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    Andernach

    Liebe zum Karneval kennt keine Grenzen – Prinzenpaar aus unterschiedlichen Andernacher Korps

    Vielleicht haben viele Jecken anfangs geunkt: Ein Prinzenpaar aus unterschiedlichen Korps, wie soll das gehen? Doch wer Hans-Josef Völkel und Haike Völkel näher kennt, weiß, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt. Die RZ besuchte sie zu Hause, um mehr zu erfahren.

    Ihr Traum wurde war: Männe I. vom Amboss zu Strom und Feder sowie Ihre Lieblichkeit Prinzessin Haike I., die Gardefee von Deubachshöh.
    Ihr Traum wurde war: Männe I. vom Amboss zu Strom und Feder sowie Ihre Lieblichkeit Prinzessin Haike I., die Gardefee von Deubachshöh.
    Foto: Silvin Müller

    Von unserem Mitarbeiter Silvin Müller

    Seine Tollität Prinz Männe I. vom Amboss zu Strom und Feder sowie Ihre Lieblichkeit Prinzessin Haike I., die Gardefee von Deubachshöh, haben schon früh einen Hang zum Schlagzeug gehabt. "Ich wollte immer trommeln", verrät Hans-Josef Völkel den Grund, warum der Andernacher, dessen Eltern "Im Entenacker" wohnten, im Alter von zwölf Jahren zu den Blauen Funken in den Spielmannszug kam. Der Einstieg dort fiel ihm nicht schwer, da sein Bruder Karl-Heinz dort bereits Fanfare spielte.

    Auch für die Bürokauffrau Haike Völkel, die in der Andernacher Siedlung Deubachshöh geboren wurde, erschien das Schlaginstrument verführerisch. Es lockte sie zwei Jahre nach dem Eintritt in die Prinzengarde in den Fanfarenzug des Korps. Doch anstelle der Trommel riet ihr der Leiter der Musiker zur Fanfare. Nach der Gründung des Stabsmusikzugs lernte sie das Spielen der Trompete, mit der sie auch in der Andernacher Gugge viel Musik machte.

    Das Tanzbein schwingen die närrischen Herrscher ebenso gern. Haike Völkel tanzte mehr als 30 Jahre lang zu fetzigen Rhythmen sowohl im Garde- als auch im Schauballett der Prinzengarde. Ihren Hang zur Bühne lebt die Prinzessin übrigens auch in der Adventszeit aus. Seit es die Lebende Krippe gibt, mimt sie die Maria.

    Für ihren Prinzgemahl war es die Wibbelgruppe der Stadtsoldaten, die ihn nach dem Debüt bei den Funken nach der Berufsausbildung zum Maschinenbauer zu den Stadtsoldaten zog. Auch diesmal war wieder ein Bruder mit im Spiel - und zwar Siegfried Völkel, der in der rot-gelben Uniform die Hüften schwang. Hans-Josef Völkel fühlte sich bei den Stadtsoldaten pudelwohl und nahm mit den Kollegen auch gern an den verschiedenen Aktivitäten der Wibbelgruppe teil wie etwa an gemeinsamen Wanderungen oder den Pyjama-Bällen. Zwischen den Jahren 2003 sowie 2011 war er sogar im Vorstand der Stadtsoldaten als Geschäftsführer tätig. Das Prinzenpaar ist also fest mit dem Andernacher Karneval verbunden.

    Die beiden kennen sich schon seit jungen Jahren. Gemeinsam besuchten sie dieselbe Klasse in der Grundschule St. Stephan. Doch gefunkt hatte es damals noch nicht: "Ich fand zu dieser Zeit alle Mädchen blöd", gesteht Hans-Josef Völkel ulkend. Nach jeweils einer früheren Verbindung, aus der Haike eine erwachsene Tochter und Hans-Josef einen erwachsenen Sohn mit in die Ehe brachten, fanden die beiden im Jahr 2007 zusammen und heirateten ein Jahr später. Wieder hatte der Bazillus Carnevalis die Hand im Spiel: Beide begleiteten damals als Adjutanten das Prinzenpaar Hildegard und Dieter Heuft.

    Für Haike und Hans-Josef Völkel war es schon früh ein Traum, zu den höchsten Karnevalsehren zu kommen. Doch wie sollte es nun vonstatten gehen? Die Frage, für welches der beiden Korps sich die beiden entscheiden sollten, bereitete ihnen einige schlaflose Nächte. Als Kavalier und mit Rücksicht auf die lange Mitgliedschaft der Prinzessin ließ der Prinz ihr den Vortritt, und die Wahl fiel auf die Garde. Vielleicht ist es gerade die unterschiedliche Zugehörigkeit, durch die sich die Tollitäten verstärkt als Repräsentanten des Stadtkarnevals insgesamt sehen. Seit dem Jahr 2011 ist Hans-Josef Völkel Geschäftsführer des Festausschusses. Durch seinen Wohnort in der St.-Thomaser-Hohl fühlt sich das Prinzenpaar auch den Rot-Weißen-Husaren verbunden.

    Die Sicht über die Korpsgrenzen hinaus manifestiert sich beispielsweise im Sonderorden der Tollitäten. Dort prangt neben dem Stadtwappen das Motto "Mir all säin Annenach". "Wir haben alle ein Ziel, und das ist, in Andernach Karneval zu feiern", sagt Hans-Josef Völkel. Auch seine Frau verweist auf die Verbundenheit der Korps: "Jeder braucht den anderen, und das wollen wir darstellen." Für beide war es daher einer der bewegendsten Momente in ihrer bisherigen Regentschaft, die Parade aller Uniformierten in den Rheinanlagen abnehmen zu dürfen. Unvergleichbar finden sie zudem die Freude und die Herzlichkeit, die ihnen bei den Sitzungen und Empfängen entgegengebracht werden. Besonders gefällt es ihnen zudem, zu den älteren Jecken im Heim und zu den Kindern in die Kindergärten gehen zu dürfen. Nach der Session plant das Paar übrigens, sein Haus zu renovieren und einen Urlaub in der Türkei zu genießen. Und dann möchte Hans-Josef Völkel wieder verstärkt seinem Hobby nachgehen. Er fischt gern.

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