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Kottenheim

Neujahrsempfang in Kottenheim: Drohender Ärztemangel beschäftigt die CDU

Die Angst vor einem drohenden Ärztemangel geht in der Vordereifel um. Deshalb hat der CDU-Ortsverband Kottenheim die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zum Thema seines Neujahrsempfangs gemacht. Bekannte Gesichter aus der Landes- und Bundespolitik sowie Vertreter des Landkreises, der Verbandsgemeinde, diverser Kommunen, Vereine und Institutionen waren am Mittwochabend der Einladung ins Bürgerhaus gefolgt.

Bekannte Gesichter aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie Vertreter des Landkreises, der Verbandsgemeinde und des Ortsverbands waren beim Neujahrsempfang der CDU in Kottenheim dabei. Als Hauptredner sprach der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel (Bildmitte). Foto: Anne Fuhrmann
Bekannte Gesichter aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie Vertreter des Landkreises, der Verbandsgemeinde und des Ortsverbands waren beim Neujahrsempfang der CDU in Kottenheim dabei. Als Hauptredner sprach der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel (Bildmitte).
Foto: Anne Fuhrmann

Auch in Kottenheim wisse man nicht, wie es genau mit der Arztpraxis weitergeht, sagte Ortsverbandsvorsitzender Christoph Kicherer in seiner Begrüßung. „Was wir aber wissen ist: Es geht anders weiter.“ Für viele Praxen finde sich kein Nachfolger mehr. Das Modell des Hausarztes sei nicht mehr so beliebt wie früher. Daher warf er einige Fragen in den Raum: „Wer hat versagt? War es die ärztliche Selbstverwaltung, die die Zeichen der Zeit zu spät erkannt hat? Waren es der Bund oder die Länder, die zu wenige Studienplätze zur Verfügung gestellt und damit für den Engpass gesorgt haben? Worauf sollen wir uns in der Zukunft einstellen?“

Antworten erhofften sich die Zuhörer vom Hauptredner des Abends, dem Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel. Der Westerwälder ist seit 2014 Mitglied des Bundesfachausschusses „Gesundheit und Pflege“ der CDU Deutschlands und beschäftigt sich besonders mit der medizinischen Versorgung auf dem Land. „Ich bin der Überzeugung, dass wir das weltweit beste Gesundheitssystem haben. Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass vieles anders wird“, sagte Rüddel in seinem Vortrag. Im selben Atemzug betonte er aber auch, er sei sich sicher, dass nachher nichts schlechter sei. Die größten Veränderungen spielen sich seiner Einschätzung nach im ländlichen Raum ab. Im Gegenteil zum Zankapfel Bürgerversicherung seien sich die Parteien in Berlin bei der medizinischen Versorgung jedoch einig.

Ein Problem sieht Rüddel darin, dass die überwiegende Anzahl der Medizinstudenten weiblich ist und Frauen später eher eine Teilzeitanstellung anstreben. Um dafür zu sorgen, dass es künftig genügend Landärzte gibt, müssten mehr Männer zu Medizinern ausgebildet werden. Daher ist nach seiner Meinung das Auswahlverfahren zum Studium zu ändern.

Nach Ansicht von Rüddel gibt es im Gesundheitswesen kein Finanzierungsproblem. Daher hält er die Bürgerversicherung nicht für zielführend. „Ich glaube auch nicht, dass 10 Prozent Privatversicherte das System retten könnten“, sagte er. Allerdings müsse man sehen, dass alle den gleichen Zugang zu ärztlicher Versorgung erhalten. „Das größte Manko ist, dass die Bevölkerung nicht Bescheid weiß, was ihr zur Verfügung stehen.“ Bei der Aufklärung über Möglichkeiten und Angebote könnten künftig beispielsweise Smartphones und die Telemedizin helfen. Außerdem muss nach der Auffassung von Rüddel daran gearbeitet werden, die 24 Millionen Rücklagen gerechter zu verteilen. Dadurch könne das Gesundheitssystem effizienter werden. Zudem plädierte der Bundestagsabgeordnete dafür, alle rheinland-pfälzischen Krankenhausstandorte zu erhalten, damit sich dort medizinische Versorgungszentren ansiedeln können.

Von unserer Redakteurin Anne Fuhrmann

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