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Tahir-Moschee in Koblenz: Noman Khalid wird neuer Imam

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Koblenz, die muslimische Gemeinde mit ihrem Sitz in der Tahir-Moschee am Franzosenfriedhof, hat ab September einen neuen Imam. Der 26-jährige Noman Khalid wird die muslimische Gemeinde in Koblenz und im Umkreis betreuen.

Noman Khalid ist neuer Imam in der Tahir-Moschee am Franzosenfriedhof. Der 26-Jährige kommt gebürtig aus Pakistan und hat seine Berufsausbildung zum Imam in Hessen gemacht. Sieben Jahre dauerte das Studium, nun tritt er in Koblenz seine erste Stelle an. Foto: Agatha Mazur
Noman Khalid ist neuer Imam in der Tahir-Moschee am Franzosenfriedhof. Der 26-Jährige kommt gebürtig aus Pakistan und hat seine Berufsausbildung zum Imam in Hessen gemacht. Sieben Jahre dauerte das Studium, nun tritt er in Koblenz seine erste Stelle an.
Foto: Agatha Mazur

Von unserer Reporterin Agatha Mazur

Geboren wurde Khalid in Pakistan und kam vor 16 Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland, in die Nähe von Stuttgart. Nach seinem Realschulabschluss hat er sich entschlossen, sich zum Imam ausbilden zu lassen. Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinschaft bildet ihre Geistlichen im gemeindeeigenen "Institut für islamische Theologie und Sprache" aus. Noman Khalid ist einer der ersten Absolventen dieses Instituts, das es erst seit einigen Jahren gibt und das im südhessischen Riedstadt seinen Sitz hat.

Sieben Jahre Studium liegen hinter dem jungen Mann – inklusive Abschlussprüfung. Sieben Jahre, in denen er Sprachen gelernt hat, unter anderem Arabisch, um den Koran im Original lesen zu können, aber auch Englisch, und in denen er Glaubenssätze und -argumentation studiert hat. Die Vorteile der Ausbildung in Deutschland liegen laut Khalid auf der Hand: "Man kennt die Sprache, die Kultur und die Gesellschaft." Es hilft, mit den Menschen umzugehen, wenn man weiß, wie sie denken.

Im Jahr nach seinem Abschluss sammelte Noman Khalid Erfahrungen in Gemeinden in England, Pakistan, Tansania und Spanien. Die Zeit hat ihn geprägt. "Afrika habe ich mir anders vorgestellt", räumt er ein. Ein Erlebnis ist das gewesen, sagt er, und durch die Praxiserfahrungen im Ausland reift man auch: "Man wird erwachsen." Nach dem Jahr war klar: Khalid wird in Koblenz eingesetzt. Vergangene Woche wurde der frühere Imam, Tahir Burkhari, verabschiedet. Fünf Jahre leistete er Dienste in Koblenz und wird nun in Dietzenbach eingesetzt.

Im Prinzip können die Geistlichen in der muslimischen Ahmadiyya-Glaubensrichtung jederzeit versetzt werden, überall hin, auch in die ganze Welt. Stellt er sich das nicht schwierig vor, ständig neu anzufangen und sein soziales Netzwerk wieder neu aufzubauen? "Man wird auf den Dienst am Glauben vorbereitet, wo es nötig ist", erklärt der 26-Jährige. Als schwierig empfindet er das nicht: "Die Basis ist überall dieselbe, man baut automatisch Beziehungen zur Gemeinde auf." Es ist sogar durchaus "abenteuerlich", wenn man nicht weiß, wohin man als nächstes versetzt wird, sagt er schmunzelnd.

Nun also beginnt er seine Karriere als Geistlicher in Koblenz: Seit Anfang September bewohnt Noman Khalid die Einliegerwohnung in der Tahir-Moschee, die dem Imam vorbehalten ist. Den Tag der offenen Tür am 3. Oktober bereitet er bereits mit vor. Khalid freut sich auf die Arbeit mit Jugendlichen, als Einstand hat er mit jungen Gemeindemitgliedern gemeinsam einen Ausflug nach Bonn gemacht und ein Barbecue veranstaltet. Dass er selbst recht jung ist, empfindet er bei der Jugendarbeit eindeutig als Vorteil.

Und wenn er doch mal Hilfe benötigen sollte, hat er in der Deutschland-Zentrale der Ahmadiyya-Gemeinde in Frankfurt einen Ansprechpartner, den er kontaktieren kann. So geht Noman Khalid seine erste Stelle als Imam ganz entspannt an.

Koblenz
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