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Zell

Auf zum neuen Ufer? Zell geht es viel zu langsam

David Ditzer

Es ist ein zahlenbasierter Satz des Zeller Stadtbürgermeisters Hans Schwarz, der die gut 4000 Zeller zuversichtlich stimmen sollte: „Der Rückblick in die jüngsten Haushaltsjahre zeigt, dass sich die Haushalts- und Finanzlage der Stadt Zell wesentlich verbessert hat“, hielt Schwarz in seiner Rede zum Haushaltsentwurf für dieses Jahr fest. Einstimmig verabschiedete der Stadtrat in einer Sitzung am Dienstag im Rathaus den Etat, bei dem, so Schwarz, „die geplanten Investitionen ohne neuerliche Kreditaufnahme möglich“ sind. Ein Haushaltsausgleich wird jedoch nicht erreicht. Bei geplanten Gesamtinvestitionen von 1,8 Millionen Euro (gut 600.000 Euro mehr als anno 2017) liegen Schwerpunkte im Straßenausbau, in der Generalsanierung des Altbaus der Kita St. Marien auf dem Barl (478.000 Euro) sowie in der Neugestaltung des Moselufers zwischen Fußgängerbrücke und Corray über das Förderprogramm „Historische Stadtbereiche“. Dass diese Neugestaltung bislang nicht sichtbar vorangeht, ist dem Stadtchef ein Dorn im Auge.

Man sieht, dass man (noch) keine Veränderung sieht: Zell will sein Moselufer viel attraktiver gestalten, der Stadt geht das zu langsam.  Foto: Archiv Rühle
Man sieht, dass man (noch) keine Veränderung sieht: Zell will sein Moselufer viel attraktiver gestalten, der Stadt geht das zu langsam.
Foto: Archiv Rühle

Schon in den Haushalt fürs vergangene Jahr war Geld eingestellt, mit dem die Stadt Zell das Gelände um den alten Bahnhof und das Moselvorgelände samt Anlegestelle maßgeblich verändern und aufwerten wollte. Genutzt wurde es nicht. Stadtbürgermeister Hans Schwarz sagte dazu: „Es hieß ja immer, man sollte warten, bis das VG-Gebäude errichtet ist, aber dieser Gedanke ist für die Pläne der Stadt Zell nicht zielführend. Zumal dringender Handlungsbedarf für die Schiffsanlegestelle besteht.“ Denn der Stadt lägen viele Anmeldungen für 135-Meter-Schiffe vor. Doch dafür sei die Anlegestelle derzeit nicht ausgelegt.

Schwarz möchte sichtbar vorankommen mit der Attraktivierung des Moselufers. Schließlich existiert ein prämiertes Konzept dafür längst. Doch im fraglichen Gelände gibt es eben auch noch die Neubaupläne und -nöte der VG. So stehen Planung und Koordination noch im Vordergrund.

Von dieser noch stockenden Vision fürs Ufergelände abgesehen, enthielt des Stadtchefs Haushaltsrede viele für Zell erfreuliche Zahlen: Nach vorläufiger Rechnung konnte die Stadt in den Jahren 2016 und 2017 sogar liquide Mittel aufbauen (rund 857.000 und 668.000 Euro, wobei die zweite Zahl auch Ermächtigungen für noch nicht begonnene Investitionen enthält). Dank außergewöhnlich hoher Einnahmen aus der Gewerbesteuer (2016: 4,4 Millionen/2017: gut 4 Millionen Euro). Die schlechte Nachricht in diesem Punkt lautet: Für dieses Jahr wird nur noch mit einem Gewerbesteueraufkommen von 2,5 Millionen Euro gerechnet.

Und an Umlagen muss die Stadt ebenfalls einiges abführen: vorläufig 2,6 Millionen Euro an den Kreis und rund 1,8 Millionen Euro an die VG. Darauf verwies beispielsweise auch CDU-Fraktionssprecher Lothar Bremm. Allerdings hob er, wie FWG-Sprecher Johannes Hallebach, vor allem hervor, wie viel Positives für Zell in jüngerer Vergangenheit angestoßen wurde: Straßenausbau, Geoportal, Kitas, Zuschüsse für Vereine oder die laufende städtebauliche Entwicklung (Moselufer). In Letztere sollten insgesamt 5,5 Millionen Euro gesteckt werden, „eine Hausnummer, die für Zell nicht einfach ist“, so Bremm.

Dass es im Rat auch Meinungsverschiedenheiten gebe, etwa hinsichtlich der Personalausstattung des Bauhofs, sei normal. Solche Diskussionen nannte Hallebach wünschenswert für eine Demokratie. Der FWG-Mann und Christdemokrat Bremm unterstrichen, Gewerbetreibende und Bürger hielten die Stadt durch ihren Fleiß und ihre Arbeit finanziell handlungsfähig. Und zum Beispiel beim Straßenausbau „bitten wir unsere Bürger ja auch ganz gut zur Kasse“, so Hallebach.

Björn Butzen (SPD) merkte an, die Differenzen hinsichtlich der personellen Ausstattung des Bauhofs werde es wohl auch weiterhin geben. „In unseren Augen wäre noch eine weitere Stelle im Bauhof möglich gewesen, die dazu beigetragen hätte, dass unsere Stadt noch besser aussieht, als sie es schon tut.“ Mehr Personal wünscht sich auch Stadtchef Schwarz.

Worüber sich Zell aus Lothar Bremms Sicht für die Zukunft Gedanken machen sollte: Es gebe nur noch zehn Bauplätze auf dem Barl, danach könne man bauwilligen jungen Familien nichts mehr anbieten. Und es bleibt eben das Manko, dass der Haushalt 2018 nicht ausgeglichen ist.

Von unserem Redakteur David Ditzer

Städtisches Personal und Schuldenstand

Bislang gab's in der Verwaltung der Stadt Zell drei Stellen, so Stadtbürgermeister Schwarz, eine fürs Sekretariat, eine für die Verwaltung, eine fürs Stadtmarketing. Künftig werden es nur noch zwei sein, so will es die Kommunalaufsicht, eine fürs Stadtmarketing, je eine halbe für Verwaltung und Sekretariat. Die Marketingbeauftragte Inge Faust geht am 1.

September in Rente, ihre Stelle wird neu besetzt. Zells Schulden betrugen zu Beginn dieses Haushaltsjahres rund 4 Millionen Euro, an dessen Ende sollen es nur noch 3,8 Millionen Euro sein. dad

Cochem Zell
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