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    Namedy

    Jubiläumskonzert zum 125-jährigen Bestehen: Beim MGV Frohsinn Namedy stehen auch Sängerinnen ihren Mann

    Ein großes Jubiläum feiert der Männergesangverein (MGV) Frohsinn 1892 Namedy in diesem Jahr: 1892 als erster weltlicher Chor in Namedy gegründet, können die Sänger in diesem Jahr auf ganze 125 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Gefeiert wird am Samstag, 4. November, 18 Uhr, mit einem Jubiläumskonzert im Spiegelsaal der Burg Namedy.

    Auch wenn man im 1. Tenor auf die Unterstützung der Damen setzt: Der MGV Frohsinn ist auch im 125. Jahr seines Bestehens ein Männergesangverein.
    Auch wenn man im 1. Tenor auf die Unterstützung der Damen setzt: Der MGV Frohsinn ist auch im 125. Jahr seines Bestehens ein Männergesangverein.
    Foto: MGV Frohsinn Namedy

    Dazu hat der MGV den befreundeten Männerchor Klangwerk vom Liederkranz Andernach sowie zwei Solisten eingeladen. begleitet werden die Sänger von Harald David Meyer am Klavier und Willi Elz am Akkordeon.

    In früheren Jahren habe man solche Gelegenheiten oft mit einem großen Freundschaftssingen mit vielen Chören aus der Region begangen – zuletzt beim 120. Geburtstag vor fünf Jahren. Doch der Aufwand dafür, wäre für den MGV, der wie andere Chöre mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen hat, inzwischen zu groß, erzählt MGV-Geschäftsführer Günter Montermann im Gespräch mit unserer Zeitung. Momentan verfügt der Verein noch über 24 aktive Sänger und 80 inaktive Mitglieder, die den MGV ideell und mit ihren Jahresbeiträgen unterstützen.

    Auch mit anderen lieb gewonnenen Traditionen musste man in der jüngsten Zeit brechen: So organisierte der MGV in diesem Jahr erstmals kein Sommerfest mehr im Stadtteil Namedy: „Das haben wir früher jedes Jahr gemacht, doch unsere Mitglieder wurden älter, und man braucht viele Helfer dafür.“ Umso mehr freuen sich die Sänger, die sich in erster Linie dem Volkslied verschrieben haben, dass der Chorgesang und die Geselligkeit 2017 noch mit der gleichen Hingabe gepflegt werden wie im Gründungsjahr 1892: Mehrere Dutzend Auftritte absolvieren die MGV-Mitglieder im Jahr, sie sind gern gesehene Gäste bei Chorkonzerten und Festen.

    Nach wie vor trete man als vierstimmiger Männerchor auf die Bühne – darauf legen die Sänger großen Wert. Auch wenn man dafür inzwischen auch auf weibliche Stimmgewalt zurückgreifen muss: Als man vor einigen Jahren merkte, dass die Sänger im 1. Tenor knapp werden, nahm man kurzerhand Sängerinnen in die Reihen des MGV auf. Sie verstärken den Chor mit ihren Altstimmen im 1. Tenor: „Wir können uns weiterhin MGV nennen, weil wir dessen stimmliche Bandbreite abbilden“, betont Montermann.

    Der Geschäftsführer gehört zu den Urgesteinen im MGV: Nach seiner Hochzeit und dem Umzug nach Namedy trat er 1967 in den Verein ein, seit 1970 ist er dessen Geschäftsführer: „Sechs Vorsitzende habe ich in dieser Zeit verschlissen“, berichtet er augenzwinkernd. Die jahrzehntelange Treue zum Verein hat im MGV Tradition: Ein Leben ohne Gesang können sich die Herren selbst im betagten Alter nicht vorstellen.

    Kurt Liesenfeld ist mit seiner 62-jährigen Mitgliedschaft im MGV am längsten mit dabei – dagegen zählt der amtierende Vorsitzende Uwe Schemmann fast noch zu den Neuzugängen. Erst 2005 trat er in den MGV Frohsinn ein, da lagen seine Zeiten im Schulchor Jahrzehnte zurück: „Der Musik war ich aber schon immer verbunden.“

    Neben dem Gesang als gemeinsames Hobby wird beim MGV nach wie vor die Geselligkeit gepflegt: Nach den Proben sitzt man noch gemütlich zusammen, alle zwei Jahre geht es mit den Partnerinnen auf eine mehrtägige Ausflugsfahrt – zuletzt in den Bayerischen Wald.

