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Neuendorf

Neuendorfer Rheinfreunde: Missverständnisse lassen Narren auf Schenkel klopfen

Der rheinische Karneval zeichnet sich vor allem durch drei Kategorien aus: Tanz, Musik und Rede. In den letzten Jahren ist die Rede, sei es als klassischer Büttenvortrag, sei es als Sketch allerdings oftmals ins Hintertreffen geraten. Um den Bütten- und Bühnenauftritt zu pflegen, hat die Neuendorfer Karnevalsgesellschaft (KG) Rheinfreunde 1845 vor zehn Jahren einen Rednertreff ins Leben gerufen.

Schon zu Beginn tobte der Saal: Mit einem fulminanten Gardetanz eröffneten die Rheinsternchen die Sitzung des ältesten Koblenzer Karnevalvereins, der KG Rheinfreunde 1845.
Schon zu Beginn tobte der Saal: Mit einem fulminanten Gardetanz eröffneten die Rheinsternchen die Sitzung des ältesten Koblenzer Karnevalvereins, der KG Rheinfreunde 1845.
Foto: Peter Karges

Und dank dieses Rednertreffs erntet man inzwischen beachtliche Früchte, wie die Sitzung der Rheinfreunde am Freitagabend bewies. Wie in den zwei Jahren zuvor feierten die Fastnachter allerdings in der voll besetzten Narrhalla im Soldatenheim auf der Horchheimer Höhe, da es im Rheinstadtteil keine adäquate Räumlichkeit mehr gibt. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch.

Um den Humor der Narren zu wecken, eignet sich nicht zuletzt der Dialog. Vor allem wenn einer nicht versteht, was der andere meint. Didi Hallervorden oder Loriot haben dies immer wieder praktiziert. Auch die Rheinfreunde widmen sich mit Leidenschaft dem Zwiegespräch, sei es im Dialog mit einer Handpuppe (Carmen Früh und Stefan Stunk), sei es als Handwerkergespräch (Petra Gerharz und Stefan Stunk) oder als Künstlertalk (Anastasia Schechtel und Harald Gilberg).

Geschickt verstanden es die Redner der Rheinfreunde dabei, die Missverständnisse immer weiter auf die Spitze zu treiben, indem sie dem Künstlertalk eine französische und dem Handwerkergespräch eine italienische Note gaben. Jenseits des Rheins oder der Alpen hat man halt mitunter etwas andere Vorstellungen von den Dingen, die zu Missverständnissen führen. Die Besucher mussten jedenfalls kräftig lachen.

Aber nicht nur der Dialog, auch die klassische Büttenrede wird von den Rheinfreunden gepflegt. So nahm Thomas Than die Suche nach NS-Spuren im Schängelbrunnen unter die Lupe und Harald Gilberg beäugte den Karneval aus der Sicht eines Fastnachtverächters. Den Schängelbrunnen nahmen sich zugleich die Frauen der kfd St. Peter zum Vorbild, um in ihrer Pantomime der Brunnenfigur kräftig nachzueifern. Tanz und Musik kamen bei der gut fünfstündigen Sitzung natürlich auch nicht zu kurz. So entführte die Showtanzgruppe des Narrenclubs Waschem das Publikum auf die sieben Weltmeere, die Gülser Seemöwen feierten die Liebe, die „Funny Girls and Boys“ vom Wallersheimer Möhnenverein „Fidele Mädcher“ die Disco und die Traditionsgarde Rot-Weiß Lahnstein lud mit herrlichen Kostümen zum Rundgang durchs Völkerkundemuseum ein.

Eine treffliche Mischung zwischen Showtanz und Komik präsentierte zudem noch die Formation „Old Spice Girls“ von den Neuendorfer Rheinfreunden. Und auch die Freunde des Gardetanzes kamen mit den Darbietungen der Rheinfreunde sowie der Grün-Weißen Funken aus Kölsch-Büllesbach auf ihre Kosten.

Abgerundet wurde die stimmungsvolle Sitzung zudem mit tollen, hörenswerten Musikbeiträgen. So sang der Afghanistanflüchtling Abdul Basit Faizan den Kölner Klassiker „Leev Marie“, die Formation „De Botzedresse“ rockte mit Hits der vergangenen Jahrzehnte und Stefan Strunk erwärmte das Herz des Publikums dann auch noch mit der Neuendorfer Nationalhymne.

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

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