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Burgfestspiele in Mayen: Mit Leichtigkeit in die neue Saison

Hilko Röttgers

Fast 20.000 Eintrittskarten sind für die kommende Saison der Mayener Burgfestspiele inzwischen verkauft worden. Das sagte Oberbürgermeister Wolfgang Treis während eines Pressegesprächs vor dem Schauspieler- und Sponsorenempfang am Montagabend in der Halle 129. Damit liegen die Burgfestspiele zwar knapp unter den Vorverkaufszahlen, die sie zum selben Zeitpunkt im vergangenen Jahr erreicht hatten. Die Stimmung trüben kann diese Tatsache aber nicht: Das Ensemble und die Verantwortlichen gehen mit Vorfreude und einer gewissen Leichtigkeit in die kommende Spielzeit.

Was haben die Burgfestspiele in der bevorstehenden Spielzeit zu bieten? Antworten auf diese Frage gibt es beim Schauspieler- und Sponsorenempfang in der Halle 129. Dieses Mal bekamen die Gäste unter anderem eine Kostprobe aus dem „Weißen Rössel“ zu hören. Foto: Andreas Walz
Was haben die Burgfestspiele in der bevorstehenden Spielzeit zu bieten? Antworten auf diese Frage gibt es beim Schauspieler- und Sponsorenempfang in der Halle 129. Dieses Mal bekamen die Gäste unter anderem eine Kostprobe aus dem „Weißen Rössel“ zu hören.
Foto: Andreas Walz

Treis selbst blickt mit Optimismus auf die neue Saison – und auf das Team, das die künstlerische Verantwortung trägt. „Ich bin mir sicher: Sie werden das Publikum begeistern und für ein volles Haus sorgen“, sagte er ans Ensemble gerichtet.

Dabei will der Oberbürgermeister die Messlatte aber nicht übertrieben hoch legen, gerade auch mit Blick auf die vergangene Spielzeit. Damals hatten die Burgfestspiele in der ersten Saison unter der Leitung von Intendant Daniel Ris einen Besucherrekord aufgestellt. „Niemand erwartet das auch für dieses Jahr“, betonte Treis. „So etwas lässt sich nicht von Jahr zu Jahr steigern.“ Zumal das Ensemble im vergangenen Jahr „bis an die Grenzen der Belastbarkeit gegangen“ sei, wie Treis erklärte. „Aber wenn man das jedes Jahr machen würde, dann geht es an die Substanz.“

An weitere Besucherrekorde verschwendet auch Intendant Daniel Ris im Moment keinen Gedanken. „Was ich wieder erreichen möchte, sind fünf tolle Inszenierungen“, sagte er. „Über etwas anderes denke ich gar nicht nach.“ Im vergangenen Jahr habe auch der „Hype, weil es etwas Neues gibt“, die Besucherzahlen beflügelt. Diesen Reiz des Neuen kann Ris nun natürlich nicht mehr für sich reklamieren. Umso wichtiger sind ihm die Inhalte. Und darum macht sich Ris keine Sorgen. „Wir haben wieder ein anspruchsvolles und attraktives Programm.“

Hinzu kommt, dass Ris die Erfahrungen aus seiner Premierensaison für „viele kleine Korrekturen“ genutzt hat – vor allem mit dem Ziel, „den Betrieb intern zu entlasten und etwas mehr Luft zu bekommen“, erläuterte der Intendant. Dafür hat er zum Beispiel die Probenstruktur verändert und zwei auswärtige Gastspiele seiner Produktionen vom Spielplan gestrichen. Aber: „Künstlerisch habe ich keinen Korrekturbedarf gesehen“, betonte Ris. „Das erkennt man auch daran, dass das komplette Kreativ-Team aus dem vergangenen Jahr wieder da ist.“

Dieses Kreativ-Team hat die Arbeit längst aufgenommen – und strahlt dieselbe Leichtigkeit aus wie Intendant und Oberbürgermeister. Da ist zum Beispiel Wolfgang Pape, der in diesem Jahr das Familienstück „Dschungelbuch“ inszeniert, das in elf Tagen, am Sonntag, 27. Mai, Premiere feiert. „Wir sind voll im Prozess“, sagte Pape. „Alle sind gute Dinge, es macht uns viel Spaß.“

Ähnlich positiv äußerten sich auch Catharina Fillers und Carola Söllner, die das Singspiel „Im weißen Rössel“ auf der großen beziehungsweise das Musikstück „Eine Sommernacht“ auf der kleinen Bühne im Alten Arresthaus inszenieren. Und Intendant Daniel Ris, der beim Schauspiel „Terror“ Regie führt, betonte: „Ich habe noch nie so ein Stück inszeniert. Die Proben sind absolut außergewöhnlich. Ich bin sicher, dass es eine tolle Erfahrung wird.“

Auch das Kreativ-Team profitiert davon, nun schon die zweite Spielzeit in Mayen zu bestreiten, wie Catharina Fillers berichtete: „Wir können den Fokus beim zweiten Mal mehr auf die Arbeit legen, weil wir an einem Ort sind, an dem wir schon einmal willkommen waren.“ Dem pflichtete Carola Söller bei: „Man merkt den Zusammenhalt in der kleinen Stadt.“ Und Gabriele Kortmann, die bei allen Stücken für die Kostüme verantwortlich ist, sagte: „Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen.“

Dass sich die Arbeit in Mayen durch ein besonderes Ambiente auszeichnet, hob auch Marco Wohlwend hervor, der in „Terror“ und im „Weißen Rössl“ zu sehen sein wird. „Hier ist es sehr familiär“, sagte Wohlwend. „Das gibt es nicht so oft.“ Im Vergleich zu dem Burgfestspielen seien andere Freilufttheater „viel mehr auf Kommerz getrimmt“.

Diese Einschätzung griff Wolfgang Treis auf. Natürlich müsse man auch in Mayen aufs Geld schauen. „Aber Kultur muss man sich auch leisten. Und wir glauben, dass das mit einem Ensemble, das sich wohlfühlt, besser geht als mit Getriebenen.“

Weitere Informationen zu den Burgfestsielen gibt es unter auf der Homepage der Burgfestspiele.

Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

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