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Vallendar

Schärs Hotel: Lob und Kritik nach dem Votum

Nicht einstimmig, aber dennoch mit einer klaren Mehrheit (siehe Zusatztext) hat der Vallendarer Stadtrat am Dienstagabend für den Antrag von Investor Nikolaus Schär gestimmt, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan im Bereich Marktstraße/Rheinstraße aufzustellen (die RZ berichtete). Damit wurden die Voraussetzungen für den von Schär geplanten 50 Meter hohen Hotelkomplex geschaffen. Die RZ sammelte Stimmen.

Die Entscheidung zum geplanten Hotelprojekt von Nikolaus Schär (rechts) zog rund 150 Bürger in die Vallendarer Stadthalle.
Die Entscheidung zum geplanten Hotelprojekt von Nikolaus Schär (rechts) zog rund 150 Bürger in die Vallendarer Stadthalle.
Foto: Damian Morcinek

Von unserem Redakteur Volker Schmidt

Verbandsgemeindebürgermeister Fred Pretz hatte sich am Dienstag aus privaten Gründen entschuldigen lassen, das Ergebnis habe ihn nach Gesprächen im Vorfeld aber nicht überrascht. Pretz, selbst ein Befürworter des Hotels, stellte am Mittwoch auf Nachfrage der RZ klar: "Es wurde nicht über die Höhe oder Breite abgestimmt, sondern nur darüber, dass sich der Stadtrat weiter mit dem Thema beschäftigt." Das Projekt sei damit nicht abgeschlossen, sondern lediglich "auf den Weg gebracht", so der VG-Chef.

Ebenfalls nicht in der mit rund 150 Bürgern gut gefüllten Stadthalle war am Dienstagabend Investor Nikolaus Schär. Auch am Mittwoch war der gebürtige Schweizer telefonisch nicht zu erreichen.

Die Meinungen unter den Zuschauern in der Stadthalle gingen auseinander. Das Konzept für die Halle sei stimmig, sagte etwa Peter Nebenführ aus Urbar. Die neue Stadt- und Kongresshalle, die laut Schärs Plänen vom Hotel aus mitbetrieben werden soll, lasse sich nur mit einem externen Betreiber finanzieren. "Das gibt eine Standortsicherheit für die Halle", so Nebenführ. "Ich bin völlig gegen diese Entscheidung", sagte Erika Schmitz aus Vallendar. "Die vielen Fragen, die offen sind, hätten vorher noch angesprochen werden müssen", erklärte sie. Das sieht Stefan Bösch aus Vallendar ähnlich. Er hatte speziell für die Sitzung eine Fotomontage angefertigt und sich diese um den Hals gehängt. Darauf zu sehen war ein Bild von Vallendar, in das mehrere Hochhäuser montiert wurden. Darüber die Frage: "Wollt Ihr das?" Bösch will das nicht – und speziell den Hotelturm nicht. "Die Planung des Hotels in Korrelation mit der Halle ist völlig überdimensioniert", sagte er.

Alois Rüth aus Vallendar ist der Meinung, dass man mit Schär mehr auf einen Kompromiss hätte hinarbeiten müssen. "Ich wäre zufriedener, wenn das Hotel kleiner würde", sagte er. Für falsch hält er es, dass sich der Bürgermeister und viele Ratsmitglieder sehr früh positioniert hätten. "Damit hat man sich die Chance genommen, mit Herrn Schär zu verhandeln."

Pia Ehses-Scherer, eine derjenigen, die Unterschriften gegen den Turm gesammelt haben, ist enttäuscht und sagte: "Ich denke, dass noch viele Probleme auf Vallendar zukommen, deren Tragweite wir noch nicht erfassen können."

Anita Herr aus Vallendar lobte die "sehr demokratische Entscheidung", bei der sowohl Befürworter als auch Gegner ausreichend Gelegenheit gehabt hätten, sich zu äußern. Sie hat Vertrauen in Schär. "Ich gehe davon aus, dass der Investor und sein Architekt verschiedene Varianten durchgespielt haben", sagte sie und glaubt, dass das Hotel durch seine Architektur zu einem Vallendarer Alleinstellungsmerkmal werden könnte. Josef Schneider aus Vallendar hätte zwar gern ein niedrigeres Haus gesehen, glaubt aber, dass Details zum Projekt "auch noch im Laufe des Verfahrens" geklärt werden können.

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