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Kaisersesch

Bürger kicken Mattes aus dem Amt

Freiwillig wollte er nicht gegen. Jetzt muss er: Ewald Mattes fliegt per Bürgervotum aus dem Amt als VG-Chef in Kaisersesch. Mit überwältigender Mehrheit haben die Bürger entschieden, dass eine unrühmliche Ära in der Verbandsgemeinde Kaisersesch ein Ende findet. Und sie haben sich mit 82,7 Prozent sehr eindeutig für Mattes' Abwahl ausgesprochen.

Bürger kicken Mattes aus dem Amt
Foto: RZ

Kaisersesch – Freiwillig wollte er nicht gegen. Jetzt muss er: Ewald Mattes fliegt per Bürgervotum aus dem Amt als VG-Chef in Kaisersesch.

Ewald Mattes
Ewald Mattes

Die Entscheidung ist gefallen, Ewald Mattes muss gehen. Mit überwältigender Mehrheit haben die Bürger entschieden, dass eine unrühmliche Ära in der Verbandsgemeinde Kaisersesch ein Ende findet. Und sie haben sich mit 82,7 Prozent sehr eindeutig für Mattes' Abwahl ausgesprochen.

Mattes war schon seit dem Urteil des Landgerichts Koblenz – 18 Monate Haft auf Bewährung wegen sexueller Nötigung einer Mitarbeiterin – als VG-Chef nicht mehr tragbar. Doch weil das Urteil noch nichts rechtskräftig ist, hielt Mattes hartnäckig an seinem Amt fest. Nein, freiwillig zurücktreten würde er nicht, betonte er auch gegenüber unserer Zeitung immer wieder.

Das ist unmissverständlich

Nun also wurde das Volk gefragt. Und das hat dem Bürgermeister die Rote Karte gezeigt. Nicht nur über das Ergebnis, sondern vor allem auch über die Deutlichkeit, die sich auch durch die hohe Wahlbeteiligung von 51,6 Prozent ausdrückt, freuen sich die Fraktionsvorsitzenden des VG-Rates. Leo Kaiser, Erster Beigeordneter, atmet auf: „Wir sind erleichtert. Das bestärkt uns.“ Manfred Peckart (CDU) sagt: „Dass die Bürger so geschlossen und unmissverständlich ihre Meinung gesagt haben, freut mich.“

Auch Waldemar Klünder (SPD) fällt ein Stein vom Herzen, wenngleich er nicht so sehr überrascht ist: „Ich war einer der wenigen Optimisten, die immer an den gesunden Menschenverstand der Wähler geglaubt haben.“ Die hohe Wahlbeteiligung und die große Mehrheit findet er dennoch bemerkenswert: „Wenn man bedenkt, dass Mattes bei seiner Wiederwahl 2003 nur ganz knapp ins Amt kam.“ Siegfried Niederelz (UBL) gesteht, dass er im Vorfeld Bedenken hatte. „Ich hatte die Befürchtung, wir könnten an der Wahlbeteiligung scheitern. Doch die Menschen haben verstanden, um was es geht.“ Ähnlich äußert sich auch Albert Klotz (FpuwG Dr. Pertzborn): „Wir freuen uns, dass uns die Wähler nicht im Regen stehen lassen haben. Es war wichtig, dass die Bevölkerung sich des Themas angenommen und so eindeutig entschieden hat.“

Alle Fraktionen beschreiben die vergangenen Monate als „wirr für alle“ – für die Ratsmitglieder und für die Mitarbeiter der Verwaltung. „Unabhängig davon, wann und ob das Urteil gegen Mattes rechtskräftig wird, war dieser Schritt notwendig, um Klarheit zu schaffen“, betont Manfred Peckart. Mit Blick auf die Mitarbeiter der Verwaltung sagt er: „Die Arbeit muss in den vergangenen Wochen wirklich nicht leicht gewesen sein.“ Einige sind am Wahlabend im Sitzungssaal, wollen das Ergebnis aber nicht kommentieren.

Jetzt kommt die Neuwahl

Die Fraktionsvorsitzenden bereiten nun die Neuwahl des Bürgermeisters vor. Alle versichern, dass sie über mögliche Kandidaten noch nicht nachgedacht haben. Klünder: „Das hätte keinen Sinn ergeben. Wir wollten zuerst ein Ergebnis auf dem Tisch haben.“ Heute tagt der Wahlausschuss, der das offizielle Ergebnis feststellt. Ab dann ist Mattes aus dem Amt.

Brigitte Meier, Birgit Pielen

Cochem Zell
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