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Nickenicher Narren setzen auf Neuerungen: NCV machte zum Jubiläum Umfrage

In der vergangenen Session hat der Nickenicher Carneval-Verein (NCV) sein närrisches Jubiläum 5 x 11 Jahre gefeiert. In die aktuelle Session sind die Aktiven mit einigen Neuerungen gestartet, die sie im vergangenen Jahr initiiert haben, um weiterhin attraktiv zu bleiben. Dazu gehören ein Rednerfrühschoppen, bei dem die Vorträge den letzten Schliff bekommen, und eine After-Show-Party nach den Kappensitzungen. Außerdem wurde der Weinzwang für die Sitzungen abgeschafft.

Von unserem Mitarbeiter Silvin Müller

Im Hotel Burgklause fand vor Kurzem der sogenannte Rednerfrühschoppen statt, den jeder Nickenicher besuchen kann. Erstmals wurde er in der vergangenen Session erprobt. Er entstand als ein Resultat einer Umfrage, die der Verein zuvor im Dorf gemacht hatte. Die Mitglieder hatten sich eine Veranstaltung mit einem Büttenredenschwerpunkt gewünscht, erklärt NCV-Vorsitzender Thomas Elzer. Der Hintergrund: Auf den Kappensitzungen werden die Redner manchmal kaum von den Zuschauern verstanden, weil so viel nebenbei geredet wird. Das sei hier anders. Zudem sei der Frühschoppen ein kleineres Forum, auf dem die Reden für die großen Kappensitzungen getestet werden können: „Wir hören uns die Reden an und sprechen darüber. Es ist kein Problem, wenn man an der Rede noch feilt“, sagt Thomas Elzer.

Etwa 20 jüngere Frauen und Männer haben sich zum Rednerfrühschoppen an Stehtischen und an der Bar der Burgklause versammelt. Auch ein paar ältere Nickenicher schauen vorbei, um sich die Büttenreden anzuhören. Die Atmosphäre ist locker, die Stimmung ausgelassen. Im Eingangsbereich setzt sich der „Dorftratsch“ Frederik Leersch leger an einen Tisch und schießt ein paar humoristische Pfeile auf die Nachbargemeinde Kruft ab: „Dionysius zwar wird toben, doch Arnulfus auf ewig loben“, scherzt er. Die Spitzen gegen den befreundeten Pellenzort kommen gut an, und es wird gejohlt und geklatscht. Auch Niklas Laux und Janosh Käfer sowie Timo Dietz und Thomas Müller tragen vor. Zwischendurch spielt und singt Patrick Schmitz Karnevalslieder.

NCV-Vorstandsmitglied Melanie Nix schildert, dass beim vergangenen Frühschoppen beispielsweise Kathrin Müller und Marina Heuft mit von der Partie waren. „Sie haben sich dort getraut aufzutreten und waren danach auch auf der Sitzung als Rednerinnen.“ Doris Schmitz und Lydia Bonn, die ebenfalls zu den Gästen im Hotel Burgklause gehören und vor Jahren als „Hennes und Piter“ aufgetreten sind, wären froh gewesen, wenn es schon zuvor eine solche Plattform gegeben hätte. Doris Schmitz erzählt: „Für die Mitwirkenden ist das eine gute Vorbereitung. Früher hat vor dem Auftritt nur mein Mann zugehört und geurteilt.“ Auch Frederik Leersch findet diese Neuerung sinnvoll: „Als Vorbereitung für die Redner ist das eine sehr gute Sache.“

Neben dem Frühschoppen sind auch die After-Show-Party nach den Kappensitzungen oder die dortige Abschaffung des Weinzwanges Teil der Neuerungen, mit dem sich der NCV fit für die Zukunft machen möchte. Zukunftsmotor ist besonders eine ausgeprägte Betreuung des Nachwuchses. Zu den 430 NCV-Mitgliedern zählen 90 Kinder und Jugendliche im Alter bis 16 Jahre. „Wir haben ein Augenmerk auf die Kinder- und Jugendarbeit, weil es die Zukunft des Vereins ist“, betont NCV-Schriftführerin Yvonne Stollenwerk. Die Mädchen und Jungen sind beispielsweise in der Minigarde, dem NCV-Gemüse, der Nachwuchsgarde oder der Tanzgruppe NoName aktiv. Weitere Gruppen mit Älteren sind die Große Garde, die Crazy Devils, die gemischte Tanzgruppe und das Herrenballett.

Ein anderes Standbein des Vereins sind die Nickenicher Jecken: „Wir sind immer offen im Dorf, was Wünsche und Änderungen angeht, und hoffen, dass der Rückhalt weiterhin bleibt“, meint Marco Bonn, stellvertretender Vorsitzender. Die Unterstützung durch die Nickenicher zeige sich ebenso bei den Haussammlungen, die alle zwei Jahre für den Umzug gemacht werden. Es gebe zudem ein gutes Miteinander mit der Gemeindeverwaltung und den anderen Vereinen oder der Kirche. Zudem würden sich die Karnevalsvereine der Pellenz gegenseitig unterstützen, ergänzt Thomas Elzer.

Nachdem sich schon ein Teil des Vorstands verjüngt hat, möchte Elzer selbst dem Nachwuchs nach Sessionsende Platz machen: „Nach mehr als 30 Jahren Vorstandsarbeit denkt man darüber nach, aufzuhören.“ Der Zeitpunkt dafür sei jetzt am geeignetsten.

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