40.000
Aus unserem Archiv
Kottenheim

Kottenheim: Tränen der Rührung und der Freude vergossen

Mit ihrer ersten von insgesamt fünf Prunksitzungen hat die Kottenheimer Karnevalsgesellschaft den Reigen ihrer karnevalistischen Veranstaltungen eröffnet. Rund 200 Aktive aus den eigenen Reihen zeigten dabei die ganze Bandbreite des karnevalistischen Narrentums.

Nicht nur Lachtränen sollten an diesem Abend fließen. Vielmehr sorgte Rudi Weiler für einen emotionalen, unter die Haut gehenden Moment. Früher hätte der 64-Jährige zu diesem Zeitpunkt seinen angestammten Platz als Elferratspräsident eingenommen. Doch dieses Mal saß der beliebte Karnevalist im Publikum. Und nur wenige Minuten später nahm der karnevalistische Hochkaräter auf der Bühne unter Tränen sichtlich gerührt Abschied von seinem Amt und seinem Publikum. Nicht enden wollender Applaus sowie ein Liedbeitrag des Elferrates zeugten von der außergewöhnlichen Beliebtheit des scheidenden Sitzungspräsidenten, der stets mit viel Wortwitz begeisterte.

Nach 15 Jahren Sitzungsleitung hatte Weiler am 18. November vergangenen Jahren Amtskette und Staffelstab an den erfahrenen Karnevalisten und Büttenredner Klaus Haag, bekannt als „Appelunne“, weitergegeben.

„Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“, sagte Weiler im Gespräch mit unserer Zeitung. „So alt wie ich war bisher noch kein Sitzungspräsident.“

Abschied nehmen hieß es an diesem Abend ein weiteres Mal. Nach 20 Jahren beendete Sandra Fuchs ihre Tätigkeit als Trainerin und Choreografin des Kinderballetts. Als Trainerin des Jugendballetts, des Solo Tanzmariechens Marina Fuchs und des Tanzpaars Marina Fuchs und Max Schneider – Marina ist ihre Tochter – bleibt sie, dem Kottenheimer Karneval aber mit ihrem Engagement erhalten. Die zweifache Mutter wurde für ihre Verdienste um die Förderung der Jugend mit dem Orden der Rhein-Zeitung ausgezeichnet.

Auch Rudi Weiler, er ist eine der tragenden Säulen „der Penner“ wird der Gesangsformation der KKG fortan die Treue halten.

Tränen, allerdings vor Lachen, trieb Marc Bell-Schäfgen den Anwesenden mit seinem Prolog in die Augen. Dabei ging der Vorsitzende der KKG unter anderem auf die Sondierungsgespräche ein. „Die GroKo haben sich die Politiker von uns abgeguckt. Unsere KKG wurden von den Närrischen Brüdern 1913 und der GroKa 1914 gegründet.“ Einen phänomenalen musikalischen Empfang den Kottenheim so wohl noch nicht gesehen hat, bereitete Ex-Prinzessin Claudia Prinz Michael III. Die Hofdame seiner Tollität hatte mit dem äußerst gefühlvoll intonierten Lied „Einmal nur“ die Herzen des Saalpublikums erobert. Vor 25 Jahren hatte sie gemeinsam mit ihrem Mann Prinz Michael I. die Tradition, dass ein Prinzenlied die Regenten durch ihre Session begleitet, ins Leben gerufen.

Einen furiosen Empfang bereitete das närrische Auditorium anschließend Michael III. von den Streuobstwiesen und seinem Hofstaat. Dabei ließ die in Koblenz lebende Tollität keinen Zweifel daran, wie sehr sie das Bad in der Menge genoss. Die Post ging im wahren Sinne des Wortes ab, als der 53-Jährige sein Sessionslied „Besse spät be nie“ zum Besten gab. Der Song aus der Feder des musikalischen Tausendsassas Martin Becker traf den Geschmack des Publikums. „Es gibt kein schöneres Gefühl“, so der seit 40 Jahren aktive Gardist der Prinzengarde, „als wenn man merkt, dass man den Menschen Freude schenkt.“

Ganz besonders gefreut hatte es ihn neben den treuen Stammbesuchern auch ganz viele neue Gesichter im proppenvollen Bürgerhaus begrüßen zu können. Von den Stühlen rissen auch „Die Zwei“ Frank Paucken und Michael Haupt die Jecken mit ihren Sketchen und Ohrwürmen.

Insbesondere als Michael Haupt als „Howard Carpendale“ mit „Hello again“ singend durch die Saalreihen zog, gab es kein Halten mehr. Die beiden feiern in dieser Session ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum. Auch tänzerisch wurde außergewöhnliches geboten: Mit einem fliegenden Teppich bahnten sich einige Tänzerinnen der „Moondancers“ ihren Weg zur Bühne, ehe sie das Publikum mit in die Welt der Arabischen Nächte entführten. Im Gegensatz dazu hatte das Amazonenballett zu später Stunde die Gäste tänzerisch und musikalisch mit in die tropischen Gefilde des Dschungel genommen.

Elvira Bell

Mayen-Andernach
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
Mayen: 725 Jahre Stadt
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach