbar-VG sein wird.

    Steimers ist Jurist und schon sein ganzes Arbeitsleben in Politik und Verwaltungen unterwegs – abgesehen von zwei Jahren bei der Bundeswehr. Angefangen hat er im Mainzer Umweltministerium, er kümmerte sich um eine mögliche Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich. Atomrecht wurde zu seinem Spezialgebiet. „Eine spannende Zeit. Ich war überzeugt, dass das Risiko bei dieser Technologie sehr gering ist – nach Fukushima bin ich geheilt worden“, sagt Steimers rückblickend. Das ändert allerdings nichts an seiner festen Überzeugung, dass der Bundeswehrstandort Büchel „existenziell“ für die VG Ulmen ist. Vor dem Amtsantritt in Ulmen war Steimers im Kreishaus Dezernent für Jugend und Soziales, „also alles, was Ärger macht und Geld kostet“, zitiert er den ehemaligen Landrat Klaus-Peter Balthasar. Für einen Scherz zwischendurch ist der Eifler immer zu haben. Sonst werde es in Ratssitzungen manchmal einfach zu langweilig, sagt er grinsend.

    In vielen anderen Fragen ist der Jurist Pragmatiker. Die Verwaltung soll ein Dienstleister sein – für die Ortsgemeinden und ihre Bewohner. Dazu gehört es laut Steimers auch, in den Wettbewerb mit anderen Regionen zu treten. „Wir werben um junge Menschen, um Arbeitgeber, um Zukunftsperspektiven“, sagt der Vater zweier erwachsener Töchter. Und Steimers glaubt zu wissen, wie diese Zukunft in der VG Ulmen aussieht. So sei es die vernünftigste Lösung, wenn die Kreise Cochem-Zell und Vulkaneifel bald zusammengelegt würden – allerdings wage sich bisher mit dieser Meinung niemand aus der Deckung. Und dann läge die dann mit Kelberg fusionierte VG Ulmen mittendrin. „Wenn sich alle einig sind, kann das sehr schnell gehen.“ Das habe nichts mit Parteipolitik zu tun, sondern müsse sachlich geboten sein. „In den 70er-Jahren gab es zwischen Parteien richtige Schlachten, damit war die Politik nicht erfolgreicher“, gibt Steimers zu bedenken.

    Was richtig und was falsch ist, darüber denkt Steimers gern in aller Ruhe nach. Wenn er Ski fährt („da muss man abschalten, sonst fällt man auf die Nase") oder auf dem Traktor sitzt. Zuhause findet er Ruhe in seinem Garten oder beim gemeinsamen Kochen mit seiner Frau Elke. „Das macht Spaß, und sie sagt mir, wie es geht“, scherzt Steimers.

    Von unserem Redakteur Kevin Rühle

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