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Andernach

Rasselsteiner atmen auf: Ja zum Fusionstarifvertrag

Erleichterung bei den Rasselsteinern in Andernach: Mit großer Mehrheit haben die Mitglieder der IG Metall an 13 Standorten des Thyssen-Krupp-Konzerns für den Tarifvertrag zur Fusion mit Tata Steel gestimmt.

Ja angekreuzt: So haben es 1944 IG-Metall-Mitglieder im Andernacher Rasselstein-Werk bei der Abstimmung um den Fusionstarifvertrag gemacht. Lediglich 31 Teilnehmer stimmten dagegen.
Ja angekreuzt: So haben es 1944 IG-Metall-Mitglieder im Andernacher Rasselstein-Werk bei der Abstimmung um den Fusionstarifvertrag gemacht. Lediglich 31 Teilnehmer stimmten dagegen.
Foto: Sascha Ditscher

„Wir sind von dem Ergebnis begeistert. Das gibt uns ein Stück Sicherheit: Kein Mitarbeiter muss Angst haben, demnächst die Kündigung zu bekommen“, sagte Rasselstein-Betriebsratsvorsitzender Wilfried Stenz, der mit am Verhandlungstisch saß, als Vertreter der Konzernspitze und der IG Metall den Tarifvertrag aushandelten.

Dieser beinhaltet unter anderem eine Standortgarantie für das Rasselstein-Werk bis September 2026 und schließt bis dahin auch betriebsbedingte Kündigungen aus. 1944 der IG-Metall-Mitglieder im Rasselstein-Werk stimmten für das Vertragswerk, lediglich 31 dagegen. Komplett in trockenen Tüchern ist eine Fusion zu den ausgehandeltem Bedingungen damit im Übrigen aber noch nicht.

Bereits am Montagvormittag, als Vertreter des Rasselstein-Betriebsrats zusammenkamen, um die Stimmen auszuzählen, hatte sich abgezeichnet, dass die Unterstützung für den Tarifvertrag groß ist: Von 882 IG-Metall-Mitgliedern, die schriftlich abgestimmt hatten, sprachen sich 856 für den Tarifvertrag zur Fusion aus, 20 stimmten dagegen, sechs machten den Stimmzettel ungültig. Weitere 1081 Rasselstein-Mitarbeiter hatten online abgestimmt – ihr Votum war am Vormittag noch nicht bekannt. Betriebsratsvorsitzender Stenz zeigte sich dennoch optimistisch: „Die Stimmungslage war eindeutig“, erklärte er unter dem zustimmenden Nicken seiner Betriebsratskollegen. Von 2299 IG-Metall-Mitgliedern am Standort Andernach haben 1981 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht – das entspricht einer Wahlbeteiligung von gut 86 Prozent.

An anderen Thyssen-Krupp-Standorten blieb die Wahlbeteiligung hinter den Erwartungen zurück – nicht überall konnte der Fortbestand inklusive aller Anlagen bis 2026 garantiert werden. Dem entsprechend nervös erwartete der Rasselstein-Betriebsrat die offizielle Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse am Nachmittag durch die IG Metall in Düsseldorf: „Nur wenn alle 13 Standorte Ja sagen, haben wir einen Tarifvertrag. Der Arbeitgeber hat klar gemacht, dass nicht nachverhandelt wird“, betonte Stenz. Bei einem negativen Votum eines oder mehrerer Standorte wäre die Fusion mit Tata Steel dennoch gekommen, ist Stenz überzeugt – nur zu anderen Rahmenbedingungen.

Dem entsprechend warben die Betriebsratsmitglieder unter den Rasselsteinern intensiv für den Tarifvertrag. Eric Meurer, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei Rasselstein, setzte sich besonders dafür ein, den Unternehmensnachwuchs vom Sinn des Tarifvertrags zu überzeugen. „Den Azubis musste man erst mal erklären, worum es bei der Abstimmung geht. Das hat aber ganz gut geklappt.“ Schließlich wären die jungen Mitarbeiter besonders von drohenden betriebsbedingten Kündigungen betroffen gewesen, wenn der Tarifvertrag gescheitert wäre. Warum dennoch einzelne Rasselstein-Mitarbeiter gegen das Vertragswerk stimmten, kann sich Meurer nicht so recht erklären: „Das ist schon Meckern auf hohem Niveau. Der Arbeitgeber ist uns weit entgegengekommen.“ Das sah die Mehrheit der mehr als 20.000 IG-Metall-Mitglieder an den 13 Thyssen-Krupp-Standorten ähnlich: 92 Prozent stimmten dem Tarifvertrag zu.

Nach dem positiven Votum bleiben allerdings noch Unwägbarkeiten für die Rasselsteiner: Die Arbeitnehmer warten noch auf ein Gutachten, das belegen soll, dass die neue Firma wirtschaftlich solide ist. Außerdem muss Tata Steel als Fusionspartner das Vertragswerk ebenfalls anerkennen. Des weiteren fehlt noch die Zustimmung der Kartellbehörde zur Gründung des neuen Großkonzerns. Letzteres bereitet Betriebsratsvorsitzenden Stenz aber keine schlaflosen Nächte. Denn selbst wenn Rasselstein als Reaktion auf eventuelle Einwände der Kartellbehörde verkauft werden sollte: „Der potenzielle Käufer müsste den beschlossenen Tarifvertrag anerkennen.“

Von unserer Redakteurin Martina Koch

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