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Koblenz

Stadtbibliothek im Forum: Größer, erfolgreicher und teurer

Stephanie Mersmann

Das Forum Confluentes auf dem Zentralplatz war nicht nur vor seinem Bau höchst umstritten – auch in den Folgejahren gab es immer wieder Diskussionen um die Architektur und die Nutzung des Gebäudes. Eine gewisse Sonderrolle hatte dabei immer eine der Einrichtungen im Kulturbau inne: die Stadtbibliothek.

Dreimal so viel Fläche, dreimal so viele Besuche: Der Umzug in den Kulturbau war für die Stadtbibliothek ein „Quantensprung“.
Dreimal so viel Fläche, dreimal so viele Besuche: Der Umzug in den Kulturbau war für die Stadtbibliothek ein „Quantensprung“.
Foto: Sascha Ditscher

Dass diese ebenso wie Mittelrhein-Museum, Romanticum und Tourist-Information seit nun fünf Jahren ihren Sitz im Forum hat, ist Anlass für uns, Bilanz zu ziehen. Wie laufen die Einrichtungen, und erfüllen sie die Erwartungen?

Die Stadtbibliothek schneidet hier ziemlich gut ab: Von Anfang an galt sie als die große Gewinnerin des Umzugs. Ihre Fläche wurde auf 4500 Quadratmeter verdreifacht, es gibt viel mehr Medien, und sie wurde in puncto Technik und sonstiger Ausstattung auf einen Stand gebracht, der für eine moderne Bibliothek angemessen ist. Wie dringend das war, daran erinnert sich der stellvertretende Leiter Thomas Koch noch gut.

„Schon als ich in den 90er-Jahren zur Stadtbibliothek am Florinsmarkt kam, ging das eigentlich nicht mehr“, sagt Koch mit einem Lachen. Die Einrichtung war auf drei Standorte verteilt: das Haupthaus im Dreikönigenhaus, die Kinder- und Jugendbibliothek plus Musikabteilung im Bürresheimer Hof, Magazin und Buchbinderei in der Alten Burg.

Allesamt wunderschöne Denkmäler mitten in der Altstadt – und allesamt in einem desolaten Zustand. Absolut sanierungsbedürftig waren die Häuser schon Jahre vor dem Umzug, nicht barrierefrei, gerade von der technischen Ausstattung her völlig veraltet und viel zu eng.

„Für uns ist das hier ein Quantensprung“, sagt Thomas Koch zum Umzug in das vor fünf Jahren nagelneue Forum Confluentes. Was früher klein und vollgestellt war, ist heute groß, hell und luftig. Mehr als 100 Arbeitsplätze gibt es (früher gab es keinen einzigen), WLAN, Möglichkeiten zur Selbstbuchung und zur Rückgabe rund um die Uhr am Automaten. Zusammen mit Partnern wie der VHS gibt es Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge und Co., außerdem viele Angebote für Kinder wie Bibliotheksrallyes.

„Wir sind ein Ort des Aufenthalts geworden“, sagt Koch. Dazu gehört auch, dass es im Erdgeschoss zahlreiche Zeitschriften und Zeitungen gibt. Leere Regelfächer, an denen man direkt nach der Eröffnung der neuen Stadtbibliothek noch vorbeiging, gibt es längst nicht mehr, sagt Koch, „manche Regale sind mittlerweile fast zu voll“.

195.000 Medien gibt es im Haupthaus, dazu kommen die in den beiden Bücherbussen und den drei Stadtteilbibliotheken. Die Öffnungszeiten haben sich derweil von 40 auf 46 Stunden ausgeweitet, die Kinder- und Jugendbücherei war früher sogar nur an vier Tagen und nur nachmittags geöffnet.

Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder: Vor allem beim Verleih von Kinderbüchern ist die Steigerung eklatant, sie hat sich mehr als verdoppelt. Insgesamt ist die Zahl der Ausleihen von 468.000 (2012) auf 879.000 (2017) gestiegen, inklusive der Stadtteilbibliotheken und Bücherbusse.

Die Zahl der aktiven Nutzer ist von 9370 (2012) auf 15.900 gestiegen, bis zu 1400 Besucher sind am Tag da. Am stärksten ist der Zuwachs bei den Besuchen: Der hat sich von 144.000 (2012) auf 464.000 mehr als verdreifacht.

Eine wirkliche Überraschung ist die positive Entwicklung nicht: Schon vor dem Umzug war die Stadtbibliothek die erfolgreichste Kultureinrichtung der Stadt, entsprechend hoch waren die Erwartungen. Und: Parallel zum Plus bei den Leistungen sind die Kosten klar gestiegen, sagt Koch, vor allem wegen der Gebäudekosten. Die Stadt hat für 2018 rund 3,7 Millionen Euro inklusiv aller Gebäudekosten geplant.

Der Etat, mit dem neue Medien angeschafft werden, ist nach dem Umzug „ein bisschen gestiegen“, wie Koch sagt, aber auch der Bedarf ist deutlich höher als früher und die Preise für Bücher und Co. ebenso. „Wir müssen gucken, ob das perspektivisch reicht.“

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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