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Koblenz

Steg in Koblenz: Ein neues Leben für Alkoholkranke

Der erste Wohnplatz für einen trockenen Alkoholiker, den der Verein Steg angeboten hat, war in einem alten Wohnwagen am Moselbogen. Heute, 25 Jahre später, kann Steg 18 alkoholkranke Menschen in mehreren Wohngemeinschaften in Koblenz unterbringen.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Diese Personen unterstützt Steg beim Aufbau eines neuen Lebens ohne Alkohol. Es hat sich also einiges getan seit der Gründung des Vereins – doch dafür mussten die ehrenamtlichen Helfer einen steinigen Weg bewältigen.

"Der Vorstand hat viel Arbeit, Geld und Nerven investiert", sagt Sozialarbeiter Erich Weber, einer von zwei hauptamtlichen Betreuern, die mittlerweile für Steg arbeiten. Wenn der Verein morgen sein Jubiläum in der Kufa feiert – die Gründung ist zwar eigentlich 26 Jahre her, konnte im vergangenen Jahr aber aus persönlichen Gründen nicht gefeiert werden -, dann denken die Verantwortlichen auch daran zurück. Von Anfang an war es ein kleiner Kampf, die Wohnplätze einzurichten und vor allem, die Finanzierung sicherzustellen.

Diese tragen sowohl die Kommunen als auch das Land, auch in Koblenz. Die Bewohner zahlen zwar Miete für ihre Unterbringung, aber zumindest für die beiden hauptamtlichen Pädagogen muss eine Finanzierung her. Verein und Mitarbeiter stehen hier vor einem ständigen Papierkrieg, um den sich zwei Frauen ehrenamtlich kümmern und der früher wie heute ein großes Thema war beziehungsweise ist.

Darüber hinaus sammelt der Vorstand von Steg Spenden, führt Benefizveranstaltungen durch, spricht bei der Stadt vor. Zuletzt ist etwa viel Geld in die Sanierung des Ottmar-Bernauer-Hauses in Metternich investiert worden, in dem sechs Menschen untergebracht sind.

Seit Jahren und Jahrzehnten sind die ehrenamtlichen Helfer aktiv, um das Wohnangebot zu machen – "weil es einfach notwenig ist", sagt Annemarie Stubbe, Vorsitzende des Vereins, der 1990 als "Förderverein für die Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für Alkohol- und Medikamentenabhängige" gegründet wurde.

Die Aktiven – viele von ihnen sind Angehörige von Betroffenen – sind überzeugt, dass alkoholkranke Menschen auch nach einem Entzug Unterstützung brauchen, bevor sie in ihr Leben zurückkehren oder sich ein ganz neues aufbauen können. "Oft sind sie direkt nach dem Entzug nicht stark genug dafür", sagt Betreuer Markus Schaan, erst müssen sie lernen, mit ihrer Sucht umzugehen, die sie ihr ganzes Leben irgendwie begleiten wird.

Weit über die Hälfte der Menschen, die in den Steg-WGs wohnen, sind oder waren wohnungslos. Der Alkohol hat sie nicht nur krankgemacht, sondern sie oft auch ihre Familien, Jobs und Häuser gekostet. Ihnen soll geholfen werden, so wie möglichst vielen Betroffenen generell. Mittlerweile haben bei Steg rund 500 Menschen eine Zeit lang gelebt.

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