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Koblenz

Trotz aller Sparpläne: Der Koblenzer Schuldenberg wächst auf Rekordhöhe

Es waren lange Sitzungen, es waren konstruktive Sitzungen, und doch konnten alle Sparbemühungen der Stadtverwaltung und der Fraktionen im Koblenzer Stadtrat eines nicht verhindern: Der Schuldenberg wird in diesem Jahr in nie gekanntem Ausmaß wachsen. Von gut 103 Millionen Euro neuen Schulden war Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig im Dezember 2011 ausgegangen, als er den Etatentwurf vorgestellt hat. Jetzt sieht es so aus, dass sich das Minus bei den Kosten der laufenden Verwaltung und den Investitionen sogar auf knapp 107 Millionen Euro belaufen wird.

Foto: Yantra – Fotolia

Koblenz – Es waren lange Sitzungen, es waren konstruktive Sitzungen, und doch konnten alle Sparbemühungen der Stadtverwaltung und der Fraktionen im Koblenzer Stadtrat eines nicht verhindern: Der Schuldenberg wird in diesem Jahr in nie gekanntem Ausmaß wachsen. Von gut 103 Millionen Euro neuen Schulden war Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig im Dezember 2011 ausgegangen, als er den Etatentwurf vorgestellt hat. Jetzt sieht es so aus, dass sich das Minus bei den Kosten der laufenden Verwaltung und den Investitionen sogar auf knapp 107 Millionen Euro belaufen wird.

Am Freitag wird der Stadtrat über den Haushalt abstimmen. Mit Ute Brockmann-Kneip, Leiterin der Kämmerei, erklärt die RZ heute die wichtigsten Zahlen.

Der Ergebnishaushalt bildet die Aufwendungen und Erträge der Stadt ab. Soll heißen: Dort lässt sich ablesen, ob die Stadt ihre Ressourcen vermehrt oder verbraucht. Und das Bild ist eindeutig: Es steht am Ende ein Minus von 37,2 Millionen Euro – 4 Millionen Euro weniger als im Nachtragshaushalt 2011. Bei Erträgen von 292,7 Millionen Euro liegen die Aufwendungen bei 329,9 Millionen Euro. Der Substanzverlust schreitet also weiter fort.

Der Finanzhaushalt zeigt die Ausgaben und Einnahmen der Stadt aus der laufenden Verwaltung, aus ihrer Investitionstätigkeit und der Finanzierung des Haushaltsjahres. Und hier klafft eben die bereits beschriebene Lücke von fast 107 Millionen Euro. Den größten Teil davon machen die Zahlungen auf die Investitionstätigkeiten der Stadt aus: 117 Millionen Euro, ein Großteil davon für den Kulturbau auf dem Zentralplatz. Die Einzahlungen, die an die Stadt fließen, belaufen sich auf 29,9 Millionen Euro. "Das sind vor allem Zuschüsse und Erlöse aus Verkäufen", so Brockmann-Kneip. Unter dem Strich heißt das: Es fehlen 87,1 Millionen Euro – und damit knapp 70 Millionen Euro mehr als im Nachtragshaushalt 2011. Hinzu kommt ein Minus von 19,7 Millionen Euro aus den laufenden Kosten der Verwaltung.

Die Gesamtsumme aller Ein- und Auszahlungen zeigt, in welche finanziellen Dimensionen die Stadt im laufenden Jahr vorstößt: Mehr als 447 Millionen Euro werden bewegt – 2011 waren es 376 Millionen Euro.

Die Steuereinnahmen der Stadt entwickeln sich derzeit positiv: In der Kämmerei rechnet man mit Gewerbesteuer in Höhe von 100,5 Millionen Euro – 94,9 Millionen Euro waren es im vergangenen Jahr. Die Besserungen für die Wirtschaft im vergangenen Jahr werden sich in der Kasse der Stadt erst in diesem Jahr bemerkbar machen, so Brockmann-Kneip. Und auch beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer hofft man auf eine Million Euro mehr als 2011 und kalkuliert mit 35,5 Millionen Euro.

Die verzinsten Kredite werden bei 88,1 Millionen Euro liegen – und damit annähernd um 70 Millionen Euro höher, als am Ende des vergangenen Jahres.

Der Rat tagt am Freitag ab 14 Uhr im Historischen Rathaussaal.

Von unserem Redaktionsleiter Ingo Schneider

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