    Doch auch wenn der MGV zum 125-jährigen Bestehen nach wie vor ein aktives Vereinsleben auf die Beine stellen kann – wie es um die Zukunft des Männergesangs in dem Stadtteil bestellt ist, vermag Geschäftsführer Montermann nicht zu sagen. Die jüngsten MGV-Sänger sind zwischen 55 und 60 Jahre alt, andere schon deutlich über 80. „Es lösen sich immer mehr Vereine auf, gerade die, die eben noch ihr 125-Jähriges gefeiert haben“, hat Montermann beobachtet. Heutzutage habe der Sängernachwuchs andere Vorstellungen von Chorliteratur: „Es gibt ja moderne Chöre, die auch auf Englisch singen. Das würde bei uns keiner machen.“

    Dafür haben die Sänger beim Festkonzert zum Jubiläum neben beliebten Volksliedern auch ein französisches Stück im Programm: „Bonjour, mon coeur“ von Orlando di Lasso. Für den Auftritt im schönen Ambiente des Siegelsaals sind übrigens noch Karten zu haben.

    Karten für das Jubiläumskonzert sind bei Günter Montermann unter Tel. 02632/466 75 erhältlich.

    Von unserer Redakteurin Martina Koch

    Vereinschronik: Sänger haben in 125 Jahren viel zusammen erlebt

    18. April 1892: 27 Männer gründen den Sängerbund Namedy als ersten weltlichen Chor des damals 496 Einwohner zählenden Dorfs.

    • 3. Juni 1894: Die Sänger weihen ihre eigene Vereinsfahne.
    • 1914–1918: Der Erste Weltkrieg reißt schmerzliche Lücken in die Reihen der Sänger.
    • 1930er-Jahre: Wirtschaftliche Krisen engen das Vereinsleben ein.
    • 1939: Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kommt die Vereinsarbeit fast völlig zum Erliegen.
    • 1947: Männergesang lebt in der Turngesellschaft Jahn Namedy wieder auf, nachdem sich Mitglieder zum Klangkörper Doppelquartett zusammenschließen.
    • 27. November 1948: 23 Sangesfreunde beschließen, die Tradition des Sängerbundes unter dem neuen Namen Männergesangverein Frohsinn weiterzuführen.
    • 1954: Der MGV Frohsinn feiert ein erfolgreiches Mai- und Sängerfest verbunden mit einem Festumzug durch den Ort.
    • 3. Juli 1955: Beim Gesangwettstreit in Eich wird der MGV mit dem Meisterpreis ausgezeichnet – einem Ölgemälde der Gemeinde Eich.
    • 60er-Jahre: MGV ist bei zahlreichen musikalischen und gesellschaftlichen Veranstaltungen präsent, etwa bei Sängerfesten, Jubiläen und Gedenktagen.
    • 70er-Jahre: Chor- und Solistenkonzerte mit namhaften Sängern finden statt.
    • 3. Juni 1977: MGV Frohsinn richtet das 15. Sängerfest der Pellenzchöre aus.
    • 10. Juni 1983: 22 Vereine mit 800 Sängern kommen zum 21. Sängerfest der Pellenzchöre, das zeitgleich mit dem 90-jährigen Bestehen des Vereins gefeiert wird.
    • 1987: MGV gibt ein Konzert in der Andernacher Mittelrheinhalle mit den Freitag-Chören aus Miesenheim, Weibern und Kempenich.
    • 5. Juli 1992: Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens wird der MGV in einer Feierstunde des Sängerbundes mit der vom Bundespräsidenten verliehenen Zelterplakette für Verdienste um die Chormusik ausgezeichnet.
    • 1994: Der MGV veranstaltet mit befreundeten Chören und Solisten einen internationalen Folkloreabend unter dem Motto „Eine unterhaltsame Reise durch die Welt der Musik“ in der Mittelrheinhalle.
    • 1996: Die Anschaffung einheitlicher Sakkos für die aktiven Sänger wird beschlossen.
    • 18. April 1999: Der MGV gestaltet das Überraschungskonzert zum 60. Geburtstag von Godehard Prinz von Hohenzollern in der Pfarrkirche Namedy mit.
    • bis heute: Der MGV unterhält mit zahlreichen Auftritten bei befreundeten Vereinen, in Altenheimen und bei großen Festen, wie dem Winzerfest in Leutesdorf.
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